Kriminell Gelesenes im November 20.17

Banner Kriminell Gelesenes Martin Krists Krimikritik

In seiner Gast-Kolumne »Kriminell Gelesenes« stellt der Berliner Autor Martin Krist hier regelmäßig zum Monatsende seine aktuellen Lieblingsbücher vor – oder Bücher, die er lieber nicht gelesen hätte.

Auch am Ende dieses Monats zieht er Bilanz. Was war im November sein Lieblingsbuch – oder welches Buch hätte er lieber nicht gelesen?

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Berlin Beat | Volker Heise – Außer Kontrolle

Was für ein Roman! Für mich war er eine ganz besondere Freude aufgrund seiner Individualität, denn wie oft bin ich beim Lesen auf der Suche nach einem neuen Klang, einem anderen Rhythmus, bitte mehr als nur der übliche Satzbau, mehr als nur Wort auf Wort.

Das habe ich hier gefunden. »Außer Kontrolle« holt mich ab mit seinem Stil, mit seinem Gefühl für den eigenen Beat aus Worten und Bildern. Sein Autor Volker Heise beweist sich dabei auch als vielmehr als ein bloßer, guter Erzähler. Man erkennt den geübten Beobachter und erlebt einen grandiosen Beschreiber.

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Pete Dexter – God’s Pocket

Gute Geschichten beginnen oft mit einer Legende. Diese hier hat eine im Buchtitel. In der Stadt Philadelphia existiert ein Viertel mit dem Namen »Devil’s Pocket«. Ein örtlicher Priester soll einmal gesagt haben, die Kinder in der Nachbarschaft seien so ungezogen, sie würden selbst dem Teufel eine Kette aus der Tasche stehlen.

Für seinen Debütroman aus dem Jahr 1983 nahm sich Autor Pete Dexter »Devil’s Pocket« zum Vorbild, machte daraus »God’s Pocket« und schrieb eine Geschichte über ein Arbeiterviertel in Philadelphia und seine Bewohner.

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Einzlkind – Billy

»Billy« ist nach »Harold« der zweite Roman, den ich von dem Autor Einzlkind lese. Dazwischen liegt noch die Veröffentlichung von »Gretchen«, die ich aber irgendwie übergangen habe.

Einzlkind ist das Pseudonym eines vermutlich deutschsprachigen Autors, der vermutlich oder auch nicht im Verlagswesen tätig ist, vermutlich oder auch nicht Journalist ist oder eben beides oder gar nichts davon. Man weiß es nicht. Also irgendjemand sicherlich, aber nicht ich. Und in diesem Fall ist es mir auch völlig wurscht. Die Romane haben eine Attitüde, die ganz wunderbar zu so einem Zirkus passt.

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Max Annas – Illegal

Wenn ich am Ende eines Romans das Gefühl habe, dass er für mich nicht funktioniert hat, sitze ich meist relativ lange gedanklich über diesen Umstand. Gerade bei Titeln, die relevante Themen behandeln, eine Aussage haben, etwas mitteilen wollen, da hinterfrage ich diesen Eindruck eine ganze Weile.

»Illegal« von Max Annas ist so ein Titel. Er ist politisch, er ist gesellschaftskritisch, er hat eine Botschaft. Und er hat für mich nicht funktioniert. Während ich das zunächst sehr lange und intensiv mit mir selbst diskutiert habe, bin ich schlussendlich zu der einfachen Lösung gekommen: Es ist eben einfach manchmal so. Manche Romane zünden bei mir eben einfach nicht. Trotz starkem Thema, trotz wichtiger Botschaft, nicht jedes Buch kann jeden Leser erreichen. … mehr erfahren

Antonio Ortuño – Madrid, Mexiko

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Meine Leseeindrücke zu »Madrid, Mexiko« von Antonio Ortuño festzuhalten, fällt mir ähnlich schwer wie schon bei seinem Vorgängerroman »Die Verbrannten«. Da ich mich aber bis heute darüber ärgere, dass ich zu diesem harten und unbequemen, schonungslosen und unerbittlichen, großartigen und sprachgewaltigen Roman um die Situation zentralamerikanischer Flüchtlinge in Mexiko keine Besprechung geschrieben habe, obwohl ich diesen Roman ständig und aufdringlich empfehlen möchte, will ich nun wenigstens versuchen, zu »Madrid, Mexiko« ein paar Worte für den Blog zu finden. … mehr erfahren