Sophie Hénaff – Kommando Abstellgleis

Anne Capestan ist nach einem Schusswaffeneinsatz im Dienst vorläufig suspendiert. Eine nicht ganz zweifelsfreie Situation, ein nicht ganz zweifelsfreies Verhalten und die Pariser Kommissarin kann selbst durch ihren Mentor, Directeur Buron, nicht mehr beschützt werden. Sie landet auf dem Abstellgleis. Doch was zunächst wie ausrangiert wirkt, ist wie immer nur eine Frage der Perspektive. Und der Einstellung. Spaß ist, was ihr daraus macht. Oder so ähnlich.

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Fred Vargas – Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord

Fred Vargas erster Kriminalroman um den Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg war für mich eine ungewöhnliche und interessante Überraschung. Ich kannte bisher noch keinen Roman der Autorin, für den Frankreich-Themenschwerpunkt in diesem Monat wollte ich mich aber durch bekannte Namen der französischen Kriminalliteratur lesen und da gehört Fred Vargas zweifellos dazu.

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David Gray – Sarajevo Disco

Tja, ihr wisst ja, wie das ist. Eine Hand wäscht die andere. Und beide bleiben dreckig. Manus manum lavat. In David Grays jüngster Veröffentlichung »Sarajevo Disco« gibt es reichlich dreckige Hände. Außerdem dreckige Drogen und dreckige Sprüche. Das alles gerät zu einer coolen Mischung, die schon auch ein bisschen auf die Schnauze haut und einen Polizei-Thriller auf dem Hamburger Kiez inszeniert, der sich mit Drogenhandel, Organisierter Kriminalität und dem Machtgefüge im Öffentlichen Verwaltungsapparat beschäftigt.

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Jérôme Leroy – Der Block

»Der Block« ist eine Lektüre, die sich von vielem abhebt, was ich in diesem Jahr an politischer Auseinandersetzung in der aktuellen Kriminalliteratur gelesen habe. Der Roman des französischen Autors Jérôme Leroy ist sowohl in seinem Erzählen als auch in seiner inhaltlichen Herangehensweise ungewöhnlich und bemerkenswert.

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Kerstin Ehmer – Der weiße Affe

Ganz im Ernst, solange es noch Menschen gibt, die solche Romane schreiben und Verlage, die sie verlegen, ist meine kleine Welt einfach mal kurz in Ordnung.

»Der weiße Affe« von Kerstin Ehmer erzählt einen Kriminalfall vor der Kulisse Berlins in den 1920er Jahren. Und das auf eine Art, die thematisch und sprachlich so reich und ansehnlich gerät, dass der Roman zu einer Perle in diesem Krimijahr wird.

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Jeff VanderMeer – Borne

Holla die Waldfee. »Borne« zu lesen, glich einem Kraftakt. Der Roman hat meinen Kopf zum Schwirren gebracht, meine Gedankenkraft herausgefordert. Sich die Dinge vorzustellen, die Autor Jeff VanderMeer entwirft, das war gleichzeitig aufregend und anstrengend, das alles zu imaginieren, was dort geschrieben gesteht, eine Herausforderung.

Die Geschichte von »Borne« spielt vor einer post-apokalyptischen Kulisse, eine nahe Zukunft, in einer zerstörten Stadt, in einer zerstörten Welt. Den Niedergang haben die Menschen selbst zu verantworten. Kriege, Seuchen, steigender Meeresspiegel, Flüchtlingsströme, zerfallende Staaten und schließlich der Zusammenbruch von allem. Dazu die schleichende Ausbreitung von Biotech. Lebende Organismen, modifizierte Lebewesen, manipulierte Lebensformen, die schließlich unkontrollierbar wurden, sich verselbstständigten und der Welt ein neues Gesicht gaben.

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