Leonie Swann – Gray

»Gray« heißt der jüngste Roman der Autorin Leonie Swann, die vor 12 Jahren mit ihrem Schafskrimi »Glennkill« einen Beststeller schrieb. Fünf Jahre später veröffentlichte sie dessen Fortsetzung »Garou«, 2014 folgte »Dunkelsprung«, ein märchenhaftes, phantastisches Werk.

Nun erschien in diesem Frühjahr wieder ein Kriminalroman, wieder mit Tier. Allerdings anders, als in »Glennkill«. Während dort die sprechenden Schafe fast parabelgleich den Menschen in seinem Wesen entlarvten, nimmt hier der titelgebende Graupapagei »Gray« eine weniger vermenschlichte Rolle ein.

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Don Winslow – Corruption

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Statt der satten Zufriedenheit, die sich nach der Lektüre der früheren Werke Don Winslows regelmäßig bei mir einstellte, verursachen seine jüngeren Veröffentlichungen immer öfter eine sich schon ins Frustierte neigende Ernüchterung. Und ich stellte mir einmal mehr die – rein rhetorische – Frage, wann zum Geier Don Winslow eigentlich so einfallslos geworden ist.

Das klingt furchtbar respektlos und der zur Höflichkeit erzogene Teil meiner Selbst möchte diese Formulierung eigentlich auch direkt wieder streichen. Aber nix da. Wenn man einmal die Bausteine, aus denen »Corruption« besteht, auf ihre Subtanz untersucht, bekommt jeder Statiker schwitzige Hände und diese unangenehme Gänsehaut auf dem Kopf.

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Ken Bruen – London Boulevard

Wenn ein Kriminalroman mit der Entlassung des Protagonisten aus dem Gefängnis beginnt, dann gibt es da fast ausnahmslos auch diesen einen Typen, der vor der Haftanstalt wartet, um den frisch Entlassenen abzuholen. Wahlweise mit Kippen in der Jackentasche, Schnaps im Handschuhfach oder dem nächsten Coup im Kopf. Soll ja Spaß machen.

Und so beginnt auch »London Boulevard« mit der Entlassung von Mitchell, der wegen Körperverletzung drei Jahre abgesessen hat und nun mit den motivierenden Worten des Direktors »Sie kommen wieder.« in die Freiheit entlassen wird. Draußen wartet Norton, eine Art Kumpel, weit entfernt von der dicken Buddy-Nummer, die in anderen Kriminalromanen abläuft, aber eben doch der Mensch, der Mitch nach seiner Haftstrafe in Empfang nimmt. Schnaps hat er natürlich auch dabei. Und Kippen.

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James Sallis – Driver

Es beginnt in einem Motel am nördlichen Stadtrand von Phoenix. Ein missglückter Raubüberfall auf einen Laden, der Fahrer des Fluchtwagens sitzt verletzt am Boden. Eine Frau ist tot, ebenso zwei weitere Männer. Schauen wir uns den Fahrer genauer an. Um den geht es hier, um Driver, mehr Name ist nicht nötig.

»Driver« ist ein Roman, ein Krimi, ein Thriller, ein Noir des amerikanischen Autors James Sallis aus dem Jahre 2005, ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimipreis in der Kategorie International 2008. James Sallis ist soetwas wie der finstere Poet unter den Kriminalschriftstellern. Er hat Sätze in seinen Romanen, die so wunderschön sind, dass man sie behutsam auf die Hand nehmen und bei Licht betrachten möchte. Und er erzählt seine Geschichten ganz klar und nüchtern, ganz tief und ruhig, ganz hart und unerbittlich.

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Don Winslow – Savages: Zeit des Zorns

Don Winslow. Mit Schlussszenen hat er es. Da drückt er mit Freude die emotionale Tube, lässt Sentimentalitäten für sich arbeiten. Und es funktioniert. Ich bin wieder dezent hin und weg.

Aber von Anfang an. »Savages – Zeit des Zorns« aus dem Jahr 2010 ist der dreizehnte Roman des us-amerikanischen Autors Don Winslow, dessen Gesamtwerk sich aktuell auf 20 Titel beläuft. Seine jüngste Veröffentlichung erscheint dieser Tage unter dem Titel »Corruption« in deutscher Übersetzung.

Winslow hat ein großes Thema, das immer wiederkehrt, der Drogenkrieg und seine Dynamik, sein Innenleben, seine Auswüchse und seine Auswirkungen. Diese hässliche Welt packt er in schnelle Thriller, die betont leichtfertig erzählt werden, und damit eine ganz eigene Form der Auseinandersetzung und Kritik suchen.

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Elmore Leonard – Out Of Sight

Man traut es sich bei einer Ikone wie Elmore Leonard ja kaum zu sagen, aber irgendwie war »Out Of Sight« für mich nicht so ganz Jacobs Krönung. Ich trinke aber auch keinen Kaffee, insofern hinkt der Vergleich etwas. Und das ist hier auch Jammern auf unverschämt hohem Niveau, denn immerhin reden wir über Elmore Leonard.

Über 40 Romane hat der Mann veröffentlicht, angefangen mit Western wandte er sich Ende der 1960er Jahre dem Krimigenre zu und feierte dort unglaubliche Erfolge, setzte Maßstäbe. Elmore Leonard wurde 1925 in New Orleans geboren, lebte zuletzt in Michigan und verstarb dort im Sommer 2013.

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