Ernst Dronke – Polizeigeschichten

Ein interessantes historisches Fundstück sind die »Polizeigeschichten« von Ernst Dronke aus dem Jahr 1846. Neu aufgelegt vom Verlag Walde+Graf findet man in diesem sehr sorgfältig aufgemachten Buch insgesamt sieben Erzählungen, die weitgehend auf wahren Fällen beruhen und von Dronke hier in Novellenform wiedergegeben wurden.

… mehr erfahren

Tom Franklin – Krumme Type, krumme Type

Kurz vor Mitternacht. Nicht im Roman, nur hier bei mir. Es ist ein verdammt heißer Sommer und wieder eine warme Berliner Sommernacht. Kurz vor 23 Uhr noch 29 Grad draußen. Und ich sitze auf dem Balkon, der Laptop ist viel zu warm auf den Schenkeln, es ist großstadtdunkel und die Stadt rauscht im Hintergrund.

Und in meinem Kopf rauscht es und in meinem Herz rauscht es. Ich habe heute den kompletten Tag in dieser Geschichte verbracht, in »Krumme Type, krumme Type« von Tom Franklin und verflucht noch eins, sie ist so so gut.

… mehr erfahren

Lisa McInerney – Glorreiche Ketzereien

Lisa McInerney hätte auch nur die Geschichte von Ryan erzählen können. Dem Jungen aus der Sozialbausiedlung in Cork, wobei die Sozialbausiedlung hier immerhin aus kleinen Reihenhäuschen besteht und keine einwohnerstarke Plattenbausiedlung à la Berlin-Gropiusstadt ist. Und ein Klavier hatte dort, bis der Vater es verkaufte, auch Platz. Das hätte es in der Gropiusstadt auch nicht gegeben. Aber dennoch, es sind bescheidene Verhältnisse. Zudem die Mutter verstorben, der Vater ein Trinker, 5 jüngere Geschwister.

Ryan ist 15, als der Roman beginnt, gerade mit seiner ersten großen Liebe Karine auf dem Weg zum ersten gemeinsamen Koitus. Dann ist er 16, sein Vater schlägt ihn, er dealt, wird mit Koks erwischt. Ryan wird 17, 18, 19, er wird Knacki, Dealer, DJ und Player. Und ist eigentlich am Ende doch nur der nette Junge, der schon mit 21 alles hätte anders machen können.

… mehr erfahren

Fuminori Nakamura – Die Maske

Was ich in letzter Zeit immer häufiger beim Lesen vermisst hatte, war das Gefühl, nicht zu wissen, was auf den kommenden Seiten geschehen könnte. Denn egal wie der Weg dorthin im Detail aussehen würde, es war doch immer grob klar, welchen Intentionen die Figuren folgen, welcher Handlungsmuster sie oder ihr Autor sich bedienen würden. Am Ende konnte die Geschichte dann noch so gut erzählt sein, sie war dennoch vorhersehbar in ihrer Art. Das war ein wenig ermüdend. Und da fehlte der Zauber.

… mehr erfahren

Jeff Lemire – Black Hammer: Vergessene Helden

»Black Hammer« ist genau der richtige Comic für all diejenigen, die eigentlich gar keine Superhelden-Comics mögen. Und, und das ist großes Kino, »Black Hammer« ist auch genau der richtige Comic für all diejenigen, die Superhelden-Comics lieben. Das klingt, als wolle man zwanghaft entgegengesetzte Pole zusammenbringen, aber eigentlich ist es viel einfacher. Klischees raus, Lemire rein und fertig ist die Laube.

Denn Jeff Lemires Geschichten ticken auf eine ganz eigene Art, sie haben eine ganz eigene Grundstimmung, die irgendwo zwischen Ruhe und Melancholie und Kreativität etwas ausstrahlt, das echt einen ganz eigenen Zauber entwickelt. Es ist überhaupt nicht verwunderlich und absolut wünschenswert und beruhigend, dass ein Künstler wie Jeff Lemire inzwischen zu den angesagtesten Comickreativen dieser Tage gehört. Was ich bisher von ihm gesehen und gelesen habe (fürs Protokoll waren das seine Autorencomics »Geschichten vom Land« und »Der Unterwasser-Schweißer« sowie einige seiner Arbeiten für die großen Häuser Marvel und DC und beeindruckt haben mich hier besonders die beiden erstgenannten, ich meine, wow, wie großartig!) war so große Klasse, dass ich die Welt noch weniger verstehen würde, wenn es anders wäre.

… mehr erfahren

Jack Trevor Story – Immer Ärger mit Harry

Im Wald von Sparrowswick Heath ist mächtig was los. Abie, ein vierjähriger und entschlossener Junge, durchstreift gerade mit seiner Spielzeugflinte das Unterholz, als plötzlich Schüsse und Stimmengewirr durch den friedlichen Nachmittag brechen. Wenig später stößt Abie auf einen Mann, der auf dem Waldboden liegt und in den Himmel starrt. Er blutet aus einer Wunde am Kopf und lässt ansonsten sämtliche Vitalzeichen vermissen. Offenbar ist dieser Mann tot. Abie beschließt, sich lieber auf den Heimweg zu machen.

… mehr erfahren