Volker Kutscher – Der nasse Fisch

Es war schwierig, mit mir und diesem Roman. Zu Anfang. Na sagen wir mal in den ersten zwei Dritteln. Was bei rund 540 Seiten gar nicht so wenig ist. Das letzt Drittel dann fand ich gelungen. »Der nasse Fisch« von Volker Kutscher und ich hatten also summa summarum sehr ambivalente Lesemomente miteinander.

Ambivalent ist auf seine Art auch Gereon Rath, Protagonist dieser Reihe, die im Berlin der späten Zwanziger und frühen Dreißiger Jahre angesiedelt ist und aktuell sechs Bände umfasst. In diesem ersten findet man sich im Jahr 1929 wieder. Berlin ist eine laute und volle Metropole. Die Ringvereine haben die Stadt im Untergrund im Griff, die politischen Organisationen die Straßen und dazwischen huscht die Preußische Polizei hin und her und weiß nicht so recht, wo sie ansetzen soll und will.

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Berlin Beat | Volker Heise – Außer Kontrolle

Was für ein Roman! Für mich war er eine ganz besondere Freude aufgrund seiner Individualität, denn wie oft bin ich beim Lesen auf der Suche nach einem neuen Klang, einem anderen Rhythmus, bitte mehr als nur der übliche Satzbau, mehr als nur Wort auf Wort.

Das habe ich hier gefunden. »Außer Kontrolle« holt mich ab mit seinem Stil, mit seinem Gefühl für den eigenen Beat aus Worten und Bildern. Sein Autor Volker Heise beweist sich dabei auch als vielmehr als ein bloßer, guter Erzähler. Man erkennt den geübten Beobachter und erlebt einen grandiosen Beschreiber.

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David Gray – Sarajevo Disco

Tja, ihr wisst ja, wie das ist. Eine Hand wäscht die andere. Und beide bleiben dreckig. Manus manum lavat. In David Grays jüngster Veröffentlichung »Sarajevo Disco« gibt es reichlich dreckige Hände. Außerdem dreckige Drogen und dreckige Sprüche. Das alles gerät zu einer coolen Mischung, die schon auch ein bisschen auf die Schnauze haut und einen Polizei-Thriller auf dem Hamburger Kiez inszeniert, der sich mit Drogenhandel, Organisierter Kriminalität und dem Machtgefüge im Öffentlichen Verwaltungsapparat beschäftigt.

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Kerstin Ehmer – Der weiße Affe

Ganz im Ernst, solange es noch Menschen gibt, die solche Romane schreiben und Verlage, die sie verlegen, ist meine kleine Welt einfach mal kurz in Ordnung.

»Der weiße Affe« von Kerstin Ehmer erzählt einen Kriminalfall vor der Kulisse Berlins in den 1920er Jahren. Und das auf eine Art, die thematisch und sprachlich so reich und ansehnlich gerät, dass der Roman zu einer Perle in diesem Krimijahr wird.

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Ellen Dunne – Harte Landung

Mit »Harte Landung« ist Anfang August der neueste Roman der Autorin Ellen Dunne erschienen. Nach »Wie du mir« und »Für immer mein«, beide im Eire-Verlag veröffentlicht, startet jetzt beim Insel-Verlag die Reihe um die deutsch-irische Kriminalkommissarin Patsy Logan.

Ermittlungstechnisch ein klassischer Kriminalroman, entwickelt »Harte Landung« durch das stilsichere Erzählen der Autorin und die ausgeprägte Charakterzeichnung der Protagonistin Patsy Logan schnell ein eigenes Naturell. Dazu kommt noch die Paarung vom Hauptschauplatz München mit der irischen Hauptstadt Dublin als Kulisse. Das verleiht dem Krimi eine zusätzliche Stimmung, eine spannende Dynamik.

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Robert Berg – Pech für den Puppenspieler

In Robert Bergs Kriminalroman »Pech für den Puppenspieler« gerät das Leben des Barkeepers Edmund Petersen in eine Schieflage. Vom Typ sowieso nicht der große Karriereyuppie, hat Ed sein Soziologie-Studium gemeinsam mit seinem Elan, seinen Träumen und Hoffnungen schon lange ad acta gelegt, und jobbt mit Anfang 40 immer noch in seinem alten Nebenjob in einer Bar in Berlin-Schöneberg.

Schöneberg ist auch seine Heimat, aufgewachsen zwischen der ehemaligen Wildnis am Gleisdreieck und dem Kleistpark, zwischen Bayrischem Platz und Yorckstraße, hat Ed im Schöneberger Kiez seine Wurzeln und seine Freunde.

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