Martin Keune – Black Bottom

Noch ganz überrascht schaue ich gerade immer wieder auf »Black Bottom», der hier neben mir liegt. Überrascht nicht aus einer Überheblichkeit heraus, weil ich es dem Roman nicht zugetraut hätte gut zu sein, sondern weil ich die Facette so mag, die er ins Spiel bringt.

Seinen etwas raueren, nackteren Stil, ein eigentlich sehr cleaner und geradliniger Kriminalroman, der dicht dran bleibt an seinen Themen und der sich bei seinem Zeitsprung ins Jahr 1930 nicht in Nostalgie verliert.

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Miss Marples Krimitipp im August 20.18

In ihrer Gast-Kolumne »Miss Marples Krimitipps« schreibt die Berliner Buchhändlerin Cornelia Hüppe einmal im Monat ihre aktuellen Krimi-Empfehlungen nieder, erzählt, welche Autoren sie begeistert, welche Geschichten sie fasziniert haben.

In der heutigen Ausgabe ein Kriminalroman aus Berlin: »Unkraut« von Sebastian Kretz.

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Martin von Arndt – Tage der Nemesis

Berlin in den frühen 1920er Jahren. Der morphiumabhängige Kriminaloberkommissar Dr. Andreas Eckart dröselt in seinem aktuellen Mordfall an mehreren Fäden herum, an denen nach Meinung einiger möglichst wenig herumgezwirbelt werden sollte. Ein türkischer Obsthändler wurde quasi vor seiner Haustür in Charlottenburg exekutiert. Augenzeugen haben den Täter dingfest gemacht. Die Leiche wurde auf Befehl des Auswärtigen Amtes rasch weg von der Straße und hinein in die Wohnung der Witwe transportiert. Und Kommissar Eckart stellt mit seinem Assistenten erstmal den Tathergang nach. Was ein Auftakt.

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Volker Kutscher – Der nasse Fisch

Es war schwierig, mit mir und diesem Roman. Zu Anfang. Na sagen wir mal in den ersten zwei Dritteln. Was bei rund 540 Seiten gar nicht so wenig ist. Das letzt Drittel dann fand ich gelungen. »Der nasse Fisch« von Volker Kutscher und ich hatten also summa summarum sehr ambivalente Lesemomente miteinander.

Ambivalent ist auf seine Art auch Gereon Rath, Protagonist dieser Reihe, die im Berlin der späten Zwanziger und frühen Dreißiger Jahre angesiedelt ist und aktuell sechs Bände umfasst. In diesem ersten findet man sich im Jahr 1929 wieder. Berlin ist eine laute und volle Metropole. Die Ringvereine haben die Stadt im Untergrund im Griff, die politischen Organisationen die Straßen und dazwischen huscht die Preußische Polizei hin und her und weiß nicht so recht, wo sie ansetzen soll und will.

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Berlin Beat | Volker Heise – Außer Kontrolle

Was für ein Roman! Für mich war er eine ganz besondere Freude aufgrund seiner Individualität, denn wie oft bin ich beim Lesen auf der Suche nach einem neuen Klang, einem anderen Rhythmus, bitte mehr als nur der übliche Satzbau, mehr als nur Wort auf Wort.

Das habe ich hier gefunden. »Außer Kontrolle« holt mich ab mit seinem Stil, mit seinem Gefühl für den eigenen Beat aus Worten und Bildern. Sein Autor Volker Heise beweist sich dabei auch als vielmehr als ein bloßer, guter Erzähler. Man erkennt den geübten Beobachter und erlebt einen grandiosen Beschreiber.

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