4 Krimitipps zum Indiebookday 2018

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Am Samstag ist wieder Indiebookday, der Tag der unabhängigen Verlage! Wie jedes Jahr nehme ich diesen literaturbezogenen Zelebrationstag zum Anlass, hier Kriminalliteratur aus unabhängigen Verlagen zu empfehlen.

Denn der Indiebookday ist mit einer schönen Aktion verknüpft: Man gehe am Samstag in eine Buchhandlung seiner Wahl und kaufe dort ein Buch aus einem unabhängigen Verlag! Anschließend poste man ein Bild von seinem Kauf in den sozialen Netzwerken und versehe es mit dem Hashtag #indiebookday. So sammeln sich an diesem Tag zahlreiche Beiträge, Buchentdeckungen und Literaturtipps im Netz und wir alle rücken den Fokus mal wieder auf die kleinen und abhängigen Verlage.

Was ist so toll an unabhängigen Verlagen? Sie füllen Nischen! Bedienen besondere Ansprüche, entdecken für uns Perlen und Besonderheiten und machen Literatur für alle, die mehr als das Übliche wollen. Sie machen die Verlagslandschaft bunt und vielfältig, sind oftmals extrem knapp bei Kasse, nur um wirklich tolle Bücher auf den Markt zu bringen, die dann dafür sorgen, dass ich nicht den x-ten durchlauferhitzten Roman nach Schema Funktioniert-ganz-gut lesen muss. Aus Kassengift werden hier Überlebenselixiere.

Das soll und darf und muss man jeden Tag feiern, aber wir Menschen haben es ja so mit festen Feierlichkeiten, und in diesem Fall ist das ein verdammt guter Anlass.

Alle weiteren Infos zum Indiebookday findet ihr hier auf der offiziellen Seite der Aktion und im Netz unter #indiebookday. Auf der Seite vom Hotlistblog gibt es übrigens eine tolle Übersicht unabhängiger Verlage.


Und jetzt kurz und knapp vier kriminalliterarische Empfehlungen zum Indiebookday!

 

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| Pendragon Verlag |

Kerstin Ehmer – Der weiße Affe

Ein Kriminalroman im Berlin der 1920er Jahre, mit ganz viel Authentizität, mit ganz viel Sprachvermögen und Sprachvolumen, mit ganz vielen interessanten Themen und mit ganz viel Berliner Seele. Einer meiner Favoriten im Buchjahr 2017 und deshalb unbedingt heute eine Empfehlung zum Indiebookday.

Eine ausführliche Besprechung gibt es hier.

 

 

 

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| Edition Nautilus |

Jérôme Leroy – Der Block

Wer es gerne unbequem politisch verträgt, sollte sich mit »Der Block« auseinandersetzen. Der französische Autor beschreibt, in einem sehr herausragenden Erzählformat, Akteure des rechtsextremen Patriotischen Blocks in Frankreich kurz vor ihrem Regierungseintritt. Unglaublich starker politischer Roman, der mich zum Thema Rechtsruck bisher am nachhaltigsten beeindruckte.

Eine ausführliche Besprechung gibt es hier.

 

 

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| Polar Verlag |

Estelle Surbranche – So kam die Nacht

Noch einmal Frankreich. Ein Thriller, der brutal ist, der sehr gelungen ist, der sich wirklich intensiv mit seinen Figuren beschäftigt, mit ihrem Verhalten, ihrer Persönlichkeit. Es geht um Drogen, um eine Auftragskillerin, um Pariser Studenten, um eine Polizistin, es geht ums Töten und ums Überleben, um den Verlust von Menschlichkeit und dem Bewahren desselben.

Eine ausführliche Besprechung gibt es hier.

 

 

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| Ariadne/Argument |

Anne Goldmann – Lichtschacht

Ein Roman, wie ich mir einen guten Psychothriller vorstelle, auch wenn dieser Begriff in den vergangenen Jahren in der öffentlichen Wahrnehmung arg gelitten hat. »Lichtschacht« muss das nicht stören, es ist eine großartig komponierte Geschichte um Angst und Einsamkeit und Vertrauen. Die junge Lina zwischen Großstadtmelancholie und Wiener Schmäh, ein sehr sehr schöner Erzählstil, eine Romanempfehlung zum Indiebookday.

Eine ausführliche Besprechung gibt es hier.

 

 

 

 

6 Kommentare zu “4 Krimitipps zum Indiebookday 2018

  • 22. März 2018 at 19:41
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    Mit dem Tipp zu Jérôme Leroys “Der Block” kannst du meine Liste im Kopf schon kippen. Um dieses Buch schleiche ich schon eine Weile herum. Das gehört aktuell zu denen, für die ich das Japanspecial glatt unterbrechen würde.

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    • 22. März 2018 at 20:08
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      Hallo Bettina und danke fürs Feedback! 🙂 Ja, ein wirklich nachhallender Roman, auch weil es ihm gelingt, nicht zu belehren, sondern zu entlarven, das ist ja oft ein Drahtseilakt. Ich kann ihn dir in jedem Fall nachdrücklich ans Herz legen, ich bin mir sicher, dass du ihn lesenswert finden wirst. Und es ist vermutlich ein extremer Kontrast mitten im Japanscpecial, wobei das nur ein diffuses Bauchgefühl von mir ist.

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  • 22. März 2018 at 20:46
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    Danke für die Tipps!
    Werd wohl “Lichtschacht” mal näher in Augenschein nehmen :3

    Btw, da ich die letzten Jahre sehr oft den Tag verpeilt hab, setz ich mich morgen auch mal an so einen Lesetipp-Beitrag. Bin gespannt, was ich dieses Jahr im Buchladen entdecke. Diesmal “muss” ich mich mit den beiden lokalen zufrieden geben, aber selbst die werden sicher was haben 😀

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    • 23. März 2018 at 20:24
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      “Lichtschacht” war wirklich cool, ich muss dringend noch mehr von Anne Goldmann lesen. 🙂

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  • 23. März 2018 at 9:06
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    Ich werde wohl morgen keine Zeit haben, in der Buchhandlung vorbeizuschauen. Sehr schade…. aber vielleicht krieg ich ja auch einen Lesetipp hin. Das wäre doch zumindest machbar, denke ich.
    Deine Auswahl ist sehr toll, im Übrigen. Lichtschacht und Der weiße Affe kann ich natürlich auch nur empfehlen. Die beiden anderen kenne ich noch nicht – aber natürlich beherberge ich sie schon. 🙂

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    • 23. März 2018 at 20:35
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      Ich habe auch schon heute meiner Miss Marple einen Besuch abgestattet, weil ich es Samstag nicht schaffe. Aber ich denke, das ist ok, und dem unabhängigen Verlag ist es wurscht, ob das Buch oder die Bücher am Donnerstag oder am Montag gekauft wird. 😉 In meinem Fall (und in deinem vermutlich auch) ist es ja sowieso eine Gewohnheit, Indie-Titel zu kaufen. Am Indiebookday kann man durch die Aktion halt die Sichtbarkeit etwas bündeln, aber ich habe meine zwei Titel fürs Foto morgen eben auch schon heut besorgt. Und wenn Du noch einen Lesetipp hast, ist das doch ebenso ein toller Beitrag! 😀

      Danke! Ich bin auch sehr sicher, dass dir die anderen zwei Titeln auch gefallen werden. Und was man hat, hat man! 😉

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