Unnützes Wissen für Krimileser: Folge 1 – Kolumbien

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Der geneigte Krimileser eignet sich während seines Leserlebens eine Menge (Halb-)Wissen an. Welches Kaliber hat die höchste Durchschlagkraft, welche Schusswaffe neigt zu Ladehemmungen, wie war das mit den Schmauchspuren am Pulloverärmel, der Messung der Glaskörperflüssigkeit und was hat eine Made mit dem Todeszeitpunkt einer Leiche zu tun?

Alles unglaublich spannend, aber im Alltag sind diese Erkenntnisse für die meisten von uns, so hoffe ich, nur bedingt anwendbar. Auch für den Small Talk bei Familiengeburtstagen sind diese Themen selten ein Bringer. Wenn man nicht gerade einer Einladung bei den Sopranos folgt und selbst dort, njaaaa, ich glaube, das kommt nicht so gut.

Also machen wir etwas anderes. Ich habe beim Lesen oft nicht nur eine Reihe kriminell veranlagter Aha-Momente, sondern bleibe auch regelmäßig an ganz alltäglichen Dingen in Romanen hängen und denke mir: „Ach wie schön, guck an, musste mal googlen.“ Und da interessieren mich weniger die Dinge, die man zur Allgemeinbildung zählen würde, sondern wirklich völlig unnützer Kram, dessen maximaler Nutzen darin besteht, anderen Leuten unnützen Kram erzählen zu können.

Was ich neulich unbedingt wissen wollte

Als ich Ende Oktober „Die Scherenfrau“ von Jorge Franco las und noch unter dem Post-Narcos-Syndrom litt, wurde ich von der dringlichen Frage getrieben, wie weit Medellín eigentlich von Bogotá entfernt ist, wie viele Kolumbianische Pesos ich für einen Euro bekommen würde und ob die Mehrzahl von Peso wirklich Pesos oder nicht doch Peseten ist. Tja. Und ab dafür!

 

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© Zerophoto / Fotolia

 

Unnützes Wissen für kolumbianische Kriminallektüre

1. Die kolumbianische Metropole Medellín (2,4 Mio. Einwohner) ist ca. 420 km (Luftlinie nur rund 250 km) von der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá entfernt. Das entspricht in etwa der Entfernung von Berlin nach Nürnberg. Oder von Hamburg nach Köln. Oder von Stuttgart nach Paderborn.

2. Aktuell bekommt man für 1 EUR genau 3.349,60 COP, so die Abkürzung für die kolumbianischen Pesos. Das bedeutet, um in Kolumbien Millionär zu sein, braucht es gerade einmal 298,54 EUR (was ein ebenso törichtes wie ungerechtes Rechenbeispiel ist, aber gönnen wir uns den Spaß) und um Milliardär zu sein dann rund 298.543 EUR, was nicht bedeutet, dass der Drogenkartellführer Pablo Escobar ja eigentlich gar nicht so wahnsinnig reich war, denn sein Milliardenvermögen schätze sich in US-Dollar.

3. Die Mehrzahl von Peso lautet Pesos! Wobei es auch »Peseten« gibt, was aber die Mehrzahl von »Peseta« beschreibt, der früheren Währung von Spanien.

 

So weit, so gut, oder? Wissen, das man mit ziemlicher Sicherheit nie brauchen wird, mit dem wir dann aber auf jeder Party peinliche Momente mit »Übrigens, neulich habe ich gelesen, dass …« wahlweise retten oder herbeiführen können. Oder auch einfach nicht, Klugscheißer mag schließlich keiner und schweigen kann manchmal auch schön sein.

In diesem Sinne: Ich bin gespannt, ob diese neue, nicht ganz ernst gemeinte und zur reinen Unterhaltung gedachte Beitragsreihe auf euer Wohlwollen trifft. Wenn nicht, sagt Bescheid, sonst versuche ich, einen Verlag für die Idee zu finden! 😉

 

 


Quellenangaben:

luftlinie.org , währungsrechner.com, duden.de, spiegel.de

 

11 Kommentare zu “Unnützes Wissen für Krimileser: Folge 1 – Kolumbien

  • 16. Dezember 2016 at 18:45
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    Auf jeden Fall eine witzige Idee- mich würde mehr unnützes Wissen interessieren 😊

    LG

    Tina

    Reply
    • 16. Dezember 2016 at 19:14
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      Da freu ich mich, Tina, danke fürs Feedback! Ich hätte auch schon was fürs nächste Mal. 😉

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  • 16. Dezember 2016 at 21:06
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    Eine super neue Reihe, Philly. Gefällt mir sehr gut. Ich würde das Wissen ja auch gleich Weihnachten unterm Baum weitertratschen, aber ich kann mir so was ja nur schlecht merken. Aber ich denke, den Pesos, Peseten, Pesoten, Pesetas, Pesidings Zusammenhang wird im Kopf bleiben. Das ist ja auch mal was. Reicht sicher, um beim Jauch 500€ zu gewinnen.

    Bin gespannt auf das nächste Land 🙂

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    • 17. Dezember 2016 at 15:50
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      Ja, das Problem habe ich auch. Ich merk mir das fast nie und kann dann höchstens sagen, dass ich mal gelesen habe, dass da was ist, aber was, kann ich dann meist nicht mehr rekonstruieren. 😀 Aber man muss ja nur auch wissen, wo es steht. Heute kann man sowieso fast alle Diskussionen auf Partys, Familienfeiern und Firmenjubiläen sofort im Keim ersticken, indem man einfach sein Handy herausholt, nachschaut und die Fakten auf den Tisch haut. Wobei auch das ja eine sehr ambivalente Sache ist… 😉

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  • 16. Dezember 2016 at 21:10
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    Unnützes Wissen ist in der Regel lustig und ich finde es eine witzige Idee, dass du es hier auf diese Weise umsetzt! Ich gebe dir Recht, man eignet sich eine ganze Menge unnützes Wissen an, mit dem man hoffentlich nie etwas anfangen muss… manchmal habe ich den Eindruck, ich würde selbst schon einen halbwegs guten Ermittler oder eben den Gegenpart abgeben.

    Lustig ist es, wenn man als Einzige in der Familie solche Bücher liest, aber gemeinsam mit den Eltern Krimi-Serien guckt und dann mitten drin semi-professionelle Kommentare zu Tathergang, Mordwaffe oder Motiv abgibt und es am Ende dann tatsächlich stimmt. Die Blicke, die mir meine Eltern da mal zugeworfen haben, gingen schon arg in die Richtung von „Warum weiß sie sowas?“ xD xD

    Wie dir mit Kolumbien, ging es mir mal mit Namibia. Zwar gab es im Buch eine Karte, die die Geschichte unterlegt hat, aber ich musste doch noch das eine oder andere nachschauen und hatte danach richtig Lust in das Land zu reisen, obwohl ich gelesen hatte, dass es eins der gefährlichsten Länder wäre. O.o Dann vielleicht lieber doch nicht?

    Liebe Grüße und einen schönen 4. Advent,
    Sandra

    Reply
    • 17. Dezember 2016 at 15:52
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      Haha, ja, die semiprofessionellen Kommentare, das kenne ich sehr gut!!! Muss ich mir auch immer verkneifen. Klappt meist nicht, zugegeben … 😀

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  • 17. Dezember 2016 at 11:14
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    Hallo Philly,

    das ist ja wieder eine geniale Idee von dir. 😀 Grad wir Vielleser eigenen sich doch sehr viel (unnützes) Wissen an und da sieht man mal, dass es vielleicht gar nicht so unnütz ist. Sollte ich mal in Kolumbien sein, dann mache ich zumindest nicht den Fehler, mir Peseten herausgeben zu lassen.

    Übrigens, dank meiner geliebte Siguradardóttir-Krimis werde ich nach und nach zur Island-Expertin. Wusstest du, dass sich aufgrund des minimalen Genpools auf der Insel, viele Krankheiten gebildet haben, die es nur auf Island gibt? 😉

    Schönes Adventswochenende!

    Liebe Grüße,
    Nicole

    Reply
    • 17. Dezember 2016 at 15:54
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      Dankeschön! 😀 Vielleicht musst du im nächsten Jahr dann mal eine Gastausgabe übernehmen und dein isländisches Know-How an die Leser bringen! 😉

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  • Pingback: Neu entdeckt #3 | Fluchtpunkt Lesen

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