Verlagsschau im Dezember

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Jeden Monat erscheinen reihenweise neue, interessante Bücher. Für die Verlagsschau sichte ich grob die Novitäten und stelle eine Auswahl an Titeln zusammen, die mir persönlich, nach meinen unerhört subjektiven Maßstäben, beim Durchblättern der Verlagsprogramme aufgefallen sind. Und ich erzähle kurz, warum. Los geht es, hier ist meine Auswahl für den Monat Dezember!

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© Suhrkamp Verlag

Adrian McKinty – Gun Street Girl

Klappentext: Belfast, 1985. Waffenschmuggel an den Grenzen, Aufstände in den Städten, üble Popsongs im Radio. Und mittendrin Detective Inspector Sean Duffy, der sich als katholischer Bulle in der protestantischen Royal Ulster Constabulary durchschlagen muss. Das wohlhabende Ehepaar Kelly wird brutal ermordet, und kurz darauf entdeckt man die Leiche ihres Sohnes Michael. In einem Abschiedsbrief gesteht er die Tat. Aber irgendetwas scheint an der Sache faul zu sein, und schon bald gibt es weitere Opfer. Duffy muss ins wenig geliebte englische Nachbarland reisen und in den elitären Kreisen von Oxford ermitteln. Stets an seiner Seite: die MI5-Agentin Kate – wertvolle Informantin und geheime Schwachstelle des katholischen Bullen. Und während sie ihm ein verlockendes Angebot macht, das sein ganzes Leben verändern könnte, gerät Duffy immer tiefer hinein in einen Fall, der ihm mächtige Gegner beschert. Zu mächtig vielleicht …

erscheint am 12.12.2016 bei Suhrkamp | EUR 9,99

Mein Kommentar: Die Reihe mit Detective Sean Duffy geht hier in die vierte Runde. Der Roman erschien bereits im Herbst letzten Jahres als Broschur, nun folgt die Taschenbuchausgabe, die ich mir dringlichst zulegen möchte. Und schon im Februar geht es dann mit Band Nummer fünf unter dem Titel »Rain Dogs« weiter. Die lässig erzählten und leicht-harten Kriminalfälle haben vor der Kulisse des Nordirland-Konfliktes in den 80er-Jahren eine ganz eigenen Ton, der immer wieder wirkt.

 

 

 

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© dtv Verlag

John Williams – Butcher’s Crossing

Klappentext: Ein überwältigender Roman über die Zerbrechlichkeit von Menschlichkeit und Würde. Es ist um 1870, als Will Andrews der Aussicht auf eine glänzende Karriere und Harvard den Rücken kehrt. Beflügelt von der Naturauffassung Ralph W. Emersons, sucht er im Westen nach einer »ursprünglichen Beziehung zur Natur«. In Butcher’s Crossing, einem kleinen entlegenen Städtchen in Kansas, wimmelt es von rastlosen Männern, die das Abenteuer suchen und schnell verdientes Geld ebenso schnell wieder vergeuden. Einer von ihnen lockt Andrews mit Geschichten von riesigen Büffelherden, die, versteckt in einem entlegenen Tal tief in den Colorado Rockies, nur eingefangen werden müssten: Andrews schließt sich einer Expedition an, mit dem Ziel, die Tiere aufzuspüren. Die Reise ist aufreibend und strapaziös, aber am Ende erreichen die Männer einen Ort von paradiesischer Schönheit. Doch statt von Ehrfurcht werden sie von Gier ergriffen – und entfesseln eine Tragödie. Ein Roman darüber, wie man im Leben verliert und was man dadurch gewinnen kann.

erscheint am 09.12.2016 bei dtv | EUR 10,90

Mein Kommentar: Auch dieser Roman ist bereits im letzten Jahr in gebundener Form erschienen. Und eigentlich ist er noch viel länger auf dem Markt, im Jahre 1960 erschien »Butcher’s Crossing« im Original. Erst seit Ende der 90er Jahre gilt der us-amerikanische Schriftsteller als eine der Ikonen der klassischen Moderne und hat damit wie viele erst nach seinem Tod Weltruhm erlangt. John Williams starb 1994. Dieser Roman rührt bei mir ein wenig an dem Interesse an Country- und Western-Flair, weniger der Wilde Westen als viel mehr der Weite Westen. Zudem wird Williams als großartiger Erzähler gehandelt, darauf freue ich mich!

 

 

Weitere interessante Neuerscheinungen:

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Von Michael Connelly erscheint im Rahmen seiner legendären Harry-Bosch-Reihe der nunmehr 19. Band mit dem Detetctive aus Los Angeles. »Scharfschuss« ist ab den 01.12.2016 als Hardcover erhältlich. Und ich habe es nie geschafft, die Thriller in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen, was sicher auch daran liegt, dass der erste Band bereits 1992 (in deutscher Übersetzung 1994) veröffentlich wurde. Inzwischen sind die älteren Ausgaben »nur« noch als eBooks, etliche aber auch noch in gedruckter Form erhältlich. Und ich hätte große Laune, hier nochmal komplett einzusteigen.

Von dem französischen Autor Laurent Binet (»HHhH«) erscheint am 16.12.2016 ein neuer Roman, »Die siebte Sprachfunktion«. In dem relativ verworrenen Klappentext auf der Verlagsseite tauchen Sprachwissenschaftler, französische Kommissare, der bulgarische Geheimsdienst, vergiftete Regenschirmspitzen, Nach-Achtundsechziger, ein Manuskript, zwei Japaner, Umberto Eco und Politiker auf. Ich finde ja, dass das alles höchst interessant klingt.

Und dann gibt es bereits den Nachfolger zum im Dezember letzten Jahres erschienenen Südafrika-Thriller »Die Unschuld stirbt, das Böse lebt«, der da heißt »Die Straße ins Dunkel«. Autor Paul Mendelson lässt erneut Colonel Vaughn de Vries ermitteln, ich persönlich fand den ersten Band seinerzeit stilistisch so unangenehm, dass ich das Buch abgebrochen habe. Davon sollten sich Interessierte aber nicht irritieren lassen, das Buch hatte es immerhin auf die KrimiZEIT-Bestenliste geschafft …

 

Außerdem neu als Taschenbuch:

verlagsschau wortgestalt buchblog tb novi klett-cotta goldmann aufbau piperBei den ersten drei Titeln hier handelt es sich um Taschenbuchveröffentlichungen bereits erschienener Hardcover-Ausgaben, die Vierte im Bunde ist eine Taschenbuch-Originalausgabe:

Der von Miss Marple viel gelobte Autor Philip Kerr liegt mit seinem Thriller »Der Wintertransfer« ab den 10.12.2016 nun auch als Taschenbuch vor und könnte für fußballinteressierte Thriller-Fans das richtige Geschenk zum Weihnachtsfest sein.

Von Colin Cotterill gibt es ab den 19.12.2016 die Taschenbuch-Version von »Dr. Siri und der explodierende Drache«. Es ist der achte Band der Reihe um den nicht mehr ganz so jungen, laotischen Pathologen.

Ins Jahr 1963 geht es in Stuart Nevilles »Der vierte Mann». Irland, Geheimagenten, Kollaborateure und eine schöne, zwielichtige Frau gibt es ab den 05.12.2016 im Taschenbuchformat.

Und der Hamburger Bestatter Theo Matthies bekommt seinen vierten Auftritt, in »Das Mädchen im Fleet« lässt ihn Autorin Christiane Fux wieder ermitteln. Lesen kann man das ab den 01.12.2016.

 


 

Das also sind die Titel, die mir unter den Neuerscheinungen im Dezember aufgefallen sind. Adrian McKinty und John Williams landen dabei direkt auf der Liste für den nächsten Besuch im Buchladen, aber auch Laurent Binet behalte ich mal im Auge. Dazu hat sich bei mir, während ich diesen Beitrag hier geschrieben habe, die Idee zu einem Vorhaben gefestigt, mir die Harry-Bosch-Reihe doch mal in seiner Gesamtheit vorzunehmen. So.

Paul Mendelson habe ich für mich erstmal abgehakt, Philip Kerr wird bei mir demnächst mit seiner Reihe um den Privatdetektiv Bernie Gunther gelesen, von Colin Cotterill steht schon seit gefühlten Ewigkeiten der erste Dr.-Siri-Roman im Regal und ganz ähnlich verhält es sich mit Stuart Neville und Christiane Fux.

Jetzt muss nur noch Zeit her. Und ich dachte, es gäbe im Dezember nur zwei Neuerscheinungen, die mich interessieren. Ha!

Wie sieht es bei euch aus, welche Neuerscheinungen erwartet ihr?

7 Kommentare zu “Verlagsschau im Dezember

  • 1. Dezember 2016 at 17:53
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    Dr. Siri finde ich wirklich immer sehr amüsant, aber auch hier muss ich sagen, dass der Reiz der Serie irgendwann verloren geht. Das Außergewöhnliche an der Serie ist eben im 6.,7.,8. usw. einfach nichts mehr Neues. Ein wenig schade – aber gefallen hat es mir schon. Ist eben ein wenig beschaulicher, aber durch den Schauplatz und Dr. Siri eine wirklich schöne Serie.
    Der 1. Paul Mendelsohn steht immer noch ungelesen in meinem Regal… *räusper*….
    Ach, und Connelly wollte ich auch mal anfangen – aber da schreckt mich schon die schiere Masse ab… ich werde ja jetzt erst mal bei Kutscher reinschauen… (und natürlich Plätzchen futtern!)

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    • 1. Dezember 2016 at 20:40
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      Bin mal gespannt mit Dr. Siri, beschaulich und außergewöhnlich mag ich gern, aber ich kann mir gut vorstellen, dass sich, wie du sagst, der Reiz mit der Zeit verliert.

      Kutscher steht bei mir auch noch Band 1 hier, aaaaahhh, die Zeit!!!!

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  • 1. Dezember 2016 at 19:28
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    Mc Kinty 😀 Der wird wohl zu meinen letzten Pflichtkäufen für dieses Jahr gehören 😛

    War immer der festen Meinung ich hätte Michael Connelly schon mal gelesen, aber irgendwie macht es bei keinem Buch *klick* glaub ich verwechsel ihn einfach …mh. Wer aber wohl erstmal die Vorlage für “Der Mandant” ins Auge fassen und mal in seinen Stil reinschnuppern 🙂

    @weniger Auswahl
    Ach du, wir werden einfach langsam erwachsen XD

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    • 1. Dezember 2016 at 20:44
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      Tihi, wenn noch einer muss, dann der McKinty! 😉

      So ähnlich geht es mir mit Connelly auch, hab mindestens zwei Bücher der Reihe gelesen, meine ich. Muss noch zu Bibliothekszeiten gewesen sein, aber ich habe keine Idee, welche Bände das gewesen sein könnten. Vielleicht macht es irgendwann ja mal bei einem klick. Aber den ersten Band kenne ich zum Beispiel defintiv nicht und die neueren der letzten 10 Jahre auch nicht. Das grenzt es schon mal ein wenig ein. 😀

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      • 1. Dezember 2016 at 20:45
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        Achso, und PS, “Der Mandant” habe ich auch (ungelesen) hier, bei der Bosch-Reihe reizt mich aber diese Hardboiled-Detective-Nummer mehr.

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        • 3. Dezember 2016 at 20:28
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          Wenn es soweit ist, schau ich mir seine Bücher mal genauer an. Wollt nur mit nem einzelnen Band starten und nicht mit ner Serie 😀

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          • 3. Dezember 2016 at 22:47
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            “Der Mandant” ist auch Auftakt einer Serie. Fies, ich weiß. 😉

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