Verlagsschau im März 20.17

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Jeden Monat erscheinen reihenweise interessante Bücher. Für die Verlagsschau sichte ich grob die Novitäten und stelle eine Auswahl an Titeln zusammen, die mir beim Durchblättern der Verlagsprogramme aufgefallen sind und vielversprechend erscheinen. Und ich erzähle kurz, warum. Los geht es, hier ist meine Auswahl für den Messemonat März und erwartungsgemäß gibt es viel spannenden Stoff!
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wallace stroby geld ist nicht genug pendragon verlag
© Pendragon
Wallace Stroby – Geld ist nicht genug

Klappentext: Sie liebt saubere Lösungen. Crissa hat das System des Bankraubs perfektioniert, aber ihre Partner verlieren die Nerven. Gangster, die sich gegenseitig umbringen – wie unprofessionell. Zum Glück wartet schon ein neuer Job: Ein verstorbener Mafiaboss soll die Millionen eines Raubs jahrelang versteckt haben. Leider ist Crissa nicht die Einzige, die es auf das Geld abgesehen hat. Sie gerät zwischen die Fronten und muss fliehen: Vor dem Gesetz und einer Mafia-Gang aus New York.

bereits erschienen bei Pendragon | 352 Seiten | EUR 17,00

Mein Kommentar: Der neue und gleichzeitig zweite Band der Crissa-Stone-Reihe ist einer der Titel, auf die ich mich in diesem Jahr besonders gefreut habe. Und so schön Vorfreude auch sein mag; dass er nun erschienen ist, ist das größere Vergnügen. Bei Wallace Stroby erwartet einen allerfeinste Hardboiled-Kost mit punktgenauer Sprache und einer Hauptfigur, die mich schon im ersten Band abgeholt hat. Seitdem warte ich quasi auf die nächste Mitfahrgelegenheit. Hier ist sie. Wuhu!

 

 

antonio ortuno madrid mexiko kunstmann verlag
© Kunstmann
Antonio Ortuño – Madrid, Mexiko

Klappentext: Madrid, 1923: Yago und sein Freund Benjamín verbringen ihre Nachmittage bei Ramón, einem alten Anarchisten. Weniger wegen der Politik, sondern mehr wegen María, Ramóns bildschöner Enkelin. Später, im Spanischen Bürgerkrieg, kämpfen sie, Yago bei den Anarchisten, Benjamín bei den Kommunisten. So werden sie Feinde, und als María sich für Yago entscheidet, Todfeinde. Beide fliehen, als die Lage für die Gegner Francos immer schwieriger wird.

Mexiko, 1997: Yagos Enkel, der neunzehnjährige Omar hat ein Verhältnis mit seiner Chefin Catalina. Sie ist wesentlich älter und eigentlich mit Mariachito, dem korrupten Boss der Eisenbahnergewerkschaft, liiert. Als dieser die beiden in flagranti erwischt, endet die Geschichte für Catalina und Mariachito tödlich, doch Omar kann entkommen. In der spannenden, episodenreichen Familiengeschichte der Almansas erzählt Ortuño mit klarer, präzise Sprache davon, was es heißt zu emigrieren, und von den historischen Dimensionen, die die Menschen zur Flucht drängen.

erscheint am 08.03.2017 bei Kunstmann | 224 Seiten | EUR 20,00

Mein Kommentar: Im Herbst 2015 hat mich Antonio Ortuno schon mit »Die Verbrannten« tief beeindruckt. Ein Roman, der sehr eindringlich und erbarmungslos die Situation zentralamerikanischer Flüchtlinge in Mexiko schildert. Von der Umsetzung der Thematik abgesehen, hatte es mir auch die Sprache des mexikanischen Autors angetan. Auch die Art, wie er seine Figuren zeichnete. Deshalb werde ich mir auch diesen Roman auf keinen Fall entgehen lassen. Ind ich möchte an dieser Stelle auch »Die Verbrannten« noch einmal ausdrücklich empfehlen. Ein schwieriger, unbequemer und harter Roman, der aber gerade heute und auch sonst zu jeder Zeit unbedingt gelesen gehört!

 

 

© Heyne Hardcore
Marlon James – Eine kurze Geschichte von sieben Morden

Klappentext: Jamaika, 1976: Sieben bewaffnete Männer dringen in das Haus des Reggae-Musikers Bob Marley ein und eröffnen das Feuer. Marleys Manager wirft sich schützend über ihn und erleidet dabei lebensgefährliche Verletzungen. Marleys Frau Rita wird ebenfalls schwer verwundet, er selbst bleibt mit leichteren Verletzungen an Armen und Brust zurück. Wer waren die Täter? Was waren ihre Motive? Ausgehend von dem Attentat und den Spekulationen, die sich darum ranken, entwirft Marlon James ein vielseitiges Stimmungsbild Jamaikas in den 70er und 80er Jahren voll Gewalt, politischer Willkür, Drogen und Intrigen, ausgestaltet bis ins kleinste Detail.

erscheint am 13.03.2017 bei Heyne Hardcore | 864 Seiten | EUR 27,99

Mein Kommentar: Eine für mich ganz neue Stimme ist der in Jamaika geborene Autor Marlon James. »Eine kurze Geschichte von sieben Morden« ist bereits sein dritter Roman. Marlons Debüt erschien 2009 unter dem Titel »Tod und Teufel in Gibbeah« in dem Kleinst-Verlag F. Stülten und ist der Aufmerksamkeit der breiten Masse entgangen. Dies soll sich nun mit dem gelben Riesen hier ändern. Ich bin bei der Thematik absolut im Boot. Politische Willkür, Drogen, Gewalt, ein Stimmungbild Jamaikas der 70er und 80er. Dazu preisen Pressestimmen von schwindelerregender Komplexität und schwarzem Humor. Der Verlag weiß, wie er Leser wie mich locken kann.

 

 

© Tropen bei Klett-Cotta

James Rayburn – Sie werden dich finden

Klappentext: Kate Swift musste zusammen mit ihrer Tochter untertauchen, nachdem ihr Mann von ihrem ehemaligen Chef bei der CIA ermordet wurde und Kate den Fall aufdeckte. Als die ehemalige Profikillerin einen Amoklauf verhindert, lenkt sie die Aufmerksamkeit wieder auf sich. Kate und ihre Tochter fliehen nach Thailand, wo sie auf die Hilfe eines früheren Mentors hoffen. Der jedoch entpuppt sich als eine versoffene Enttäuschung. Ein zufälliger Flugzeugabsturz könnte zum perfekten Täuschungsmanöver werden. Doch Kates Gegenspieler haben nur ein Ziel: Kate Swift erwischen – tot oder lebendig. Religiös motivierter Terrorismus, übermächtige Geheimdienste und globale Überwachung, Hochspannung garantiert!

erscheint am 11.03.2017 bei Tropen / Klett-Cotta | 400 Seiten | EUR 14,95

Mein Kommentar: James Rayburn ist ein weiteres Pseudonym des südafrikanischen Autors Roger Smith. Während er unter dem Namen Max Wilde Horror-Romane veröffentlicht, dient das Alias James Rayburn nun dem Spionage-Genre. Und da ich dafür eigentlich einiges übrig habe, solange es nicht in hanebüchene Verschwörungstheorien mit feuerwerksartiger Waffenschau ausartet und das Sternenbanner stolz im Hintergrund weht, muss und möchte ich hier reinlesen, auch wenn ich ein wenig skeptisch bin.

 

 

rex stout es klingelte an der tür klett-cotta
© Klett-Cotta

Rex Stout – Es klingelte an der Tür

Klappentext: Rex Stout war einer der erfolgreichsten amerikanischen Kriminalautoren des 20. Jahrhunderts. Seine literarische Schöpfung, der Privatdetektiv Nero Wolfe, zählt bis heute zu den berühmtesten Figuren des Genres. Zusammen mit seinem Assistenten Archie Goodwin hat der Ermittler mit einer Passion für Orchideenzucht und Gourmetküche weltweit Millionen Leser in den Bann gezogen. Die Neuübersetzung der Krimireihe bietet nun dem deutschen Leser erstmals die Möglichkeit, die Kriminalromane in ihrer vollständigen literarischen Qualität zu entdecken.

erscheint am 11.03.2017 bei Klett-Cotta | 247 Seiten | EUR 15,00

Mein Kommentar: Der berühmte Nero Wolfe ist in meiner Lesebiografie bisher leider noch gar nicht zu finden. Dafür bin ich einfach ein paar Jährchen zu jung, enstanden die Romane doch zwischen 1933 und 1975 und damit so weit vor meiner Zeit, dass mir im lesefähigen Alter bisher keine Ausgaben von ihm untergekommen sind. Dem Trend zur Neuauflage von Klassikern der Kriminalliteratur sei dank (Und diesen Trend mag ich nun ausnahmsweise mal wirklich!) wird der Privatdetektiv nun sowohl Neulesern zugänglich gemacht als auch in seiner bibliophilen Aufmachen im (ich nehme doch mal stark an sehr schicken) Leineneinband Sammlern eine Freude sein.


Soweit meine persönlichen Favoriten unter den Neuerscheinungen im März. Außerdem bin ich noch an diesen vier Novitäten hängengeblieben, die ganz interessant klingen und von denen Sophie Hénaff und Gary Victor auch auf meiner Leseliste stehen. Bei »Der Tod so kalt« bin ich noch unentschlossen und warte auf Feedback einiger anderer Buchmenschen, ebenso kann ich bei »Drei Meter unter Null« noch nicht einschätzen, ob oder ob nicht:

 

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»Drei Meter unter Null“ von Marina Heib erscheint am 06.03. bei Heyne Encore, eine Frau, die zur Mörderin wird, ein Rachemotiv, der Literaturspiegel wird mit »Psychologisch hübsch abgründiger Schauerroman.« zitiert, das Lektorat lobt die klare, schöne Sprache.

In aller Munde ist schon vor seinem Erscheinen »Der Tod so kalt« von Luca D’Andrea, ebenfalls ab 06.03. im Handel. Ein Mordfall in der Vergangenheit, unbequeme Fragen in der Gegenwart, Schauplatz ist Südtirol. Ein Thriller, der in Italien zum Bestseller wurde und dessen Übersetzungsrechte sich die Verlage von rund 35 Ländern nicht entgehen lassen wollten.

Carl’s Books kommt oft mit markanten Geschichten um die Ecke, daher blieb mein Blick auch an »Kommando Abstellgleis« von Sophie Hénaff hängen. Der französische Krimi soll laut Verlagstext originell, intelligent und zum Schießen komisch sein und erscheint am 20.03.

Eine Schande, dass bei mir immer noch der erste Band ungelesen im Regal steht, denn dieser Tage wird bereits der dritte veröffentlicht, »Suff und Sühne« von Gary Victor wird am 10.03. in den Handel gehen. Der haitianische Autor ist einer der populärsten seines Landes und seine Kriminalromane um Inspektor Dieuswalwe Azémar haben auch hier ausgesprochen positive Resonanz erfahren.

 

Soweit also von meiner Seite der Blick auf die Neuerscheinungen, ich bin wie immer neugierig, welche Titel ihr in diesem Monat erwartet. Bis dahin, immer schön Bücher lesen, ganz egal ob neu oder alt und eine gute Zeit!

9 Kommentare zu “Verlagsschau im März 20.17

  • 1. März 2017 at 20:01
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    Ich warte mal wieder sehnsüchtig auf das neue Buch von Ursula Poznanski um die Ermittler Beatrice Kaspary und Florin Wenninger. Am 10.03. ist es so weit und „Schatten“ erscheint. Whoohoo! *Konfetti* 😀

    Außerdem lese ich gerade als Rezensionsexemplar „The couple next door“ (es ist Deutsch) von Shari Lapena, das am 16. erscheint und das in den USA und England wohl ein Bestseller ist. Bisher kann ich nur sagen, dass es sich sehr leicht lesen lässt, aber ob es den Hype Wert ist, muss sich noch zeigen. In jüngster Vergangenheit konnte ich auf diese „OMG, ist das Buch toll“ – Züge selten aufspringen.

    „Drei Meter unter Null“ habe ich auch überlegt zu lesen, aber im Moment bin ich wieder zurück gewichen… Zu viele Bücher halt. 😛

    Liebe Grüße und einen schönen März,
    Sandra

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    • 1. März 2017 at 20:57
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      Hallo Sandra!

      Ah, die Reihe von Ursula Poznanski sagt mir ja auch noch etwas, hatte da Band 1 und 2 gelesen und fand die Fälle auch ganz interessant, da gab es immer so eine Art Grundthema, das hat mir gefallen. Inzwischen habe ich da den Faden verloren, aber du kannst mir unter der Hand ja mal in einer Mail verraten, was aus den beiden Ermittlern geworden ist. 😉

      „The Couple Next Door“ sagte mir gar nichts, habe gerade mal rasch gegoogelt, und hmmmm, meins wäre das wohl nicht, der Klappentext klingt so, als hätte ich die Geschichte schon mal gelesen. Erinnert an Nicci-French-Thriller. Die mochte ich früher gern, aber das müsste ich jetzt nicht noch einmal lesen. Bin dann gespannt auf deine Besprechung und mehr Details, vielleicht finde ich da ja meinen Eindruck wieder. 😀

      Und ja, definitiv, zu viele Bücher, viel zu wenig Zeit, es würde reichen, wenn im Monat nur halb so viele neue Titel dazu kämen, es wären immer noch zu viele!

      Liebe Grüße, und dir auch einen tollen Monat!

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  • 1. März 2017 at 22:59
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    Also, ich werde ja nicht müde, eine Lanze für Gary Victor zu brechen – unbedingt lesen. Ich hab „Suff und Sühne“ schon weggesogen und bin wieder höchst entzückt, was Victor doch auf weniger als 160 Seiten so alles kann. Hach…

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    • 2. März 2017 at 14:27
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      Ich habe mich gestern direkt ans Lesen gemacht, Captain! 😉 Und ja, es ist wirklich ein tolles Stück Literatur, es stand viel zu lange bei mir im Regal! Aber das Kreuz mit der Zeit, man würde ja am liebsten, aber ach… 😀

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  • 2. März 2017 at 12:40
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    „Kommando Abstellgleis“ das klingt ja ma interessant. Dann das Cover und Frankreich. Da muss ich mal die Augen & Ohren offen halten!

    Und Stroby … immer wenn ich den Namen les poppt die Memo „Les Mich!“ vor meinem inneren Auge auf … ich schaff das dieses Jahr noch! 😀

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    • 2. März 2017 at 14:29
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      @Kommando Abstellgleis: Oder? Das könnte etwas werden, ich bin doch recht neugierig!

      @Stroby: Au ja, unbedingt!! Vielleicht ja im April, wenn wir unseren Pendragon/Suhrkamp-Monat machen?!

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      • 3. März 2017 at 17:25
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        @Stroby
        Gerne! In der Hinsicht wächst meine virtuelle Einkaufsliste immer mehr XD

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  • 11. März 2017 at 16:01
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    Auf „Der Tod so kalt“ bin ich auch schon sehr gespannt, ich hoffe ich finde bald die Zeit, mal in das Buch hineinzulesen.

    „Drei Meter unter Null“ ist mir vor einigen Tagen positiv aufgefallen und erinnert mich ein wenig an die Totenfrau-Reihe von Bernhard Aichner, das Buch ist auf jeden Fall auch auf meiner Wunschliste!

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    • 13. März 2017 at 11:00
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      Hallo Sebastian!

      Du hast recht, ich habe beim Klappentext von „Drei Meter unter Null“ auch an Blum denken müssen, ich bin inzwischen auch wirklich genauso neugierig wie skeptisch und werde in das Buch sicher reinlesen. Ähnlich ergeht es mir mit „Der Tod so kalt“, da bin ich gespannt, was du sagst!

      Danke für deinen Kommentar!

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