Verlagsschau im Februar 20.19

Holla die Waldfee, im Februar erscheinen so viele und interessante neue Romane, man könnte glatt a bissl wahnsinnig werden. Ich habe wie immer für die Verlagsschau versucht ein paar Novitäten zusammenzustellen, die mir lohnenswert erscheinen.

Da es dieses Mal ganze 15 Titel geworden sind und ich da schon einiges, einiges, einiges weggelassen habe, weil herrje, wann soll man das denn alles lesen, ist auf jeden Fall so viel spannender Lesestoff dabei, dass auch die Monate abgedeckt sind, in denen nicht ganz so viele interessante Neuerscheinungen die Seele quälen und entzücken.

Wobei: Der März wird, zumindest aus meiner Sicht der Dinge und des Geschmacks, noch einmal kräftig, kräftig gut. Aber bleiben wir erstmal beim Februar und seinen Neuheiten. Und feiern bitte mal ganz kurz, was für coole, coole Autoren uns hier mit Fortsetzungen und neuen Solostücken beglücken. Ein neuer Roman von Gary Victor? Yay, verdammt! Eigentlich schon im Januar erschienen, aber von mir geschickt übersehen. Deshalb als Nachtrag hier im Februar dabei. Dann gibt es Neues von Wallace Stroby (Crissa is back!). Von Sara Gran (SARA GRAN!). Von James Sallis (James S-A-L-L-I-S!). Vom Polar Verlag steht Attica Locke bereit, bei Diogenes geht es mit der Kenzie-und-Gennaro-Reihe von Lehane weiter. Martin von Arndt legt einen dritten Eckart-Roman vor. Es ist halt schon ein bisschen schön und deshalb stellt euch mich mal wieder tanzend vor.

Und jetzt im Einzelnen ein paar Infos und warme Worte mehr zu den Februar-Novitäten. Und sorry, aber 15 Titel, der Beitrag wird echt lang.



© Litradukt

Gary Victor – Im Namen des Katers

Klappentext: Inspektor Dieuswalwe Azémar ermittelt in einer Mordserie, die ihm persönlich nahegeht: Alle Opfer waren wie er dem lokalen Zuckerrohrschnaps, dem kleren, zugetan und als Konsumenten von Katzenfleisch bekannt, das nach Meinung vieler kleren-Liebhaber besonders gut zu diesem Getränk passt. Als er die Ermittlungen auf Befehl seines Vorgesetzten unterbricht, um einen gewissen Georges zu suchen, den eine Dame aus höchsten Kreise als vermisst gemeldet hat, ahnt er nicht, in welches Wespennest er sticht. Je weitere Kreise der scheinbar skurrile Fall zieht, desto gefährlicher wird es für den Inspektor, den auch die Geister der eigenen Vergangenheit bedrängen. Im Kampf gegen Bandenkriminalität und okkulte Machenschaften kann Azémar sich auch auf seine engsten Mitarbeiter nicht mehr verlassen, doch es bleiben ihm seine Tochter Mireya, seine Beretta und die zwei W in seinem Vornahmen.

bereits erschienen am 24.01.2019 bei Litradukt | EUR 12,00

Mein Kommentar: Und fangen wir also direkt mit einem Nachtrag aus dem Januar an. Tatsächlich war die Freude hier so groß wie bei kaum einem anderen Titel in dieser Ausgabe der Verlagsschau. Denn der fabelhafte Gary Victor hat mit seinen Kriminalromanen um Inspektor Dieuswalwe Azémar völlig einmalige und extrem lesenswerte Geschichten erschaffen, in denen einem Haiti und seine Kultur auf eine Weise näher gebracht werden, die im Prinzip seinesgleichen sucht und die ich als wahre Schätze in meinem Regal betrachte. Ach was soll ich sagen, das sind einfach großartige Krimis!

 

 

© Pendragon Verlag

Wallace Stroby – Der Teufel will mehr

Klappentext: Seit einem Jahr hat die Berufsverbrecherin Crissa Stone keinen Job mehr angenommen, sorgfältig darauf bedacht, kein Aufsehen zu erregen. Als Crissa das Geld auszugehen droht, wird sie unruhig und lässt sich von einem reichen Kunstsammler als Diebin anheuern. Ziel des Raubs ist ein LKW voll geplünderter Arte­fakte aus dem Irak, die Crissa stehlen soll, bevor sie wieder in ihr Heimatland zurückgeführt werden müssen und der Kunstsammler sein Geld verliert. Der Job scheint einfach, nimmt jedoch eine überraschende Wendung, weil keiner die Beute teilen will.

erscheint am 22.02.2019 im Pendragon Verlag | EUR 17,00

Mein Kommentar: Ok, ein paar Titel lang müsst ihr noch recht sinnloses, weil fantumgeschwängertes Gefasel von mir ertragen. Denn auch bei diesem Roman ist so ein bisschen Quietschen und Herumhüpfen mit im Spiel, wenn ich kommentieren soll, warum ich diese Neuerscheinung im Februar gar sehnsuchtsvoll erwarte. Wobei, ein bisschen Wehmut ist dabei. Denn ist »Der Teufel will mehr« doch der vierte und finale Band der Reihe um Berufsverbrecherin Crissa Stone. Und auch wenn »all good things come to an end» (also für Mutti übersetzt, die liest hier nämlich immer fleißig mit: Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei.) und ich das Lesen dieses Abschlussbandes ausgiebig zelebrieren werde, so zieht es doch ein wenig im Brustkasten, wenn nun hier Crissa ihren Hut nimmt. Oder ihre Beretta. Oder eine Glock. Was weiß ich. Herrje, ich habe tatsächlich keine Ahnung, welche Waffe meine fiktive Lieblingsverbrecherin bevorzugt. Also sowas.

 

 

© Liebeskind Verlag

James Sallis – Willnot

Klappentext: Eine Grube voller Leichen. Ein Killer, den die Vergangenheit nicht loslässt. Und ein Held, der keiner sein will. Mit »Willnot« zeigt James Sallis einmal mehr, welche literarische Kraft gute Kriminalliteratur entfalten kann. Ein Roman wie ein Schuss aus dem Hinterhalt, überraschend, brutal und geheimnisvoll.

In Willnot, einer amerikanischen Kleinstadt, wird eine Grube voller Leichen entdeckt. Lamar Hale, der ortsansässige Arzt, wird vom Sheriff zum Tatort gerufen. Niemand weiß, wer die Opfer sind, geschweige denn, was das Motiv für diese grausame Tat gewesen sein könnte. Eine Spezialeinheit rückt an, um das Gelände zu sichern und mit der Spurensuche zu beginnen. Derweil erhält Lamar Hale Besuch von Brandon Lowndes, einem ehemaligen Patienten, der nach vielen Jahren Abwesenheit wieder in Willnot auftaucht. Über die Gründe für seine Rückkehr schweigt er sich aus.

Ein paar Tage später erhält Hale erneut unangekündigten Besuch, diesmal von einer FBI-Agentin namens Theodora Odgen, die sich nach Brandon Lowndes erkundigt. Dem Vernehmen nach war er Scharfschütze bei den Marines, ein Elitekiller, der sich unerlaubt von der Truppe entfernt hat. Und genau dieser Brandon Lowndes wird einige Tage später aus dem Hinterhalt angeschossen. Das FBI ist sofort zur Stelle, aber Brandon verschwindet aus dem Krankenhaus, bevor man ihn befragen kann.

erscheint am 18.02.2019 im Liebeskind Verlag | EUR 20,00

Mein Kommentar: Hach, James Sallis. What a man! Der Mann schreibt wie eine alte, tote Dichterseele, und als altes Schiller-Mädchen meine ich das so positiv wie nur irgendwas. James Sallis, das sind Deluxe-Kriminalromane. Und ich sehe mich schon jetzt andächtig über den Einband streichen und erfurchtsvoll die erste Seite umblättern und ich kann gerade gar nicht noch dicker auftragen, aber mein Herz schlägt ganz heftig bei James Sallis Texten. Weil er unglaublich genial erzählt, obwohl er gar nicht so viel sagt und dir trotzdem eine ganze Welt um die Ohren haut. Ist eine eigene Liga und für ein paar Seiten da mal kurz dabei sein dürfen, jedes Mal ein Fest. Ick freu mir schon janz dolle.

 

 

© Polar Verlag

Attica Locke – Bluebird, Bluebird

Klappentext: Mit einem Abschluss in Princeton und zwei Jahren Jurastudium hätte Darren Mathews leicht einen Platz in der Elite der afroamerikanischen Anwälte einnehmen können. Stattdessen folgte er dem Beispiel seines Onkels, um Texas Ranger zu werden. Auf Drängen eines Freundes im FBI fährt er nach Lark. Was zunächst wie ein doppeltes Hassverbrechen in einer winzigen Stadt in Texas aussieht, entpuppt sich als ein komplizierter Fall. Eines der Opfer ist Michael Wright, ein schwarzer Anwalt aus Chicago. Das andere Opfer Missy Dale, eine un­glücklich verheiratete weiße Kellnerin, die zusammen mit Wright eine Redneck-Bar in Lark spät in der Nacht verlassen hat. Beide misshandelten Leichen werden im nahegelegenen Attoyac Bayou gefunden.

Mathews, der wegen eines ähnlich gelagerten Falls suspendiert wurde, vermu­tet eine Verbindung zur Aryan Brotherhood of Texas, einer gewalttätigen rassistischen Ban­de, die sich durch Drogenschmuggel bereichert. Er trifft auf einen ihm feindlich eingestellten Sheriff, den rassistischen Ehemann der Toten und die äußerst launische Witwe des toten Anwalts, die extra einfliegt, um herauszufinden, was ihrem Ehemann zugestoßen ist.

Attica Locke wendet sich in ihrem dritten Roman mit einem Blick für die Feinheiten der ländlichen weißen Südstaatler einmal mehr gegen die rassistische Scheinheiligkeit in Texas. Sie bekam für »Bluebird, Bluebird« den renommierten Edgar Award 2018 und den Ian Fleming Steel Dagger 2018 verliehen.

bereits erschienen am 01.02.2019 im Polar Verlag | EUR 20,00

Mein Kommentar: Oh ja, auf diesen Roman bin ich richtig gespannt. Und für euch gibt es endlich mal eine Pause von meinem blinden Beifallsgesäusel. Denn die Autorin Attica Locke kenne ich noch nicht, ist auch meines Wissens ihr erster Roman in deutschsprachiger Übersetzung, wohl aber bereits ihr dritter insgesamt. Und so kann ich nur meine Neugier kundtun und zumindest noch unterstreichen, dass der Polar Verlag immer wieder interessante Entdeckungen bereit hält und ein sehr wohlsortiertes Programm bietet, auf das man sich verlassen kann. Attica Locke also als Februar-Neuerscheinung aus deren Hause unbedingt auf meiner Liste.

 

 

© Diogenes Verlag

Dennis Lehane – Alles, was heilig ist

Klappentext: Die Detektei Kenzie & Gennaro ist geschlossen, zu tief sitzen bei ihnen die entsetzlichen Ereignisse ihres letzten Falls. Doch der schwerreiche Magnat Trevor Stone weiß sich zu helfen. Er entführt das Duo, um sie von der Dringlichkeit seines Anliegens zu überzeugen: Seine Tochter Desiree zu finden, die nach dem Tod ihrer Mutter in die Fänge einer korrupten Sekte geraten ist. Die Zeit ist knapp, denn auch Stone hat nicht mehr lange zu leben.

erscheint am 27.02.2019 im Diogenes Verlag | EUR 16,00

Mein Kommentar: Für alte Krimihasen zwar kein neuer Schuh, aber die Neuauflage der Kenzie-und-Gennaro-Reihe beim Diogenes Verlag in neuer Übersetzung vom fabulous Peter Torberg geht mit dem dritten Band weiter. Und für mich ist das wieder ein Grund zur, ihr ahnt es schon, großen Freude, weil ich diese Privatdetektivreihe wirklich wirklich wirklich gerne mag und sie als etwas jüngere Ausgabe meiner selbst noch aus der Bibliothek ausleihenderweise gelesen habe und die Bände daher nicht in meinem Besitz sind.

Was in diesem speziellen Fall ein trauriger Umstand ist und den zu beheben ich mich doch sehr freue, zumal die damit einhergehende Relektüre eigentlich genauso schön ist wie im Sommer 1999 (vielleicht war es auch der Winter 2001, nagelt mich da nicht fest, ich kann mich auch kaum noch an den Inhalt erinnern, was nichts mit der Qualität desselbigen zu tun hat, sondern mit meinem schauderhaft schlechtem Gedächtnis). So, Faden verloren. Egal, also Kenzie und Gennaro, mega coole Privatdetektivkrimis, deren Neuauflage bei Diogenes die inzwischen weitgehend vergriffenen Ullstein-Ausgaben ablöst. Wer die im Regal haben sollte, »Alles, was heilig ist« lief damals unter dem Titel »In tiefer Trauer«.

 

 

© Ars Vivendi

Ivy Pochoda – Wonder Valley

Klappentext: Als ein Teenager aus der mysteriösen Heiler-Kommune seines Vaters in der Mojave-Wüste flchtet, setzt er damit eine spektakuläre Reihe von Ereignissen in Gang, an deren Ende sich die Wege von mehreren Personen kreuzen, die allesamt ihrer Vergangenheit entfliehen wollen. Da ist der Mörder Ren, der in L. A. seine Mutter sucht, Britt, die ein dunkles Geheimnis mit sich trägt, Tony, ein unglücklicher Anwalt kurz vor dem Nervenzusammenbruch, und da sind die Gewalttäter Sam und Blake, die sich im Wonder Valley verstecken.

Unter der gnadenlosen Sonne Kaliforniens knallen die Schicksale der verlorenen Seelen auf eine schockierende Weise aufeinander, wie es nur in dieser so betörenden wie gefährlichen Metropole möglich ist – ein mit visionärer literarischer Kraft geschriebenes Porträt von Los Angeles, eine Bestandsaufnahme der Hoffnungen unserer Gegenwart, aber auch ein Thriller voller Twists mit einem grandiosen Finale.

erscheint am 11.02.2019 bei Ars Vivendi | EUR 23,00

Mein Kommentar: Ah, Kalifornien! Los Angeles! Was soll ich sagen, ihr wisst, da bin ich dabei. Oder falls ihr das nicht wusstet, Los Angeles als Schauplatz finde ich immer richtig dufte. Ein paar Mal wurde die Veröffentlichung verschoben, nun ist es soweit und »Wonder Valley« kommt in die Läden. Auch hier kann ich auf keinerlei Vorerfahrungen zurückgreifen. Eine mir neue und unbekannte Autorin, was ich immer spannend finde. Und wie auch schon bei Attica Locke liegt hier der dritte Romane der Autorin als erstmalige deutschsprachige Übersetzung vor. Ich mag ja so Zufälle.

 

 

© Folio Verlag

Massimo Carlotto – Blues für sanfte Halunken und alte Huren

Klappentext: Ein Noir der Spitzenklasse zeigt den schmalen Grat zwischen Verbrechen und Gesetz.

Marco Buratti, der Alligator, und seine beiden Kumpane Max „das Gehirn“ und Rossini, genannt der alte Gauner, jagen ihren ewigen Todfeind Giorgio Pellegrini. Doch dieser kollaboriert längst mit der Polizei als V-Mann. Da ermorden Killer dessen Frau und dessen Geliebte. Die machthungrige Dottoressa Marino vom Innenministerium spinnt ein unentwirrbares Netz von Intrigen und nötigt das skurrile Trio zu verdeckten Ermittlungen in der Mordsache. Erst allmählich erkennen die drei die Falle, auf die sie zusteuern – und gehen aufs Ganze.

erscheint am 19.02.2019 im Folio Verlag | EUR 20,00

Mein Kommentar: Uff, kurz mal verschnaufen. Wer nach den sechs bereits vorgestellten Titeln immer noch dabei ist, hat sich ein Dankeschön verdient und gemäß der Pomodoro-Methode auch 5 Minuten Pause. Ein bisschen was haben wir ja noch vor uns. Massimo Carlotto zum Beispiel, den italienischen Autor mit dem bewegten Leben und den vielen Romanen. Die Auswahl bei Carlotto ist groß. Diese neue Option hier ist Teil der Alligator-Reihe, der Alligator ein Privatermittler und ein italienischer Noir käme mir gerade gar nicht so ungelegen.

 

 

© Heyne Hardcore

Sara Gran – Das Ende der Lügen

Klappentext: Claire DeWitt ist zurück

Mit Claire DeWitt kehrt eine der überzeugendsten Ermittlerfiguren auf die Krimi-Bühne zurück. Von inneren Dämonen gepeinigt und den Rauschmitteln nicht abgeneigt, dafür aber mit fast schon überirdischem Spürsinn und Kampfgeist ausgestattet, löst sie ihre Fälle mit Bravour. Mal unkonventionell, mal gesetzwidrig, aber stets im Dienste der Wahrheit. In ihrem neuen Fall entgeht Claire DeWitt knapp einem Anschlag. Trotz zahlreicher Blessuren nimmt sie die Verfolgung des Attentäters auf. Nicht die beste Idee, wie sich zeigt.

erscheint am 25.02.2019 bei Heyne Hardcore | EUR 16,00

Mein Kommentar: Endlich wieder neuer Stoff von Sara Gran! Und noch viel endlicher neuer Stoff um ihre Privatdetektivin Claire DeWitt, eine besonders coole und toughe und unkonventionelle Socke unter den Privatermittlungsmenschen. Vor fünf Jahren habe ich den ersten Band gelesen und geliebt und geliebt, vor allem im Nachgang und irgendwie hat er mich rückblickend auch ziemlich beeinflusst, geschmacklich, weil Sara Gran mich so ein bisschen weg vom Mainstream und Popthriller hin zu doch eher eigeneren Erzählweisen, Strukturen und Themen gebracht hat. Nun also endlich der dritte Band der Reihe und oh du meine Güte, was hüpft da schon wieder mein Herz.

Den ersten Band »Die Stadt der Toten« verlinke ich an dieser Stelle mal, da habe ich »damals« nämlich eine Besprechung getippt. Eine meiner ersten für den Blog überhaupt, eieiei, und jedenfalls kann man da mal reinschauen, falls man das als nützlich erachtet. Ansonsten gäbe es der Vollständigkeit halber noch zu sagen, dass auch der zweite Band »Das Ende der Welt« wie sein Vorgänger im Hause DroemerKnaur erschienen ist, Band 3 nun bei Heyne Hardcore ein wie ich finde doch sehr passendes neues Zuhause gefunden hat und dort außerdem digital demnächst drei Kurzgeschichten erhältlich sein werden. Ein Grund, mal wieder meinen eReader aufzuladen. Neben der Claire-de-Witt-Reihe gibt es von Sara Gran übrigens auch zwei sehr interessant gemachte Solo-Romane, einmal »Come Closer« und einmal »Dope«, anders als man erwartet, anders als die Reihe hier.

 

 

© Ars Vivendi

Martin von Arndt – Sojus

Klappentext: 1956 – Ex-Kommissar Andreas Eckart wird von einem früheren Mitstreiter kontaktiert, der für den MI6 ein explosives Dossier erwerben will: ein ungarischer Geheimpolizist möchte sich in den Westen absetzen und bietet eine Liste mit den Namen von KGB-Agenten und Doppelagenten. Eckart lehnt zunächst ab. Doch dann erfährt er, dass er einen Sohn hat, von dem er bislang nichts wusste, und dass dieser unter dem Decknamen Sojus ebenfalls auf der Liste steht. Er lässt sich umstimmen und begibt sich auf eine heikle Mission nach Budapest, wo gerade die sowjetische Invasion in vollem Gange ist und die Stadt in Chaos und Gewalt versinkt.

erscheint am 26.02.2019 bei Ars Vivendi | EUR 20,00

Mein Kommentar: Und ein weiterer dritter Band einer Reihe, die in den frühen 1920er Jahren in Berlin beginnt und den Kommissar Andreas Eckart zum Protagonisten hat. »Tage der Nemesis«, so der Titel des Auftaktbandes, auch hier verlinke ich mal meine Besprechung dazu, gefolgt von dem vielfach hochgelobten »Rattenlinien«, das bei mir noch auf das Gelesenwerden wartet. Und dem ich dann den neuen Roman »Sojus« direkt hinterherschieben werde. Spannend an der Reihe finde ich die Wahl der Zeiten, in denen die Handlung jeweils spielt. Der Autor gönnt sich und seiner Figur hier in weniger Romanen größere Sprünge. Vom Auftaktband im Jahr 1921 über den zweiten Band im Jahr 1946 nun ins Jahr 1956, das finde ich schon extrem gut angesetzt. Erwähnenswert auch der Stil des Autors, der mir als sehr lebendig und gleichzeitig mit jeder Menge Atmosphäre gesättigt in Erinnerung geblieben ist. Hier freue ich mich wirklich sehr auf das Weiterlesen.

 

 

© Rowohlt Verlag

Albrecht Selge – Fliegen

Klappentext: Eine Frau auf unendlicher Reise. Sie lebt im Zug, in Großraumabteilen, in ICEs. Früher hatte sie ein normales Leben: Wohnung, Beruf, Mann, beste Freundin. Jetzt hat sie eine Bahncard 100, eine Tasche mit dem Nötigsten und lebt vom Flaschensammeln. Und doch scheint diese Außenseiterin hellsichtig. Für die Komödien und Tragödien um sie herum, für ein Deutschland ohne Orientierung. Albrecht Selges virtuoser Sprachwitz und hintergründige Ironie sorgen dafür, dass dieser Roman bei allem Ernst leicht und überraschend bleibt. Die Geschichte eines Sturzes? Eine Geschichte übers Aufstehen und Weiterfahren, über Obdach und Würde. Und ein Bild unserer Gegenwart aus außergewöhnlichem Blickwinkel.

erscheint am 19.02.2019 im Rowohlt Verlag | EUR 20,00

Mein Kommentar: Wenn dieser Roman auch nur annähernd das ist, was sein Klappentext über ihn erzählt (und das ist nicht immer gewiss), dann gibt es keinen Grund, ihn nicht zu lesen. Kein Krimi im engeren Sinne, weil ist ja kein Verbrechen dabei. Oder etwa doch? Eines von der Gesellschaft? An der Gesellschaft? Ja ja, da kann man ins Philosophieren kommen. Wird jedenfalls vom Verlag nicht als Kriminalliteratur geführt. Ist vermutlich auch keine im halsstarrigen Definitionswesen. Ist mir aber auch völlig egal.

 

 

© Zsolnay Verlag

Marko Dinić – Die guten Tage

Klappentext: In einem Bus, dem täglich zwischen Wien und Belgrad verkehrenden “Gastarbeiter-Express”, rollt der Erzähler durch die ungarische Einöde. Jener Stadt entgegen, in der er aufgewachsen ist. Die Bomben, der Krieg, Miloševic, den er zuerst lieben, dann hassen gelernt hat, und der Vater, für dessen Ideologie und Opportunismus er nur noch Verachtung empfindet, hatten ihn ins Exil getrieben. Entkommen ist er dem Balkan auch dort nicht. In beeindruckenden Bildern erzählt Marko Dinic zwanzig Jahre nach dem Bombardement von Belgrad von einer traumatisierten Generation, die sich weder zu Hause noch in der Fremde verstanden fühlt, die versucht die eigene Vergangenheit zu begreifen und um eine Zukunft ringt.

erscheint am 18.02.2019 bei Zsolnay | EUR 22,00

Mein Kommentar: Der Balkan zieht mich literarisch immer wieder an, vielleicht auch in seinen Bann, ich weiß das gar nicht so genau. Aber von den Geschichten, die dort spielen, geht meist eine ganz besondere Stimmung aus, die immer irgendetwas in mir anrührt, berührt, da ist irgendetwas. Daher ist auch dieser Roman im Februar auf meiner Leseliste gelandet. Mit 240 Seiten auch eine Länge, die ich immer sehr schätze, weil sie meist genau das richtige Erzähltempo für mich mitbringt.

 

 

© Europa Verlag

Philip Birk – Operation Peruggia

Klappentext: Kopenhagen, im Juni 2016: In einem aufsehenerregenden Coup wird das teuerste Gemälde Dänemarks – »Interiør« von Vilhelm Hammershøi – aus dem Dänischen Nationalmuseum gestohlen. Eine Leihgabe von Brian Frost, dem »König« von Kopenhagens Unterwelt. Dieser beauftragt den international agierenden Kunstdieb Tom Grip, das Gemälde wiederzubeschaffen. Tom bleiben kaum mehr als 24 Stunden Zeit, um das Bild aufzuspüren. Denn das exklusive Werk ist mit einem Mechanismus gesichert, der es zerstört, sollte es nicht rechtzeitig zurückgehängt werden …

Für Tom Grip beginnt ein atemloser Wettlauf gegen die Zeit. Während ihn erste Spuren zu dem serbischen Mafiaboss Nebojša Savić führen, der in einem erbitterten Machtkampf mit Toms Auftraggeber steht, schaltet sich auch die dänische Polizei ein, bei der ein Beamter ein gefährliches Doppelspiel zu treiben scheint. Inmitten einer heißen Jagd, in der alle Beteiligten bis zum Äußersten gehen, taucht schließlich ein Name immer wieder auf: Jonathan Frost – Tom Grips bester Freund –, getötet bei einem letzten gemeinsamen Raubzug in Thailand.

Virtuos und geschmeidig erzählt: Philip Birk schickt den Leser auf ein rasantes Abenteuer zwischen elitärer Kunstszene und Mafia Milieu.

bereits erschienen am 01.02.2019 im Europa Verlag | EUR 15,00

Mein Kommentar: Gut, der Romantitel ist jetzt nicht der Knüller (Vincenzo Peruggia stahl Anfang der 1910er Jahre die Mona Lisa aus dem Louvre, das macht schon Sinn, aber dennoch, »Operation XY«, der Drops ist doch gelutscht.), aber Kopenhagens Unterwelt, ein weltweit agierender Kunstdieb, ein serbischer Mafiaboss? Da neige ich schon zu einer leichten pawlowschen Reaktion. Bin halt gut konditioniert. Und darauf baut ja das Marketing. Also nicht auf mich, auf Triggerbegriffe und konditionierte Lesende. Und dann stehen auf der Website vom Verlag auch noch Stichworte wie »Ocean’s Eleven« und Actionthriller und Reihenauftakt um einen Kunstdieb. Ja, was soll sein, ein bisschen beiße ich da schon an. Könnte auch Bullshit sein, könnte aber auch jede Menge Unterhaltung bringen. Ich hoffe auf nicht zu viele Klischees.

 

 

© Septime Verlag

Markus Bundi – Alte Bande

Klappentext: Am Stauwehr wird eine Wasserleiche gefunden. Der Fall entpuppt sich aber für Hauptkommissar Walle Troller schnell als unliebsam. Er erkennt, dass sein langjähriger Kollege von der Sitte, Markowitsch, den Mord von langer Hand geplant hat. Alles ist so arrangiert, dass einzig Walles Zwillingsbruder als Täter infrage kommt. Und er muss mitansehen, wie dieser zu Unrecht zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird. Der Hauptkommissar wird beurlaubt und fragt sich, ob er mit gut fünfzig und frisch geschieden bereits endgültig überholt worden ist. Während sich die Mordfälle häufen und die junge Kollegin Jette Hagen seine Stelle übernimmt, versucht sich Walle Troller allmählich selbst aus dem Sumpf zu ziehen, getreu dem Motto: Erst denken, dann schießen.

Er, Walle Troller, Jahrgang 1967, unglücklich geschieden, körperlich angeschlagen, mag guten Wein und Science-fiction-Filme, ist vor allem aber rücksichtslos gegen sich selbst – und seines Zeichens Hauptkommissar im süddeutschen (fiktiven) Jeda­stedt. Sie, Jette Hagen, Jahrgang 1985, ursprünglich ein Landei aus der Pfalz, fährt mit Vorliebe Harley, steht auf Country, raucht Kette, ist bisexuell und blitzgescheit – und ihres Zeichens Partnerin von Walle. So ungleich das Paar, so herausragend ihre Aufklärungsquote: Intuition und Verstand, Humor und ein Hauch Ironie garantieren einen knallharten Krimi bis zur letzten Seite, der über die Landesgrenzen hi­naus – vom süditalienischen Stiefel bis in die norddeutsche Tief­ebene – reicht. Da scheiden sich Gut und Böse links und rechts des Rheins, doch Ursache und Wirkung lassen sich längst nicht so klar auseinanderhalten wie die Quelle von der Mündung. Und was für das Ermittlerduo gilt, meint die Leserinnen und Leser nicht minder: Wer in den Himmel will, muss durch die Hölle gehen.

Markus Bundi legt nach seiner vielbeachteten Kriminalnovelle Emilies Schweigen den ersten umfangreichen Kriminalroman vor. Raffinesse und Realität gehen Hand in Hand, keine tollpatschigen Polizisten, kein Handy ohne Empfang, und alle Autos springen an.

erscheint am 08.02.2019 bei Septime | EUR 25,00

Mein Kommentar: Ich muss zugegen, hier hatte man mich mit dem Vermerk »…kein Handy ohne Empfang, und alle Autos springen an.«. Da ich mich über ähnliche und selbige Umstände schon häufig genug beschwert habe, ist es nur recht und billig, dass ich hier dann auch mal reinlese, wenn schon extra der Verzicht solcher Konstruktionshelferlein betont wird. Außerdem bin ich neugierg, was aus diesem Ermittlerduo herauszuholen ist. Und da ich nicht die leiseste Idee habe, in welche Richtung der Stil beziehungsweise der Ton gehen könnte, ist dieser Krimi auf der Leseliste gelandet, für den Fall, dass ich mich mal wieder ahnungslos überraschen lassen möchte.

 

 

© Arche Literaturverlag

James M. Cain – Mildred Pierce

Klappentext: Die Geschichte einer Frau, die ihren Weg macht – gegen alle Widerstände und die bittersten Intrigen der Menschen, die sie am meisten liebt. Kalifornien, während der Großen Depression. Mildred Pierce, Hausfrau und Mutter, hat alles verloren; ihr Vermögen, weil ihr Mann Bert im Immobiliengeschäft gescheitert ist, und dann auch noch Bert selbst, der eine jüngere Geliebte hat. Mildred bleibt mit ihren Töchtern, der zarten Ray und der älteren Veda, einem selbstherrlichen, kaltherzigen Mädchen zurück. Mit unerschöpflicher Zähigkeit und außerordentlicher Willensstärke baut sie nach und nach ein Restaurant-Imperium auf. Als ihr Hang zu Männern ohne Rückgrat und ihre fast toxische Liebe zu ihrer niederträchtigen Tochter Veda sie zu ruinieren drohen, setzt Mildred alles auf eine Karte.

erscheint am 28.02.2019 im Arche Literaturverlag | EUR 22,00

Mein Kommentar: So, Leute, vorletzter Titel. Und dann auch noch ein Klassiker. Und schon wieder so ein Duo-Ton-Cover. Da ist doch schon wieder ein Trend im Gange. Sieht hier aber extrem gut aus. Nur mal so am Rande. Aber zum Roman, James M. Cain dürfte den meisten im Kontext mit »Wenn der Postmann zweimal klingelt« ein Begriff sein. Aber auch »Mildred Pierce« gehört zu seinen bekanntesten Werken. Und ich freue mich tatsächlich sehr, dass die Neuausgaben seiner Werke mir die Möglichkeit geben, hier auch ein paar Lektürelücken zu schließen. Ganz speziell bei diesem Roman finde ich auch die Story selbst höchst spannend und halte mir zusammen mit der Neuausgabe von »Der Postbote klingelt immer zweimal« aus dem Kampa Verlag dann doch schon mal eine Lesewochenende frei.

 

 

© Cross Cult

Gabriel Bá und Gerard Way – The Umbrella Academy #1 (Neue Edition)

Klappentext: In einer alternativen Realität, in der John F. Kennedy nie ermordet wurde, werden eine Reihe Kinder mit übernatürlichen Fähigkeiten geboren. Sieben von ihnen werden adoptiert und wachsen gemeinsam auf, um eines Tages die Welt zu retten. Sie sind die Umbrella Academy.

Mit Hilfe ihres Mentors, dem reichen Erfinder und heimlichen Außerirdischen Sir Reginald Hargreeves, haben die Mitglieder der Umbrella Academy während ihrer Kindheit lange das Böse bekämpft – doch heute ist die chaotische Patchwork-Familie zerbrochen, das Team aufgelöst, und jeder hat seinen eigenen Weg gesucht. Doch als Hargreeves plötzlich verstirbt, kreuzen sich die Wege der nun erwachsenen Helden erneut …

Der Erfolgscomic von Gerard Way, Sänger der US-Rockband »My Chemical Romance«, und Zeichenstar Gabriel Bá. Ausgezeichnet mit mehreren Eisner-Awards, u.a. für »die beste abgeschlossene Serie«. »The Umbrella Academy« vermengt Comic-Klischees, popkulturelle Referenzen und einen ausgeprägten literarischen Spieltrieb zu einer sehr unterhaltsamen, postmodernen Superhelden-Mär.

erscheint am 11.02.2019 bei Cross Cult | EUR 22,00

Mein Kommentar: Was für ein Schmuckstück! Ich habe diese Comicserie bisher noch nicht gelesen und bin auch erstmal gar nicht vorrangig auf die Netflix-Serie aus, die Mitte des Monats startet. Was nicht heißt, dass ich sie später nicht unbedingt schauen möchte (wird als unkonventionell und komplex gehandelt). Aber die Serie ist nicht der Grund für mein Interesse an den Comics. Wohl aber der für die Neuauflage bei Cross Cult. Was ein schöner Nebeneffekt ist, da der erste Band der Comic-Reihe schon länger nicht mehr erhältlich war. Was mich wiederum vorrangig am Lesen hinderte, da ich selten auf das englischsprachige Angebot zurückgreife. Lange Rede, kurzer Sinn, Comic zum Lesen, Serie zum Gucken, ich bin zufrieden, oh du selige Unterhaltungsindustrie, besten Dank dafür.

 

So, wow, das waren eine Menge Bücher und eine Menge Geplapper von meiner Seite. Mit diesen vielen Entdeckungen und Halbempfehlungen, denn wer weiß, ob die Storys am Ende wirklich etwas taugen, verabschiede ich mich für heute und melde mich dann bald wieder mit ein paar Buchbesprechungen zurück.

15 Kommentare zu “Verlagsschau im Februar 20.19

  • 5. Februar 2019 at 19:12
    Permalink

    Spitzenauswahl, von der ich auch etwas ratlos stehe. Attica Locke ist schon bei mir eingezogen, Stroby ist Pflicht, Sallis auch. Ich habe mir noch “Unit 8200” von Dov Alfon vorgenommen, ein israelischer Spionagethriller. Ansonsten mal schauen.
    Ich habe mir noch notiert, dass vielleicht/möglicherweise endlich der neue Wyatt von Garry Disher bei Pulp Master erscheint.

    LG, Gunnar

    Reply
    • 5. Februar 2019 at 19:26
      Permalink

      Danke! Haha, ja, ratlos trifft es ganz gut! Man hat ja so seine Prioritäten, aber das sind in diesem Monat ganz schön viele. 😉

      Bei “Unit 8200” wäre ich auf deine Meinung sehr neugierig, ein schöner Agententhriller hätte ja durchaus auch mal wieder was. Und ja, stimmt, es müsste bei Pulp Master eigentlich der neue Disher und auch der neue Nisbet dran sein, aber das verschiebt da ja doch immer mal wieder und die Titel würde ich dann im Folgemonat nachreichen, wie dieses Mal Gary Victor. Soll ja nix untergehen hier. 😀

      Reply
  • 5. Februar 2019 at 19:21
    Permalink

    Philly! Dat ist nicht witzig! Ich halte mich grad extrem wegen der Messe zurück! Und dann kommst du mit Sallis daher und Stroby und Carlotto!
    Oh, Gott, oh, Gott…
    Lesezeit, oh, Lesezeit, ich hätte gerne mehr von dir XD

    Reply
      • 7. Februar 2019 at 18:32
        Permalink

        Gnihi, die Comicreihe wird wohl aus deiner Vorstellung noch diesen Monat zu mir kommen :3

        Reply
  • 5. Februar 2019 at 20:31
    Permalink

    Schön, dass du wieder zurück bist!

    Eigentlich dachte ich, es könne gar nix passieren, wenn ich deine Verlagsschau lese … aber tatsächlich … Martin von Arndt – Sojus wäre mir beinahe entwischt.

    Ja, der Februar (und der März) sind wirklich geballt mit interessanten Neuerscheinungen. Ich habe mir vorgenommen, heuer auch öfter mal abzubrechen, damit ich mehr Zeit für die Rosinen habe und nicht im Teig kleben bleibe. Mal sehen, ob das klappt. Interessante Neuerscheinungen gibt es ja – zum Glück – zu Genüge.

    Einen schönen Lesemonat dir!

    Reply
    • 6. Februar 2019 at 10:44
      Permalink

      Danke! 🙂 Du hattest auch Urlaub im Januar, oder? Etwas erholt?

      Ja, das mit dem Abbrechen kann ich mir immer gar nicht so vornehmen, zum einen bin ich dazu vermutlich doch zu optimistisch und tief in mir wohl auch etwas knauserig, weil hat ja im Schnitt mal locker 20 EUR gekostet, was ich da lese und die dann so völlig in den Wind zu schießen, pieckst mich dann doch. Wobei, na klar, wenn ein Roman völliger Blödsinn ist und mich wahnsinnig macht, lege ich ihn auch weg. Aber das passiert gar nicht so oft, manchmal ist es auch nur der falsche Zeitpunkt. Passiert wenn dann tatsächlich öfter bei Rezensionsexemplaren als bei selbsterstandenen Büchern und erstere lese ich dann auch wieder aus Pflichtgefühl zuende. Ich bleibe aber auch in Theatestücken sitzen, die ich lächerlich finde. Bis zu einem gewissen Grad tue ich mir das schon mal an. Zieht man ja auch gewisse Erfahrungswerte daraus. 🙂 Aber insgesamt habe ich bei wirklich bescheuerten Büchern dann auch kein Problem, sie wegzupacken. Foltern will ich mich ja auch nicht. Kommt immer auf das Buch an.

      Reply
  • 7. Februar 2019 at 19:41
    Permalink

    Das ist immer so eine Sache diese Verlagsvorschauen/Neuerscheinungs-Posts. Ich stöber ja schon gar nicht mehr, um mal etwas Zeit in den RuB zu investieren und versuche auch diverse blog-Beiträge zu umgehen. Manchmal siegt jedoch die Neugierde – wie gut das es der Wunschliste nicht weh tut 😀

    “Alles was heilig ist” ist ein wunderbares Cover – Inhalt bin ich mir noch nicht sicher und warte das erstmal Meinungen ab. Bei seinem “Der Abgrund in dir” habe ich mich nun für das Hörbuch entschieden, aufgrund der Kritik einiger Leser*innen und bei Hörbüchern bin ich weniger kritisch mit bestimmten Szenen (frag mich nicht warum, aber es gibt Szenerien die mich beim lesen mehr stören als beim hören).

    “Wonder Valley” ist direkt auf meine Wunschliste gekommen – klingt einfach mega gut!

    Bei Clare DeWitt komme ich gerade nicht auf den Namen der ersten zwei Bände, aber die stehen schon viel zu lange auf meiner WuLi, sollte ich irgendwann mal kaufen & lesen?!Hab Band 1 gerade nach ganz oben auf die WuLi geschoben 😀

    Auf “Mildred Pierce” bin ich ebenfalls neugierig geworden und ja, das Cover ist fein!

    So, reicht dann auch! *lach Hab einen mukkeligen Abend!

    Reply
    • 14. Februar 2019 at 13:05
      Permalink

      Bist Du denn bei Lehane mit dem restlichen Werk vertraut? Ich habe nämlich den Eindruck, ohne “Der Abgrund in Dir” überhaupt gelesen zu haben, aber von den Meinungen einiger von mir sehr geschätzer Vielleser ausgehend, dass “Der Abgrund in Dir” alles andere als repräsentativ für Lehane ist. Mich hatte schon der Klappentext abgeschreckt, ist einfach nicht mehr meins, aber weil es von Lehane war und ich seine Romane unglaublich gerne mag, wollte ich trotzdem reinlesen, habe dann aber eben von einigen Lesern, deren Urteil ich vertraue und einschätzen kann, wirklich nichts Gutes gehört und mein anfängliches Bauchgefühl bestätigt gesehen und es dann erstmal gut sein lassen. 🙂 Insofern würde ich mich mal weit aus dem Fenster lehnen und sagen, dass “Der Abgrund in Dir” wahrscheinlich seeeehr wenig mit dem zu tun hat, was Lehane hier in seiner Kenzie-und-Gennaro-Reihe macht. Würde hier aber auch echt zum ersten Band raten und nicht mit diesem hier, dem dritten, einsteigen.

      Das kann ich übrigens gut nachvollziehen, was Du zur weniger kritischen Haltung bei Hörbüchern schreibst. Ich nehme Hörbücher völlig anders wahr als Romane, die ich selber lese, ist halt trotz der gleichen Geschichte ein anderes Medium und eine andere Art der Verarbeitung/Aufnahme. Ich wähle bei Hörbüchern entsprechend auch völlig anders aus, nehme mir das Sachen vor, in die ich lesend nie Zeit investieren würde und habe umgekehrt viele Romane, die mir zum Hören “zu schade” sind, die möchte ich viel lieber selber lesen. Oder entscheide mich bei einem neuen Hörbuch für etwas, das ich bereits gelesen habe und mochte. Was aber auch daran liegt, dass ich Hörbücher eher mal so nebenbei oder als Notlösung bei Schlaflosigkeit nutze. 😀

      Reply
  • 7. Februar 2019 at 21:19
    Permalink

    Ah, der neue Gary Victor – schon gelesen und nur zu empfehlen!
    Ansonsten warte ich natürlich auf den neuen Wallace Stroby und den neuen Sara Gran. Auch Dennis Lehane möchte ich gerne bei mir einziehen lassen.
    Dem Polar Verlag muss ich demnächst auch mal wieder ein wenig mehr Lesezeit widmen.
    Ansonsten bin ich grad froh, dass mich (momentan) kein weiteres Buch aus Deiner Liste anspricht… wer soll sich denn das alles leisten? 🙂

    Reply
    • 14. Februar 2019 at 13:08
      Permalink

      Ja, lieber nicht alles auf einmal kaufen! 😀 Ich teile mir das ganz brav ein.

      Vom Polar Verlag habe ich über das letzte Jahr auch noch einiges angesammelt, die veröffentlichen auch einfach zu interessante Titel. Wollte ich mich auch mal ausführlich widmen und ein bisschen was weglesen. 🙂

      Reply
  • 6. Mai 2019 at 14:45
    Permalink

    So, ich war zuletzt auch wieder lange abwesend und hab mir jetzt mal die Zeit genommen bei Dir vorbeizuschauen. Grundsätzlich immer ne gute Entscheidung. 🙂 Diesmal besonders, denn “Operation Peruggia” und “Alte Bande” hatte ich vorher so überhaupt nicht auf den Schirm. Es ist manchmal auch schlicht zuviel, was da alles so erscheint. Fast unmöglich, da den Überblick zu behalten.

    Ansonsten hast du viel aufgeführt, was natürlich auch bei mir ein Muss ist. Was den Geschmack angeht, bildest du da mit Gunnar und Christina so ein bisschen meine heilige Dreifaltigkeit des Krimi-Blogs. 😀

    Mittlerweile stöbere ich schon wieder durch die neuen Vorschauen. Da ist wieder einiges für uns dabei. Schade halt, dass es Zeit zum Lesen nirgendwo einzukaufen gibt.

    Hoffe Dir gehts gut und wünsche Dir ne schöne Woche!
    Ganz liebe Grüße
    Stefan

    Reply
    • 15. Mai 2019 at 12:04
      Permalink

      Hey Stefan, so schön, Dich zu lesen und danke für die Blumen! 🙂 Da wiederum deine Seite gemeinsam mit Christina und Gunnar durchaus als meine unheilige 😉 Dreifaltigkeit in Sachen Krimigeschmack gilt, möchte ich das Kompliment dringend zurückgeben und freue mich wie immer sehr über jeden deiner Ticker-Posts! 😀

      Bei mir ist es hier gerade auch so ruhig wie noch nie und das schmeckt mir nicht besonders, aber manchmal ist es gerade nicht anders machbar. Umso schöner zu sehen, dass alte Bande nicht abreißen und Du auch wieder öfter bloggst! Ich will mich im Herbst auch wieder zurückmelden, so der Plan, wobei es durchaus auch interessante Seiten hat, mal wieder nur für sich zu lesen und einen Schritt Abstand zu nehmen von dem “Zirkus” und den vielen Neuerscheinungen. Denn ja, du hast völlig recht, es erscheint einfach viel zu viel, um da den Überblick zu behalten oder gar dem Gefühl nachzugeben, “hinterherkommen” zu wollen.

      Und tatsächlich stehen ja jetzt schon die Neuerscheinungen für den Herbst ins Haus. Ich bin ein bisschen gespannt und aufgeregt, aber auch etwas müde. 😀

      Also auf bald und viele liebe Grüße zurück!
      Katja

      Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.