E.M. Forster – Die Maschine steht still

Einen sehr faszinierenden Einstieg in die dystopische Literatur bietet die 1909 verfasste Erzählung »Die Maschine steht still« des britischen Schriftstellers E.M. Forster. In dem 78 Seiten starken Bändchen entwirft der Autor ein Science-Fiction-Szenario, das visionär und prophetisch wirkt, gerade wenn man es aus heutiger Sicht betrachtet.

 

Die überlebensgroße Maschine

Im Zentrum von Forsters Text steht die Weiterentwicklung der Technik zu einer überlebensgroßen Institution, die raumgreifend und lebensbestimmend, existenziell geworden ist und in dessen absoluter Abhängigkeit die Menschen stehen.

Das Leben, das in dieser Kurzgeschichte geschildert wird, spielt sich nunmehr unter der Erdoberfläche ab. Während der Planet nicht mehr bewohnbar und die Atmosphäre feindlich geworden ist, hat sich die Menschheit unterirdischen Lebensraum geschaffen. In einem wabenähnlichen Zellensystem lebt jeder Mensch in einem ihm zugeteilten kleinen Raum. Die komplette Versorgung erfolgt elektronisch. Licht und Frischluft, Nahrungsaufnahme und medizinische Versorgung, Hygiene, Schlaf, soziale Kontakte und mentale Betätigung, alles wird reguliert oder ist auf Knopfdruck abrufbar.

Sein Zimmer verlässt man nur, wenn man gezwungen ist, eine Reise mit einem Luftschiff an der Erdoberfläche zu unternehmen. Ansonsten sitzt man vornehmlich in seinem ebenfalls elektronisch fahrbaren Sessel, dessen Antrieb man selbstverständlich nutzt, um zu einem der zahlreichen Knöpfe zu gelangen, die man für welches Bedürfnis auch immer drücken möchte. Highlight in diesem Zusammenhang ist sicher der “Isolationsknopf”, der aus heutiger Sicht quasi die Funktion hätte, uns auf dem Wlan auszuklinken. Und auch in der Erzählung sorgt er dafür, dass den Bewohner keine Nachrichten, Anrufe oder Anfragen von außen erreichen können. Ein Isolationsknopf in einem Leben, das man bereits in völliger Isolation, insbesondere in Bezug auf menschliche Nähe, führt. Das muss und darf man sich erstmal in aller Ruhe vorstellen. Push the button.

 

Hallo Gegenwart

»Lasst mir ein Like da.« Nein, ganz so weit ist es bei »Die Maschine steht still« noch nicht. Denn den kompletten Wahnsinn von Social Media konnte E.M. Forster 1909 beim besten Willen nicht voraussehen. Und doch beschreibt er hier mit einer absoluten Treffsicherheit ein Bild davon, wie in Teilstücken unser heutiger Alltag mit dem Internet und den Sozialen Netzwerken aussieht. Eine Runde Facetime? Forster hat das Prinzip der Bildtelefonie hier bereits beschrieben. Eine Scheibe, die man in den Händen hält und die erst blau, dann dunkelviolett aufleuchtet, bevor das Antlitz des Angerufenen erscheint. Vermutlich jeder zweite Leser unserer Generation dürfte bei dieser Szene den Skype-Klingelton im Ohr haben.

Aber noch einmal zurück zur Handlung. Wie gesagt, wir befinden uns unter der Erdoberfläche, die Menschen leben in weitestgehender physischer Isolation voneinander. Ein gesellschaftliches Leben außerhalb der wabenförmigen Wohneinheiten existiert nicht. Es gibt keine Erwerbstätigkeit, kein Familienleben, keine Orte gesellschaftlicher Zusammenkunft. Niemand bewegt sich frei, jeder folgt dem gleichen Schema. Und ist zufrieden damit. Wenn man nicht schläft, badet oder Nahrung zugeführt bekommt, sitzt man vor einem Bildschirm und kommuniziert mit den anderen Menschen. Man teilt Ideen, diskutiert sie, entwickelt daraus eventuell neue Ideen. Man sieht sich Beiträge und Reden an, hält selbst welche. Und wieder klingelt es beim Lesen laut im Kopf. Facebook, Twitter. Der Mann damals wusste, wie wir Menschen ticken, ticken würden.

Das Leben ist abhängig und reguliert von »der Maschine«. Etwas, das vor vielen Generationen von Menschenhand erbaut und auch von Menschenverstand erdacht wurde. Die Maschine ist nicht nur lebensnotwenig, erfordert ein Lebensraum unter Tage doch einen einwandfreien technischen Betrieb, die Maschine ist gleichzeitig Regierung, Gott und der universelle Versorger. Sich maschinenfeindlich zu äußern, wird nicht gern gesehen.

 

Der Blick in den Spiegel

In diesem System lebt Vashti. Nicht mehr als ein »in Tüchern gewickelter Fleischberg – eine Frau, etwa anderthalb Meter groß, mit einem Gesicht weiß wie ein Pilz«. Vollständig angepasst an das Leben mit der Maschine ist sie das, was man als linientreu bezeichnen würde. Anders ihr Sohn Kuno, der auf nicht legale Art und Weise versucht, an die Erdoberfläche zu gelangen. Denn er ist sich sicher, dass dort etwas zu finden ist, etwas, dass alle im Leben mit der Maschine eingebüßt haben. Daraus entwickelt sich dann ein kleiner Plot, eine kleine Geschichte, die in ihrer Kürze relativ gut funktioniert, die aber für mich ihren Wert in erster Linie in der Beschreibung des Alltags unter der Herrschaft der Maschine hat und den damit einhergehenden Parallelen zu unserem heutigen, digitalen Zeitalter. Es sind einzelne, aber sie sind da und ich war bei der Lektüre regelmäßig erstaunt.

Es ist, als würde man in einen Spiegel schauen, wenn man »Die Maschine steht still« liest. Und es ist verflixt nochmal einfach faszinierend, sich dabei vor Augen zu halten, dass diese Geschichte im Jahr 1909 geschrieben wurde.

 

Zitierfähig

Das ist auch schon der Grund, warum ich die Lektüre dieser Erzählung unbedingt empfehlen möchte. Abgesehen davon, dass sie unter Beweis stellt, was in Kurztextformaten immer wieder möglich ist, ist sie ob ihrer prophetischen Eigenschaft schlicht faszinierend. Man kommt nicht umhin, beim Lesen ständig und andauernd zu reflektieren. Und das mit einer Freude und einem Staunen, was für mich dann auch schon den hauptsächlichen Spaß an diesem Text ausgemacht hat.

Die Thematik Technik vs. Menschlichkeit ist hier sicherlich zugespitzt dargestellt. Es ist eine Dystopie, ein Worst-Case-Szenario, das System gleicht einer Diktatur. Die Individualität des Einzelnen hat keine große Bedeutung, es erfolgt eine Gleichschaltung und der technische Fortschritt wird nicht durch seine positiven Errungenschaften charakterisiert, sondern durch seine Gefahren und Risiken zum Feinbild gemacht. In »Die Maschine steht still« führt der technische Fortschritt in eine technische Abhängigkeit. Und letztlich zum Verlust dessen, was allgemein als positiv angesehen wird, unsere Menschlichkeit, menschliche Nähe, Liebe.

Man kann Forster Schwarzmalerei vorwerfen, aber wenn man folgende Textstellen liest, kommt man nicht umhin, diese Erzählung in Anbetracht ihrer Entstehungszeit zum Beginn des 20. Jahrhunderts als erstaunlich und zutreffend zu empfinden:

[Es folgen Zitate aus der Erzählung »Die Maschine steht still«]

»Die Knöpfe und Schalter waren überall. Mit ihnen ließ sich Nahrung, Musik und Kleidung anfordern. Es gab einen Knopf für Warmbäder, (…) einen Knopf für Kaltbäder. Es gab einen Knopf für Literatur. Und natürlich gab es jene Knöpfe, die es ihr ermöglichten, mit ihren Freunden zu kommunizieren.« (Die Maschine steht still, S. 12, Ausgabe Hoffmann und Campe 2016)

»Als nächstes betätigte sie wieder den Isolationsknopf, und die Anfragen der letzten drei Minuten stürzten auf sie ein. Der Raum war vom Lärm der Klingeln und Kommuniktionsröhren erfüllt. « (Die Maschine steht still, S. 12, Ausgabe Hoffmann und Campe 2016)

»Den meisten Fragen begegnete sie mit einer gewissen Gereiztheit, ein Wesenszug, der in jenem beschleunigten Zeitalter um sich griff.« (Die Maschine steht still, S. 12, Ausgabe Hoffmann und Campe 2016)

»In jenen Tagen reiste man nur selten, denn aufgrund des Fortschritts sah die Erde überall gleich aus.« (Die Maschine steht still, S. 19, Ausgabe Hoffmann und Campe 2016)

»Auf deine Art?«, flüsterte sie. »Das wäre doch aber falsch!« (Die Maschine steht still, S. 35, Ausgabe Hoffmann und Campe 2016)

 

Fazit: Wenn die Technik gleichzeitig Regierung, Gott und universeller Versorger ist, wie verändert sich das Menschsein? Und was passiert, wenn sie still steht? Gleichermaßen erhellend und faszinierend zu lesen, wie E.M. Forster in seiner Erzählung in Teilstücken unser heutiges digitales Zeitalter vorausbeschreibt. Man muss dem Autor eine große Menschenkenntnis bescheinigen. Oder einfach einen sehr gewitzten Geist.

In Zahlen: Stil: 4/5 | Idee: 5/5 | Umsetzung: 4/5 | Figuren: 4/5 | Plot-Entwicklung: 5/5 | Tempo: 4/5 | Tiefe: 5/5 | Komplexität: 3/5 | Lesespaß: 4/5

 


© Hoffmann und Campe
E.M. Forster – Die Maschine steht still

Originalausgabe »The Machine Stops« (1909)

übersetzt aus dem Englischen von Gregor Runge

Oktober 2016 bei Hoffmann und Campe

Leinengebunden | 80 Seiten | 15,00 EUR

Genre: Science-Fiction, Dystopie

Reihe: Einzelband

Schauplatz: England in der Zukunft

 

 

Die Besprechung erscheint im Rahmen des Blog-Spezials »Dystopische Literatur« mit Bloggerkollegin Christina von »Die dunklen Felle«.

 

Weitere Besprechungen zu »Die Maschine steht still« u.a. bei:

Sätze und Schätze: »Ein dystopischer Text, der nachdenklich macht: Wie schwer würde es mir selbst fallen, die »sozialen Medien« zu kappen, außerhalb des Blogs offline zu gehen, nicht mehr regelmäßig nach neuen Nachrichten und Infrmationen zu schauen?«

El Tragalibros: »’Die Maschine steht still’ hat mir einen kleinen Schauer über den Rücken gejagt, angesichts ihres Entstehungsjahres (1909) und der Parallelen die sich schon in unserer heutigen Gesellschaft auftun.«

Lecture Of Life: »Ein kleines Buch mit großer Wirkung und einer noch größeren Botschaft. Auch wenn es schon alt ist, hat es über die Jahre nichts an Aktualität eingebüßt.«

 

 

26 Kommentare zu “E.M. Forster – Die Maschine steht still

  • Pingback: Das Blog-Spezial »Dystopische Literatur« gemeinsam mit »Die dunklen Felle«

  • 5. Februar 2018 at 13:56
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    Uha…. das kleine Büchlein muss ich mir unbedingt auch noch zu Gemüte führen. Auch wenn der Plot nicht so ausgefeilt, da eher nebensächlich ist, ist es wohl doch sehr beängstigend, welche Parallelen sich da zu den sozialen Medien ziehen lassen.
    Ich bin ja tatsächlich mal hin und wieder Stunden oder sogar Tage nicht in den sozialen Medien und hab dann immer das Gefühl, ich hätte was verpasst. Wobei das nur ein Trugschluss ist, aber die sind eben nie still. Auf FB, Twitter & Co. gibt es eben immer was neues.
    Wie muss ich mir das vorstellen, dass die Charaktere nie rausgehen aus ihren Zimmern? Wie ist es denn mit Sport oder gar Druckstellen und ähnlichem, wenn man immer liegt oder in diesem Stuhl sitzt? Geht der Autor darauf ein?
    Ach, ich denke, die 80 Seiten muss ich bald noch einschieben….

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    • 5. Februar 2018 at 15:53
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      Ja, ich denke, die Erzählung wird dir auch gefallen! Es steckt jede Menge in dieser kleinen Geschichte, ich konnte gar nicht alles in der Besprechung unterbringen.

      Ich finde es spannend, wie man sich von Sozialen Medien vereinnahmen lässt. Ich kenne in meinem Privatleben viele Leute in meinem Alter, bei denen Social Media wenig bis gar keine Rolle spielt, auf der anderen Seite durch das Bloggen aber einen Haufen Menschen, deren Leben dort relativ ausführlich stattfindet. Ich weiß gar nicht so genau, wie ich das im Einzelnen bewerte. Bei mir selbst geht das immernoch nach dem Spaßfaktor. Instagram zum Beispiel macht mir unglaublich viel Spaß, das nutze ich gerne, Facebook dagegen nervt mich tatsächlich zunehmend, weil ich dort zu viele Inhalte aufgedrückt bekomme und im Kopf schlecht filtern kann, das beschäftigt mich dann immer alles gleich. Da bin ich dann gerne mal ein paar Tage offline. Trotzdem gibt es auch dort viele tolle Menschen, zu denen man eine Art Freundschaft entwickelt hat und die man auch nicht missen möchte. Twitter zum Beispiel habe ich nach wenigen Monaten ganz gekappt, das habe ich überhaupt nicht verarbeiten können, war mir zu viel unnötiger Input.

      Insofern hast du völlig Recht, es ist ein absoluter Trugschluss, dass man denkt, man verpasst etwas. Oder anders gesagt, klar verpasst man etwas, aber ist das schlimm? Braucht man das? Da ist viel unnützer Seelenmüll dabei. Ich merke in letzter Zeit immer mehr, dass mir weniger Facebook richtig aufatmen lässt, so im Kopf und für den inneren Frieden. Dann quatsche ich mit den Leuten lieber gezielt über whatsapp oder den Messenger oder per Mail, frage konkret, wie es jemandem geht, suche ein persönliches Gespräch. Klar, das ist auch alles digital und ohne räumliche Nähe, aber das stört mich gar nicht so sehr. Ich komme eher mit der Menge an Informationen nicht klar.

      Zurück zum Buch! 🙂 Gute Frage! Auf die medizinischen Aspekte geht der Autor nur kurz ein, beispielsweise fallen medizinische Versorgungsgeräte aus einer Klappe an der Decke, sobald das System registriert, dass durch eine Aufregung der Blutdruck steigt, die dann auch vollautomatisch Untersuchungen vornehmen und ggf. auch therapieren. Und es wird in einem anderen Zusammenhang deutlich, dass die Muskeln völlig degeneriert sein müssen, kaum Kondition besteht. Sport und andere körperliche Betätigung gibt es nicht, dazu gibt es auch schönes Zitat: “Die Meschen bewegten sich kaum noch. Aller Unrast war in ihren Seelen”.

      Die Protagonistin verlässt für eine Reise zu ihrem Sohn einmal ihr Zimmer, ansonsten wird sehr deutlich, dass der Flur hinter der Tür ein unheimlicher und fremder Bereich ist, der Unbehagen verursacht.

      Über Druckstellen bei unzureichender Bewegung habe ich mir auch während des Lesens Gedanken gemacht! 😀 Es wird nicht explizit genannt, aber da auch die Nahrung über die Maschine gestellt wird, gehe ich davon aus, dass die zumindest in ihren Nährwerten entsprechend der geringen Bewegung angepasst ist. Vermutlich werden auch Blutverdünner zugeführt, um Thrombosen vorzubeugen. 😉 Die Maschine regelt halt alles. 😀 Aber da er die Frau am Anfang auch als “weiß wie ein Pilz” beschreibt, hat sich vermutlich der Organismus der Menschen an das unterirdische und bewegungsarme Leben derart angepasst, dass vermutlich auch die Anatomie dem Rechnung trägt. Etwas gruselig.

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      • 5. Februar 2018 at 22:47
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        Also, ich persönlich bin ja nur auf Facebook – und das hab ich auch erst angefangen (oder kurz vorher) als mein Blog online ging. Aber tatsächlich geht auch ohne – ich folge einem Blog, der ist in keinem Sozialen Medium vertreten und das funktioniert hat. Twitter hab ich gleich mal für mich ausgeschlossen, ich kann mich kaum kurz fassen. Und Instagram… da muss man doch Foto können, wa? Kann ich nicht so gut.

        Aber Du hast schon recht – auf Facebook bekommt man unheimlich viel geliefert und jeder teilt alles. Manchmal ist mir das auch zuviel und ich abonniere bestimmt Seiten wieder ab oder folge zwar weiter, lass mir die Beiträge nicht anzeigen. Zum Glück kann man da ja einiges einstellen – wobei das natürlich auch Zeit kostet, bis man es mal soweit hat, dass es einem gefällt. Aber in der Tat tut es hin und wieder gut, einfach “abstinent” zu leben. Um ehrlich zu sein, frage ich mich manchmal was und ob überhaupt manche Menschen arbeiten, so oft und viel und schnell wie diese Beiträge posten oder liken oder teilen. Also, ich finde – und ohne dass Buch zu kennen – dass wir da schon ziemlich nahe an dieser Dystopie sind oder?

        Weiß man, wann genau die Dystopie spielt? Ich überlege nur, weil Du andeutest, dass der Mensch sich quasi schon so an die Maschine gewöhnt hat, dass ein evolutionärer Schritt statt gefunden hat. Das Leben ohne Sonnenlicht, ohne (oder mit wenig) Bewegung, keine direkte Interaktion mit anderen Menschen…. und daraus dann eben die körperlichen Anpassungen. Weiße Haut, zurückentwickelte Muskulatur… brrrr, ja sehr gruselig. Aber die Maschine regelt das schon, nicht?

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        • 6. Februar 2018 at 16:36
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          War bei mir auch so, ich habe mich erst bei Facebook angemeldet, als ich mit dem Bloggen angefangen habe. Und Instagram, ja, ist zwar mit Fotos, aber können muss man das nicht! 😉 Nein, wirklich, geht nicht um perfekte Bilder, eher ums Festhalten von Momenten. Und es irgendwie eine andere, spannende Form der Kommunikation.

          Ja, das stimmt schon, das Buch ist ziemlich nah dran an dem, was heute los ist. Zumindest an der menschlichen Komponente. Forster war kein Hellseher was die Technik angeht (obwohl ihm da auch einige bemerkenswerte Treffer gelungen sind! :D), aber in erster Linie sieht er halt voraus, wie wir Menschen uns verhalten, wenn wir bestimmte technische Möglichkeiten haben.

          Wenn ich es nicht überlesen habe, wird keine genaue Zeit genannt, man hat aber das Gefühl, dass die Erzählung wirklich weit in der Zukunft spielt. Also ich denke, da war nicht von Jahrhunderten sondern eher von Jahrtausenden die Rede.

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  • 5. Februar 2018 at 14:18
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    Wow! Also die Geschichte klingt so schon spannend und interessant, aber wenn man – wie du schon sagst – sich vor Augen führt, dass das Buch von 1909 ist und trotzdem nichts an Aktualität eingebüßt hat – wirklich verrückt und beeindruckend zugleich.
    Das wandert auf jeden Fall auf meine Leseliste.

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    • 5. Februar 2018 at 15:55
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      Ja, unbedingt, eine echte Empfehlung, ich war wirklich überrascht und hätte nicht mit so einer Wirkung gerechnet. Ein tolles Leseerlebnis! 🙂

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  • 5. Februar 2018 at 14:28
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    Ich habe diese Dystopie im Rahmen der Aktion “Eine Uni – ein Buch” gelesen. Meine Uni, die FAU, nimmt an der Aktion mit ebendiesem Buch teil. Ich fand die Dystopie klasse und unglaublich realitätsnah!

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    • 5. Februar 2018 at 15:56
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      Tolle Aktion! 🙂 Und ja, da kann ich mich nur anschließen, die Geschichte wird sehr lebendig erzählt und hat unglaublich tolle Zitate!

      Reply
  • 5. Februar 2018 at 14:56
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    Du hast mich definitiv neugierig gemacht! Gerade wenn solch ein altes Buch so erschreckend unsere Gegenwart beschreibt – Faszination pur! So erging es mir vor Jahren mit “1984”, welche ja in der 40er geschrieben wurde und unser heutiges Big Brother und die Zensur (aber die ist ja leider auch schon ein paar Jahre alt) gut wiedergibt.

    Den Titel werde ich mir auf jeden Fall merken!

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    • 5. Februar 2018 at 16:08
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      Kann ich dir auch wirklich ehrlich ans Herz legen! Und es macht Spaß zu sehen und zu erleben, was Literatur auch über die Jahrhunderte so alles vermag! 🙂

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    • 5. Februar 2018 at 19:13
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      1984 hab ich damals in der Schule gelesen und das war eins der wenigen Bücher, die mich dort wirklich umgehauen haben und auch heute noch beeindrucken. Einfach ein richtiges Muss, wenn man sich mit dystopischer Literatur beschäftigt.

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      • 5. Februar 2018 at 19:27
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        Bei uns war “Brave New World” Schullektüre. Gruselige Erinnerungen an den Englisch-Leistungskurs werden da wach. 😀 Deshalb wollte ich in diesem Monat Huxley auch noch einmal lesen, eine Auffrischung tut erstens sowieso Not und zweitens gehören negative Assoziationen getilgt. “1984” ist wirklich ein großer Klassiker, ich bin neugierig, wie ich ihn für mich am Ende des Monats im Kontext mit all den für mich neuen Stoffen hier einordnen werde. 😀

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  • 5. Februar 2018 at 16:37
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    Schon erschreckend, wie nahe Dystopien der Wirklichkeit in vielen Aspekten kommen können, oder? Genau deswegen liebe ich sie. Die sind oft wie ein Warnruf an die Menschheit. Und wenn man “Die Maschine steht still” oder “1984” liest, und dann Parallelen zu unserem jetzigen Leben sieht, dann kann man nur hoffen, dass diese erfundenen Wort-Cast-Szenarien nie zur Gänze wirklich werden.

    Genau das macht aber den Reiz des Lesens der “älteren” Dystopien aus. Denn vieles aus den Büchern hat sich tatsächlich bewahrheitet, in der einen oder anderen Weise.
    Und wenn man sich dann die Dystopien der letzten Jahre ansieht, und sich vorstellt, dass nur ein kleiner Teil davon womöglich wahr werden könnte, dann sieht die Zukunft wirklich verheerend aus.

    Ich finde Dystopien wichtige Literatur. Eben als Warn- und Weckruf. (Und obendrein spannend zu lesen;-)).

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    • 5. Februar 2018 at 16:47
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      Ja, absolut, dieser prophetische Charakter kommt gerade bei den älteren Texten gut heraus und es ist spannend, dass auch die Sozialkritik von vor 100 Jahren gar nicht so weit weg ist von den Problemen, die wir heute auch haben. Wobei es dann auch erschreckend ist, dass sich keine signifikanten Verbesserungen in dieser Hinsicht eingestellt haben. Habe am Wochenende von Wells “Die Zeitmaschine” gelesen und auch da, 1895, war das Aufspalten der Gesellschaft und die Schere von Armut und Reichtum das Grundthema. Scheint nicht so, als wären wir da in den vergangenen Jahrzehnten großartig weitergekommen. 🙁

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  • 5. Februar 2018 at 19:11
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    Hallo!

    Danke für deine Verlinkung und die tolle Rezension. Ich hab mich gleich wieder in mein damaliges Lesegefühl hineingesetzt gefühlt. Ich finde diese wenigen Seiten sind ein echter Schatz an Literatur. Ein toller Einstieg auch in das Spezial “Dystopische Literatur” (ich liebe dieses Genre und musste da gleich mal eure Liste anschauen!).

    Viele Grüße, Ramona

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    • 5. Februar 2018 at 19:24
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      Hallo Ramona, danke für deinen Kommentar und die Blumen! 🙂 Stimme dir da absolut zu, ein wirklicher Schatz an Literatur ist das, so bemerkenswert im wahrsten Wortsinn.

      Ich mag dystopische Stoffe auch sehr, generell auch Science-Fiction, in den letzten Jahren habe ich da aber deutlich weniger gelesen als früher. Dabei liegen sie in ihrer Gesellschaftskritik dem Kriminalroman sehr nahe. Cool, dass du auch einen Blick auf unsere Lektüreliste geworfen hast! Ich hoffe, du vermisst “1984” nicht allzu sehr, wir haben es nicht mit drin, da wir es beide schon kannten und den Raum auch für andere Stoffe wie diesen hier nutzen wollten, der nicht ganz so populär ist.

      Viele Grüße, und einen schönen Abend noch!
      Katja

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  • 5. Februar 2018 at 21:41
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    So gut! jetzt bin ich schon am ersten Tag richtig gespannt, was noch folgen wird! Das hier klingt super interessant und wandert sofort auf die Leseliste. Gerade der Aspekt, dass das Buch über die Zeit kaum an Aktualität eingebüßt hat ist wahnsinnig erschreckend.
    Vom Lesen deiner Beschreibung gibt es doch einige Aspekte, die ich mir schwierig vorstelle. Wie steht es denn zum Beispiel mit der medizinischen Versorgung?
    Freue mich schon auf die nächsten Tage! Schönen Abend noch!

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    • 6. Februar 2018 at 16:40
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      Ein bisschen was wird über die medizische Versorgung in der Geschichte erzählt, und vieles erschließt sich beim Lesen aus dem Kontext, es wirkte auf mich alles erstaunlich schlüssig und vorstellbar. Ein Schuss Fiktion ist natürlich immer im Spiel. 🙂

      Und das eigentlich erstaunliche ist ja, dass es weit über Aktualität hinaus geht. Denn 1909 war kaum etwas von dem, was er an Technik beschreibt, wirklich alltäglich. Ich meine, er konnte nicht alles vorhersehen und an manchen technischen Spielereien merkt man den weitergedachten Standard von der Jahrhundertwende, aber so insgesamt, gerade was in die Computertechnik geht, da sieht er viel voraus, was damals so noch gar nicht mal aktuell war. Ein verrückter Hund! 😀

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  • 6. Februar 2018 at 9:33
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    Wieso muss ich gerade an Wall-E denken 😛
    Denke mal, da haben sich schon einige Künstler von der Story inspirieren lassen und so ein Abschalteknopf würde einigen Menschen sehr sehr sehr gut tun!
    Mal schaun, ob die Biblio das Büchlein hat, dann schau ich es mir mal genauer an :3

    Reply
    • 6. Februar 2018 at 16:47
      Permalink

      Ich habe Wall-E zwar auch gesehen (und verknallt geseufzt), aber beim Lesen gar nicht an den Film gedacht. Vermutlich weil trotz der fahrenden Sessel bei Wall-E die Menschen dort im Vergleich noch regelrecht mobil waren auf diesen Speedways mit der bunten Reklame und den Lichtern. Hier dominiert tatsächliche diese totale Isolation, so ganz ohne bunt.

      Ja, die Bibliothek ist ein da ein guter Ansatzpunkt. Ansonsten passt es von der Aufmachung und Verarbeitung im Regal auch ganz wunderbar zu “Moabit” von Kat Menschik und Volker Kutscher, zumal da dieses Jahr ja noch ein Edgar Allan Poe dazu kommt, wuhu!! 😀

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      • 7. Februar 2018 at 19:13
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        Die Biblio führt es nicht *schnief* Dann muss ich so mal stöbern gehn 😉
        Die Aufmachung ist wirklich fein!

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        • 7. Februar 2018 at 19:25
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          Es ist wirklich ein schönes Buch, lohnt sich schon auch für die Sammlung. Aber kann man bei eurer Bibliothek auch Titel anfragen, bzw. zur Anschaffung vorschlagen? Manchmal klappt sowas!

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          • 9. Februar 2018 at 9:44
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            Naja, da ich weiß, dass die momentan ne Sperre haben, neue Bücher zu kaufen, bringt das nicht viel und soooo groß ist ihre SciFi/Dystopie/MIx Ecke nicht. Mal schaun, wenn ich ins Gespräch komm, vllt erwähn ich es mal gaaaaanz dezent XD

            Reply
            • 9. Februar 2018 at 11:11
              Permalink

              Dann fällt das natürlich flach, stimmt. Aber vielleicht ja tatsächlich später mal!

              Reply

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