#DerWeisseAffe | Spurensuche: Ein Spaziergang durch Berlin

Der Herbst ist in diesem Jahr früh nach Berlin gekommen. Es ist irgendein Tag im Oktober, das Wetter mäßig, grau, unbestimmt und ich mache mich auf den Weg in die Victoria Bar, um dort die Eigentümerin und Autorin Kerstin Ehmer zu treffen.

Im September erschien ihr erster Kriminalroman »Der weiße Affe« im Pendragon-Verlag. Er spielt in den Goldenen Zwanzigern in Berlin, eine Zeit, die zwar schillernd, aber nicht immer glänzend war und die in den Geschichtsbüchern wie ein Platzhalter zwischen zwei Weltkriegen wirkt. Dabei strebte in den Jahren der Weimarer Republik die Kultur und die Gesellschaft nach Freiheit und Fortschritt, die Politik versuchte sich in Demokratie, scheiterte an Armut, Altlasten und Nationalsozialisten.

Kerstin Ehmer wollte in diesem Ambiente ihren Kriminalroman schreiben. Vorab sagte man ihr, dass das nichts werden würde mit ihrer Romanidee, das sind lauter Nischen, die niemanden interessieren, so abseitige Themenbereiche, da wäre das Publikum so klein, das hat am Markt keine Chance. Ihr Agent fand es zum Glück gut, sagte ihr, beim Krimi müsse man aber mehr Sog aufbauen.

Damit hatte Kerstin Ehmer kein Problem. Sie hält es mit dem Kultfilmemacher Billy Wilder, der immer sagte, »Du sollst nicht langweilen!« »Ich finde das nicht schlimm, ich habe da keine Berührungsängste, dass man sagt, man will auch unterhalten. Solange es nicht vollkommen idiotisch wird, habe ich damit wirklich kein Problem. Und ich lasse mich auch gerne unterhalten. Ich wollte das Buch schreiben, dass ich auch selber gerne lesen würde.«, so Ehmer.

Dann erzählt mir Kerstin Ehmer von dem amerikanischen Schriftsteller und Pulitzer-Preisträger Michael Chabon und dessen Roman »Die Vereinigung jiddischer Polizisten«. Eine volllkommen irre, wahnwitzige Geschichte, die sie stark beeindruckt hat. Auch Schriftsteller und Lektor Franz Hessel (1880-1941) und seine Erzählungen vom Berlin der 1920er Jahre waren unter anderem und unter vielen eine große Informations- und Inspirationsquelle. Ebenso die Biografie der Bildhauerin Renée Sintenis (1888-1965), ein Star der 1920er Jahre und eine selbstbestimmte Frau, deren Erbe heute noch in Form des kleinen Bronzebären fortbesteht, der jedes Jahr im Februar bei der Berlinale verliehen wird.

Kerstin Ehmer hat für ihren Roman vor allem eines getan, selber sehr viel gelesen. In Romanen, Dokumenten, Texten und Schriften jener Zeit, von Autoren, die in Berlin lebten, darüber schrieben, in Essays, Kolumnen, Biografien. Einiges davon wird heute von Verlagen gesammelt und wieder aufgelegt. Anderes sucht man sich selbst zusammen. Liest man sich durch diesen Stoff, erhält man ein gutes Bild und eine Idee vom Berlin der Weimarer Republik.

Mit dem Zweiten Weltkrieg wurde sehr viel in der Stadt zerstört, durch die Nazis wie durch die Luftangriffe, danach der Mauerbau und die Jahre der Teilung, die viele Ecken der Stadt in einen Dornröschenschlaf versetzte. Nach der Wiedervereinigung wurden nach und nach einzelne Viertel und Plätze komplett neu aufgezogen, andere völlig vernachlässigt. Und seit ein paar Jahren gibt es in der Stadt einen Bauboom, der jede Baulücke mit einem neuen, schicken und immer gleich aussehenden, hohen Wohnhaus schließt. Finden sich hier überhaupt noch Spuren aus den 1920er Jahren? Ich habe einige Schauplätze des Krimis besucht und mit Kerstin Ehmer über deren Geschichte und Weg in den Roman gesprochen.

 

Erster Schauplatz: Der Lehrter Bahnhof – Ariel Spiros Ankunft in Berlin
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»Lehrter Bahnhof. Die Berlin-Hamburger-Bahn spuckt im Rauch der ächzenden Lokomotive den jungen Kriminalbeamten Ariel Spiro mit 52 Minuten Verspätung auf den überfüllten Bahnsteig.« (Textstelle aus Kerstin Ehmers Kriminalroman »Der weiße Affe«)
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»Ich habe gedacht, dass ich über Identitäten schreiben wollte und dass das dem Roman zugrunde liegt. Spiro kommt in Berlin an, hat diesen Koffer dabei, weil der Zug zu spät ist und dann wird er abwechselnd für einen neuen Mieter, einen Hausierer, einen Vertreter oder einen Klavierstimmer gehalten. Und das ist so lustig, wie schnell das einfach geht, und das Identität quasi nur als Interpretation des Gegenübers besteht, wie schnell sich das ändern kann.

Und dann auch, was man natürlich in Frage stellen kann, was ist jüdisch, was ist nicht jüdisch, weil da eine ganz große Bandbreite aufgemacht wird. Spiro selber ist am Ende auch unsicher, die Juden halten ihn für einen Juden und nehmen ihn auf, er distanziert sich, um dann rauszufinden, dass er zumindest doch ein Teil Jude ist. Es geht hin und her. Aber auch die Identitäten von Mörder und Opfer tauschen sich so ein bisschen aus, weil der Täter eigentlich gleichzeitig Opfer ist. Das dreht sich und löst sich so ein bisschen auf und darauf wollte ich diese Geschichte bauen.

Spiro ist als Figur auch wichtig, der steht so zwischen allen Stühlen, der ist angestellt, der ist weder Arbeiter noch Fabrikant, der ist schlau, hat Jura studiert, der ist entwurzelt, der ist ohne seine Familie, der ist das ideale Vehikel um einen mitzunehmen. Der ist niemandem verpflichtet, er weiß noch nicht einmal, ob er bleibt. Das macht es einfacher, weil man so auf seinem Rücken da reinreiten kann.«, sagt Kerstin Ehmer über ihren Protagonisten Ariel Spiro.

 

 

Zweiter Schauplatz: Ariel Spiros Quartier am Karlsbad
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In dieser Straße bezog Ariel Spiro in der kleinen Pension der Kriegerwitwe Margarete Koch ein Zimmer zur Untermiete.
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»Ich finde es schon ganz gut, dass man nicht irgendwelche Geschehen völlig falsch verortet. Und das kriegt man ja auch rund, es ist nicht so ein Geheimnis, wie welche Stadtteile damals konnotiert waren. Obwohl man aufpassen muss, über welche Zeit man schreibt. Denn es ist wirklich ein riesiger Sprung von 1925/26 nach 1928/29, wo dann nochmal die Geldentwertung kam und sich irgendwie die halbe Stadt prostituiert hat.

Diese Wohnung am Karslbad, die hat Franz Hessel in seinen Aufzeichnungen beschrieben. Direkt in der Nachbarschaft zu der Fabrik war dort dieses Überbleibsel eines Landhauses. Und das habe ich dann bevölkert und zum Schauplatz gemacht.«, so Ehmer.

 

 

Dritter Schauplatz: Das Wohnhaus der Familie Fromm am Magdeburger Platz
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»Am Magdeburger Platz rauschen die Ulmen, sonst vornehme Stille. Es ist nicht weit zum Tiergarten, gleich hinterm Landwehrkanal leistet sich die schnell gewachsene Stadt ein großes Stück Grün.« (Textstelle aus Kerstin Ehmers »Der weiße Affe«)
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»Am Magdeburger Platz kenne ich die Wohnung einer Kunstsammlerin, und es ist halt unglaublich. Die Wohnungen existieren zum Teil auch noch heute so, wenn sie nicht aufgeteilt wurden und man kann dort nochmal eine Idee von den Ausmaßen bekommen, also das ist durchaus noch da. Ich möchte gar nicht wissen, was man dort an Heizkosten bezahlt, die Deckenhöhe und die Raummaße in diesen Wohnungen, nicht weniger als hier in der Bar.«, sagt Kerstin Ehmers und lässt die Hand durch den meterlangen Raum schweifen, in dem wir sitzen.

 

 

Vierter Schauplatz: Das Institut für Sexualwissenschaften
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Entlang der Spree geht es durch den Tiergarten zu der Gedenksäule …
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»Was mich interessiert, ist dieses Nebeneinander von totaler Reaktion, also politisch, und unglaublich fortschrittlichen Dingen, wie Hirschfeld, der erste Geschlechtsumwandlungen vorgenommen hat, dann die Crossdresser als Hausmädchen, die dort arbeiten.

Das ganze homo-erotische Leben, das war geradezu angesagt und schick in bestimmten Gesellschaftskreisen. Da sind wir heute schon wieder zwei Schritte zurück, das finde ich interessant. Die ganz großen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen sind schon abgearbeitet, aber es gibt da sehr viele Teilaspekte, die ich gut finde.

Hirschfeld ist dann quasi geflüchtet, er ist auf eine sehr lange, über ein Jahr dauernde Vortragsreise gegangen, sein Institut wurde dann von Studentenbündlern leergeräumt, geplündert und angezündet. Man konnte es irgendwie nicht retten,  das ist tatsächlich ziemlich dramatisch, weil ganz viel Forschung vernichtet worden ist. Friedrich Ebert war in dem Punkt relativ fortschrittlich, der hat das Institut schon so ein bisschen protegiert.

Die haben dort ja auch damals nicht nur die im Roman beschriebene Sammlung ausgestellt, die haben auch wirklich Aufklärung gemacht, also Aufklärung im Sinne von Wie verhüte ich?, das waren dann diese Eheberatungen, das hieß aber auch, über Geschlechtskrankheiten zu beraten, was damals ein gigantisches Thema war.«, fasst die Autorin zusammen.

 

 

Fünfter Schauplatz: Das Bayerische Viertel und die Bar »Kokotte«
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Bayerisches Viertel.
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Die Bar »Kokotte« im Bayerischen Viertel ist eine Melange aus all den zahlreichen bunten und prächtigen Bars jener Zeit. Der aus dem Französischen stammende Name bezeichnet eine vornehme Prostituierte und kokettiert mit der Freizügigkeit und der Frivolität. Kerstin Ehmer dazu:»Es gab dort eine Bühne, wie auch in ganz vielen anderen Lokalitäten, die haben da alle getanzt wie irre, auch schon am Nachmittag, und das war auch ein ganz großes Thema damals. Überall, wo etwas los war, gab es auch einen Platz für ein Orchester. Die »Kokotte« ist in der Zusammensetzung auch ein bisschen eine Mischung aus »Eldorado« und allen möglichen anderen Bars. Das »Eldorado« gab es in der Martin-Luther-Straße und auch in der Motzstraße, das war sozusagen eine Zweitstelle.«

Neben Curt Morecks »Führer durch das lasterhafte Berlin« aus dem Jahre 1931 – Moreck galt als Bestsellerautor der frühen 1930er Jahre im Rowohlt Verlag – fand Kerstin Ehmer in der Literatur viele Beschreibungen, in den Romanen von Erich Kästner, Irmgard Keun, Joachim Ringelnatz.

»Und das Nachtleben damals, es war zwar schon grundlegend anders als heute, aber es hat auch dieselbe alkohol- und drogengeschwängerte Geschichte, die die Kommunikation und das Aufeinanderzugehen sozusagen beschleunigen. Das gibt es heute nach wie vor auch. Ich glaube, dass die damals noch etwas wilder waren, weil die viel mehr erlebt haben. Es sind so viele Menschen im Ersten Weltkrieg geblieben, es gab die Inflation, viele Leute haben einfach alles verloren, der Drang, den Moment tatsächlich hochleben zu lassen, der war, glaube ich, etwas stärker ausgeprägt.«, schließt Kerstin Ehmer.

 

© Die Bildrechte aller Fotos in diesem Beitrag liegen bei der Blogbetreiberin Katja Rittig. Die Bilder dürfen ohne schriftliche Genehmigung weder reproduziert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

 


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Die Verlosung

Im Rahmen der Blogtour verlost der Pendragon Verlag drei Mal ein Exemplar von Kerstin Ehmers „Der weiße Affe“. Um an der Verlosung teilzunehmen, müssen die TeilnehmerInnen ein Lösungswort bilden. Das Lösungswort findet sich in den fünf Blogbeiträgen zu der Tour. In jedem Beitrag findet sich ein fett gedruckter Buchstabe – das Lösungswort besteht also aus fünf Buchstaben.

Zur Teilnahme an der Verlosung muss das Lösungswort an presse@pendragon.de gesendet werden. Einsendeschluss ist Freitag, der 27. Oktober 2017 um 23:59 Uhr.

Die drei Gewinner werde aus allen Teilnehmern ausgelost. Nach der Auslosung werden die Gewinner per Mail benachrichtigt und um ihre Adressdaten gebeten. Die Adressdaten der Gewinner werden nur für den Versand benötigt und werden nicht an Dritte weitergegeben. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt Ihr euch mit diesen Bedingungen einverstanden.

Viel Glück!


 

Blogtour-Header

Und es geht noch weiter! Die Blogtour #DerWeisseAffe im Überblick:

Montag, 16.10. – Die Leserin
Rezension zum Roman

Dienstag, 17.10. – hier bei mir
Spurensuche – Ein Spaziergang durch Berlin

Mittwoch, 18.10. – Die dunklen Felle
Die Geschichte von Alexander – Verwahrlosung und Überliebe

Donnerstag, 19.10. – Life4Books
Die 20er Jahre – Das Zeitalter der sexuellen Befreiung und der schillernden Bars

Freitag, 20.10. – KeJas-BlogBuch
Kommissar Spiro schreibt nach Hause …

20 Kommentare zu “#DerWeisseAffe | Spurensuche: Ein Spaziergang durch Berlin

  • 17. Oktober 2017 at 13:30
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    Feiner Beitrag! So etwas mit Schauplätzen – in der Gegenwart – find ich immer faszinierend!

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    • 17. Oktober 2017 at 14:11
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      Vielen Dank, es war eine echte Bereicherung für mich, besonders der Besuch der Gedenksäule für Dr. Magnus Hirschfeld hat nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Auch die Orte des Erinnerns im Bayerischen Viertel. Und der Bioladen im ehemaligen Szenelokal. 😀 Sehr coole Erfahrung für mich und umso cooler, das mit euch teilen zu können!

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  • 17. Oktober 2017 at 17:11
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    Wow, wie bei der Leserin hab ich mich in Deinem Beitrag direkt ins Buch versetzt gesehen.
    Sehr schön die Bilder, da hast du eine geniale Tour präsentiert 🙂
    Das Buch selbst hat mich auch durch die vielen kleinen Details und dem sehr gut recherchierten Hintergrund überzeugt.
    Weiterhin viel Spaß mit der Blogtour.
    Liebe Grüße
    Kerstin

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    • 17. Oktober 2017 at 20:33
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      Hallo Kerstin,

      vielen Dank, das freut mich! 🙂 Es ist für mich total faszinierend zu sehen, wie sich Autoren beim Schreiben in eine andere Zeit reindenken. Und wenn es so überzeugend gelingt wie hier, dann ist das einfach wunderbar und fortsetzungswürdig und ich bin selbst gerade tierisch interessiert an Literatur aus dieser Zeit.

      Danke für deinen Kommentar und liebe Grüße,

      Katja

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      • 17. Oktober 2017 at 20:36
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        Geht mir auch so. Generell lese ich eh alles zeithistorische sehr gerne
        Um Moment ‘Der zweite Reiter’, spielt ebenfalls nach dem 1. WK und ist auch gut gelungen 🙂

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        • 17. Oktober 2017 at 20:40
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          Auf “Der zweite Reiter” bin ich gespannt, das wollte ich auch noch gerne lesen. Momentan habe ich aber erstmal Literatur im Auge, die auch tatsächlich aus der Zeit stammt. Da sind mir einige interessante Sachen begegnet, als ich für den Beitrag recherchiert habe. Hach, wenn man doch nur so viel Zeit hätte wie Bücher, die man lesen will. 😀

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  • 17. Oktober 2017 at 20:19
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    Auf deinen Beitrag habe ich ja schon sooo gewartet! Und der ist sooo toll geworden. Ich liebe es, wenn es Bilder von Schauplätzen gibt, die es in echt gibt oder gegeben hat. Das macht ein Buch nochmal authentischer.
    Vielen Dank für die schönen Bilder! Und deinen wirklich sehr guten Beitrag dazu. Das Warten hat sich ausgezahlt :-).

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    • 17. Oktober 2017 at 20:36
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      Hach, dankeschön, das freut mich! Ich habe die Erkundungen selbst total genossen, besonders der Gedenkstein für Hirschfeld im Tiergarten, das war schon ein besonderer Ausflug. Auch der Streifzug durch das Bayerische Viertel. Man lebt zwar seit Jahrzehnten in dieser Stadt, kennt aber die meisten Ecken selbst kaum, Berlin ist einfach so groß.

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      • 18. Oktober 2017 at 11:46
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        Ich muss zugeben, dass Berlin als Reiseziel erst durch verschiedene Bücher und Autoren auf meiner Lebenstodoliste gelandet ist. Anscheinend eine sehr bunte, vielfältige Stadt, die ich hoffentlich in diesem Leben noch besuchen kann. Irgendwann.

        Ich hoffe, der Zeitpunkt der Blogtour so direkt nach der Frankfurter Buchmesse ist nicht zu ungünstig gewählt. Merke es bei Twitter, da ist es ziemlich ruhig und mit Postings über Rezensionen, Bücher und Co. wird kaum interagiert. Richtig viel kommuniziert wird über die FBM-Beiträge und den Vorfälle dort.

        Wünsche dem Buch und dem Verlag viele, viele (neue) Leser. Der Pendragon ist ja wirklich eine Wucht und ich sehe es, wie schwer es Kleinverlage haben, ihre Bücher in die Buchhandlungen zu bekommen. Meinen Buchhändler konnte ich noch immer nicht überreden, die Pendragon Bücher ins Sortiment zu nehmen, obwohl “meine” Buchhändlerin dort auch ganz begeistert ist (hat was mit Absatzmöglichkeiten zu tun, so viel habe ich wenigstens herausbekommen). Aber um mehr zu verkaufen, muss ich überhaupt erst mal was vorrätig haben, finde ich. Die haben ja auch andere “spezielle” Titel lagernd, nur halt von den großen Verlagen. Von daher finde ich die Aussage wirklich nur eine Ausrede, warum auch immer. Ich gebe nicht auf und lasse nicht locker und frage jedes Mal extra nach. 🙂

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        • 18. Oktober 2017 at 12:50
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          Berlin ist schon spannend, sehr sehr vielfältig und voller Geschichte und es gibt viele grüne Ecken. Aber mich verbindet auch eine Hass-Liebe mit dieser Stadt. Manchmal ist es ätzend hier. Und dann wieder schön. Und wieder nervig. Und wieder spannend. Na ja, ist wohl überall so. 🙂

          Ja, tatsächlich scheint sich der Zeitpunkt als nicht ganz so optimal zu erweisen. Merke es auf FB auch. Scheint mir zumindest so. Aber die aktuellen Ereignisse konnte man so in der Form nicht wirklich einplanen. Nicht, dass es überrascht.

          Mir geht es da wie dir, ich hoffe auch sehr sehr sehr, dass Autorin und Verlag viele Leser finden und das es weiterhin so fantastische Bücher dort gibt. Man sieht die Titel tatsächlich nicnt so häufig, in Berlin kommt es noch regelmäßiger vor, bei Miss Marple sind die Titel zum Beispiel immer da, auch bei einem Riesen wie Dussmann findet man die kleinen Verlage. Ansonsten stecke ich in der Materie nicht so gut drin, also ich weiß nicht, wie genau eine Buchhandlung ihre Ware da planen und kalkulieren muss. Aus Lesersicht wünsche ich mir natürlich, dass mir eine Buchhandlung Perlen zeigt und ein Profil hat, deshalb gehe ich ja so gerne zu Miss Marple, da gibt es genau das Angebot an Büchern, das mich anspricht.

          Und ich bin naiv genug zu glauben, dass es immer etwas bringt, sich für kleine Verlage einzusetzen, egal wie und in welcher Form. Habe schon so manche Menschen in meinem Umkreis auf zum Beispiel Andreas Kollenders “Von allen guten Geistern” gebracht und das freut mich dann tierisch, wenn ich höre, ich habe sie so neugierig auf das Buch gemacht, dass sie es sich gekauft haben und eine tolle Zeit damit hatten und das Lesen mochten. Das ist perfekt, das ist kleines kleines Vieh, aber es macht eben auch Mist. 🙂

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  • 18. Oktober 2017 at 21:51
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    Ich muss gestehen – gestern hab ich nur kurz reingelesen und eben geteilt, heute habe ich endlich Zeit gefunden, Deinen Beitrag in Gänze zu lesen und auch alle Bilder anzusehen. Und ich muss sagen, ich bin absolut geplättet.
    Fast schon tut es mir leid zu sagen, aber im ersten Moment sind die Aussagen von Kerstin Ehmer bei mir untergangen, ich war total geflasht von Deinen Bildern. Aber keine Sorge, ich hab es dann nochmal gelesen und weiß natürlich auch das Interview zu würdigen. Dass Deine Bilder qualitativ spitze sind und ich ganz neidisch darauf gucke, brauch ich eigentlich gar nicht erwähnen, das versteht sich von selbst. Aber diese fast schon intimen Einblicke in ein ganz anderes Berlin. Ich bin durch einen wahren Gefühlsstrudel gewandelt… zwischen freudig strahlend und mit Tränchen in den Augenwinkeln. Mir ist klar, dass heute vieles anders aussieht und fast ist es schade, dass es so viel neue Architektur gibt, aber auch die Mischung aus Alt und Neu hat definitiv ihren Reiz. Dann die Gedenksäule und die Monumente im Bayrischen Viertel… aber dann soviel grün und diese Herbstimpressionen.
    Ah – ich weiß gar nicht, wie ich das alles ausdrücken soll.
    Ein wirklich absolut einmaliger Beitrag und sehr, sehr gelungen. Ich bin mir sicher, es hat Dich viele Stunden gekostet, aber das hat sich wirklich gelohnt!

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    • 18. Oktober 2017 at 22:16
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      Hu, ich bin gerade selber ganz sprachlos, vielen vielen Dank! Es macht mich sehr sehr froh und happy, dass all diese Emotionen bei dir rübergekommen sind, die ich auch selber bei dem Gang durch die Stadt hatte. Das ist ein wahnsinnig schönes Lob, hab vielen Dank dafür! 🙂 Auch, dass du dir die Zeit genommen hast, alles zu lesen und anzuschauen, und zu kommentieren. Danke! Ich bin ganz angerührt.

      Ist aber auch ein emotionales Ding mit all diesen Erinnerungen und Verbindungen zum Roman. Bei der Gedenksäule für Magnus Hirschfeld hatte ich eine aufrichtige Trauer darüber verspürt, dass seine Arbeit durch die Nationalsozialisten zerstört wurde. Einfach weil man durch den Roman so eine Nähe dazu entwickelt hat. Wenn Bücher das mit einem machen, dann ist doch alles richtig irgendwie. Und mit dem Herbstwetter, als hätte es keinen besseren Zeitpunkt dafür geben können, ein großes Glück.

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  • 19. Oktober 2017 at 9:59
    Permalink

    Die Zeit ist bei mir gerade sehr knapp bemessen, aber ich weiß ja wie viel Arbeit nicht nur hinter so einer Blogtour stecken, sondern auch hinter einem Interview. Besonders die Fotos werden Stunden in Anspruch genommen haben, da sie ja nicht alle in einer Gegend aufgenommen wurden. Und darum ist mir schon wichtig alles genau zu lesen und zu kommentieren. Denn über Kommentare freut man sich ja doch immer am meisten. Aber auch so ist es schade, wenn Blogartikel nur überflogen werden – jeder Blogger gibt sich ja Mühe beim Verfassen und steckt dort Zeit rein. Ich versuche immer, die Beiträge, die ich auf meinen Lieblingsblogs noch nicht gelesen habe, nachzuholen.

    Ich muss zugeben, ich fühle mich von Deiner Fotostrecke sehr inspiriert. Ich habe schon mal vor einem Jahr überlegt, ob ich nicht für einen Christine Lehmann Krimi auch eine Fotostrecke basteln – Stuttgart liegt ja quasi vor meiner Haustür, aber ich habe die Idee verworfen. Ich kram die jetzt nochmal raus…

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    • 19. Oktober 2017 at 17:07
      Permalink

      Ja, das stimmt, Kommentare sind immer wunderbar, überhaupt jede Form von Feedback. Gleichzeitig weiß man, wie schnell so ein Tag wieder rum ist. Ich lasse die Beiträge, die ich in Ruhe lesen will auch meist in meinem E-Mailpostfach, also die Benachrichtigungen darüber, und wenn dann Zeit , hole ich das Lesen und bestenfalls auch kommentieren nach.

      Über Fotostrecken zu Romanen habe ich auch schon öfter mal nachgedacht, immerhin spielen genügend Romane, die man so liest, in meiner Stadt. Aber irgendwie mangelte es dann immer an der Zeit. Oder wenn die Zeit da ist, ist das Wetter grottig. 😉 Aber ich spiele mit dem Gedanken, auf dem Blog ab und an mal Berliner Ecken in so einer Fotoserie zu zeigen. Mal gucken, ob das auf Interesse stößt. Fände es aber super, soetwas auch zu anderen Orten und Städten und Romanen zu sehen, insofern, ich würde mich echt freuen und wäre tierisch gespannt, wenn du soetwas in Angriff nehmen würdest. 🙂

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