Verlagsschau im August 20.17

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Jeden Monat erscheinen reihenweise interessante Bücher. Für die Verlagsschau sichte ich grob die Novitäten und stelle eine Auswahl an Titeln zusammen, die mir beim Durchblättern der Verlagsprogramme aufgefallen sind und vielversprechend erscheinen. Und ich erzähle kurz, warum. Los geht es, hier ist meine Auswahl für den August und wie bereits im Juli angedeutet, ist es eine enorme Menge an Titeln, die diesen Monat mein Interesse weckt.

Da ich mich im Laufe der Woche noch in meine jährliche Sommer-Blogpause verabschiede, gebe ich Euch heute also noch einmal einen ordentlich gefüllten Beitrag zum Stöbern und Schmöckern mit und bin gespannt, welche Titel ihr euch vielleicht schon längst notiert habt oder ob noch neuer Stoff dabei ist.

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© Hanser

Colson Whitehead – Underground Railroad

Klappentext: Cora ist nur eine von unzähligen Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen Georgias schlimmer als Tiere behandelt werden. Alle träumen von der Flucht – doch wie und wohin? Da hört Cora von der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven. Über eine Falltür gelangt sie in den Untergrund und es beginnt eine atemberaubende Reise, auf der sie Leichendieben, Kopfgeldjägern, obskuren Ärzten, aber auch heldenhaften Bahnhofswärtern begegnet. Jeder Staat, den sie durchquert, hat andere Gesetze, andere Gefahren. Wartet am Ende wirklich die Freiheit?

Colson Whiteheads Roman ist eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, schwarz zu sein in Amerika.

erscheint am 21.08.2017 bei Hanser | EUR 24,00

Mein Kommentar: Ein Titel, der gleich zu Beginn der Vorschauendurchsicht auf meiner Liste gelandet ist. Und daher nun schon ein Weilchen Zeit hatte, Erwartungen aufzubauen. Aber die Erwähnungen von Leichendieben, Kopfgeldjägern, obskuren Ärzten und heldenhaften Bahnhofswärtern sprechen für sich. Und mich an. Dazu eine Thematik, die voller Emotionen und Gedanken sein wird. Ich habe irgendwie ein gutes Gefühl bei diesem Buch. Ach ja, und einen Pulitzer gab es auch noch. Ganz frisch, 2017. Macht mir aber nix. Hätte das Buch auch ohne Aufkleber auf die Liste gesetzt.

 

 

© Suhrkamp

David Whish-Wilson – Die Ratten von Perth

Klappentext: Perth, Western Australia, 1975. Die Chefin eines Luxusbordells wird ermordet. Es besteht kein Zweifel daran, dass Polizisten die Frau publikumswirksam hingerichtet haben. Alle Ermittlungen aber verlaufen im Sande. Superintendent Frank Swann will das nicht hinnehmen und ermittelt auf eigene Faust gegen seine Kollegen. Deswegen ist sein Ruin beschlossene Sache in den Etagen der Macht. Mit einem aufwändigen Verfahren soll er aus dem Verkehr gezogen werden. Aber Swann ist zäh, ruppig und gefährlich. Er schlägt zurück und setzt damit sein Leben und das seiner Familie aufs Spiel. Dass er früher selbst kriminell war und selbst beste Kontakte im Milieu hat, hilft ihm in dem mörderischen Überlebenskampf. Auch wenn seine Chancen nicht allzu gut sind.

erscheint am 07.08.2017 bei Suhrkamp | EUR 9,95

Mein Kommentar: Das klingt natürlich erstmal Sahne. Da kann ich noch so viel spekulieren und schwadronieren, dieses Buch will halt gelesen werden. Punkt.

 

 

© Insel

Ellen Dunne – Harte Landung

Klappentext: Patsy Logan, 38, deutsch-irische Kommissarin beim Münchner LKA, ermittelt in einem angesagten Online-Unternehmen. Schnell zieht der Fall immer weitere Kreise, der mediale und interne Druck ist enorm. Und auch Patsys Privatleben gerät zunehmend in Schieflage …

Carolin Höller, Top-Managerin bei der erfolgreichen Online-Tauschbörse Skiller, hat alles: Musterkarriere. Musterehe. Musterkinder. Bis man sie unterhalb ihres Bürofensters tot auffindet. Schnell ist klar: Sie ist nicht freiwillig gesprungen. Immer tiefer gräbt sich Patsy in Carolins Leben und die Strukturen von Skiller, stößt auf Lügengebäude und hohle Fassaden. Erst recht, als man sie ins Skiller-Hauptquartier nach Dublin schickt. Ausgerechnet in die Stadt, um die sie seit dem Selbstmord ihres Vaters einen großen Bogen macht. Kein gutes Omen. Und prompt überschlagen sich die Dinge …

Harte Landung ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe um Hauptkommissarin Patsy Logan. Schlagfertig und eigensinnig liefert die »Frau der Stunde« Ergebnisse – mit klarem Verstand, trockenem Humor und einem Instinkt, der niemandem unheimlicher ist als ihr selbst.

erscheint am 07.08.2017 bei Insel | EUR 10,95

Mein Kommentar: Nicht ganz unvoreingenommen werde ich diesen Roman lesen, da ich die Autorin seit einer sehr angenehmen, längeren Weile über die Sozialen Netzwerke kennen und schätzen gelernt habe. Das gehört hier der Transparenz halber erwähnt, ändert aber – leider – nichts daran, dass ich das Buch entweder mögen oder nicht mögen werde. Ellen Dunne hat bereits zwei Romane veröffentlicht, »Für immer mein« und »Wie du mir«. Letzteren habe ich gelesen und als sehr eindringliche und aktuelle Lektüre in Erinnerung behalten, da er sich mit der IRA, darüber hinaus mit dem Terror des Terrors beschäftigt, mit den Menschen, und davon sehr fundiert und stilsicher erzählt. Unter diesen Vorzeichen freue ich mich eben sehr auf diesen neuen Weg, den die Autorin mit dem Reihenauftakt um die Kommissarin Patsy Logan einschlägt.

 

 

© Suhrkamp

Louise Mey – Das Spiel mit der Angst

Klappentext: Alex Dueso ist Chef der Pariser Sondereinheit zur Bekämpfung von Sexualdelikten. Alex Dueso liebt Statistiken und das Feierabendbier mit Kollegen. Und Alex Dueso ist eine Frau. Das wird ihr nun zum Verhängnis.

Dueso, alleinerziehende Mutter und hartgesottene Kriminalpolizistin, hat es sich in den Kopf gesetzt, zusammen mit ihrem Ermittlerteam der Gewalt gegen Frauen in ihrer Stadt ein Ende zu setzen. Die völlig uneinsichtigen Täter, mit denen sie es zu tun bekommt, sind ihr mehr als zuwider. Doch plötzlich wird alles anders, als ein männliches Opfer auftaucht, das noch dazu aus Scham nicht über die Nacht des Verbrechens sprechen will. Bald darauf kommt es zu weiteren Überfällen auf Männer, und der Beginn einer unerhörten Gewaltserie stellt Dueso und ihren Freund und Kollegen Marco auf eine harte Probe: Sie müssen ihr bisheriges Ermittlungsschema über Bord werfen und sich in die Psyche der frauenfeindlichen Opfer begeben – und zwar sehr viel tiefer, als ihnen lieb ist.

erscheint am 07.08.2017 bei Suhrkamp | EUR 10,95

Mein Kommentar: Habe ich mir beim ersten Durchschauen der Vorschau nicht notiert, erst beim zweiten Durchgang. Was genau der Grund dafür war, weiß ich auch nicht. Vielleicht bin ich so simpel gestrickt, dass mir die »hartgesottene« Polizistin den entscheidenden Schups gegeben hat. Andererseits ist für mich die »alleinerziehende Mutter« das literarische, stereotypische Gegenstück zum alkoholabhängigen Kriminalkommissar. Da hängen bei beiden Figurenschablonen zu viele Klischees dran. Und nicht wenige können trotzdem gute Geschichten damit erzählen. Insofern überwiegt wohl die Neugier.

 

 

© Suhrkamp

Simone Buchholz – Beton Rouge

Klappentext: Ein scheinbar Irrer sperrt mitten in Hamburg Manager nackt in Käfige, und Staatsanwältin Chastity Riley, die von ihren Chefs hin und wieder von der Leine gelassen wird, muss ran. Ihre Ermittlungen führen sie in die Welt der Verlagshäuser und Kaderschmieden. Ihr Freundeskreis führt sie in den Wahnsinn, denn ausgerechnet die paar Menschen, die ihr im Leben Halt geben, erweisen sich plötzlich durch die Bank als wankelmütige Gesellen.

Ein ungewöhnlich warmer Septembermorgen auf St. Pauli. Der Regen der letzten Nacht ist noch nicht verdunstet, und vor dem Gebäude eines großen Zeitschriftenverlags steht ein Käfig, darin der Chef der Personalabteilung. Nackt, bewusstlos und offensichtlich misshandelt. Drei Tage später steht der nächste Käfig vorm Verlag, diesmal liegt der Geschäftsführer drin. Riley und ihr neuer, undurchsichtiger Kollege Stepanovic glauben zunächst an einen Racheakt der Verlagsmitarbeiter – seit Jahren werden Leute entlassen, während sich die Führungskräfte dicke Boni in die Taschen stopfen. Als dann ans Licht kommt, dass beide Opfer nicht nur ihr Status, sondern auch eine mehr als zweifelhafte Vergangenheit verbindet, verschwindet der Vorstandsvorsitzende …

erscheint am 07.08.2017 bei Suhrkamp | EUR 14,95

Mein Kommentar: Simone Buchholz ist quasi selbsterklärend auf dieser Liste. Die Reihe um Chastity Riley gehört sicherlich zu den Büchern, die ich aus einem brennenden Haus retten würde, wenn es in diesem Szenario keinerlei Möglichkeiten digitaler und analoger Reproduktion von Schriftgut geben würde. Vermutlich aber auch in jeder anderen, wie auch immer apokalyptisch, gearteten Situation. Kurzum, wer Simone Buchholz noch nicht kennt, möge sie bitte lesen; wer sie kennt, und nicht mochte … ja da weiß ich jetzt auch keinen Rat.

 

 

© Liebeskind

Ottessa Moshfegh – Eileen

Klappentext: Eine Kleinstadt in Neuengland, Weihnachten 1964. Die vierundzwanzigjährige Eileen Dunlop hasst sich und die Welt. Sie muss für ihren paranoiden, alkoholkranken Vater sorgen, einen ehemaligen Cop, mit dem zusammen sie in einem heruntergekommenen Haus lebt. Ihren mageren Lohn verdient sie sich als Sekretärin in einer Vollzugsanstalt für jugendliche Straftäter. Als die schöne Harvard-Absolventin Rebecca Saint John ihren Dienst als Erziehungsbeauftragte des Gefängnisses antritt, ist Eileen sofort Feuer und Flamme. Sie wünscht sich nichts sehnlicher, als zu sein wie diese selbstbewusste, unabhängige Frau. Doch die Freundschaft von Rebecca Saint John hat einen hohen Preis. Eileen wird in ein grauenhaftes Verbrechen hineingezogen …

In ihrem preisgekrönten Roman beschreibt Ottessa Moshfegh das Schicksal einer jungen Frau, die ausbrechen will aus einer von dunklen Obsessionen und roher Gewalt geprägten Welt. Eigentlich kann man dieser Welt nicht entkommen. Es sei denn, man nimmt das Gesetz in die eigene Hand.

erscheint am 21.08.2017 bei Liebeskind | EUR 22,00

Mein Kommentar: Wenn ich die Autorin nicht bereits in gelesener Gestalt kennen und mögen würde, hätte in jedem Fall das Cover bei mir Eindruck hinterlassen. So hat das aber die Autorin bereits mit ihrem Roman »McGlue« im letzten Jahr selbst erledigt, das mit dem Eindruck hinterlassen. Also freue ich mich schon recht diebisch auf diese Geschichte, klingt doch der beschreibene Verlagstext bestechend gut und interessant und vielversprechend.

 

 

© Blessing

Viet Thanh Nguyen – Der Sympathisant

Klappentext: Im April 1975 wird eine Gruppe südvietnamesischer Offiziere unter dramatischen Bedingungen aus Saigon in die USA geflogen. Darunter ein als Adjutant getarnter kommunistischer Spion. In Los Angeles soll er weiterhin ein Auge auf die politischen Gegner haben, ringt jedoch immer mehr mit seinem Doppelleben, den Absurditäten des Spionagewesens, der Konsumgesellschaft und seiner eigenen Identität: “Ich bin ein Spion, ein Schläfer, ein Maulwurf, ein Mann mit zwei Gesichtern. Da ist es vielleicht kein Wunder, dass ich auch ein Mann mit zwei Seelen bin.“

Ein literarischer Polit-Thriller über den Vietnamkrieg und seine Folgen, eine meisterhafte Aufarbeitung über die Missverständnisse zwischen Kapitalismus und Kommunismus, ein schillerndes Werk über das Scheitern von Idealen, ein bravouröser Roman über die universelle Erfahrung von Verlust, Flucht und Vertreibung.

erscheint am 14.08.2017 bei Blessing | EUR 24,99

Mein Kommentar: Ziemlich neugierig bin ich auf diesem Roman. Ich habe bisher keine allzu genaue Vorstellung davon, was ich von diesem Roman erwarte und das macht vermutlich auch seinen Reiz für mich aus. Thematisch definitiv ein interessanter Titel. 2016 mit dem – das ist er wieder – Pulitzer Preis ausgezeichnet, und, einen Tacken interessanter für uns Krimimenschen, im selben Jahr mit dem Edgar für den besten Erstlingsroman ausgezeichnet. Auch die Covergestaltung darf hier ruhig mal Erwähnung finden. Sehr großartige Grafik!

 

 

© Heyne Hardcore

James Lee Burke – Zeit der Ernte

Klappentext: Eine texanische Kleinstadt an der Grenze zu Mexiko. Als Hackberry Holland im Jahr 1967 aus dem Koreakrieg zurückkehrt, wird er von vielen Seiten zu einer politischen Karriere gedrängt. Doch der Anwalt setzt sich stattdessen für einen mexikanischstämmigen Landarbeiter ein, der kurz vor seiner Freilassung im Gefängnis ermordet wird. Bald kommt es zu handfesten Auseinandersetzungen mit der Polizei und gewaltbereiten Rednecks.

erscheint am 28.08.2017 bei Heyne Hardcore | EUR 18,00

Mein Kommentar: Endlich der erste Band der Hackberry-Holland-Reihe! Seit »Regengötter« – der zweite Band der Reihe – 2014 bei Heyne Hardcore frisch aufgelegt wurde, habe ich gespannt die weiteren Veröffentlichungen verfolgt und freue mich, dass nun der Auftakt zu Burkes Reihe um den texanischen Sheriff erscheint. Der Roman erschien erstmals 1971. Und jetzt liegt er bei Heyne Hardcore an Ende August vor. Und ich bin so excited! 🙂

 

 

© Pendragon

James Lee Burke – Flamingo

Klappentext: Der Albtraum eines jeden Polizisten: Als Dave Robicheaux zwei Mörder in den Todestrakt eines Staatsgefängnisses von Loui­siana überführen soll, gelingt den beiden die Flucht. Dave wird dabei schwer verwundet und sein Partner erschossen. Das Verlangen nach Vergeltung und der unbändige Wille, sich zu rehabilitieren, treiben Dave aus der Idylle der Bayous in die Schattenwelt von New Orleans. Um die Verantwortlichen zu finden, lässt er sich auf einen gefährlichen Undercover-Auftrag ein, der ihn mitten in das Zentrum des organisierten Verbrechens katapultiert.

erscheint am 28.08.2017 bei Pendragon | EUR 18,00

Mein Kommentar: Und noch einmal James Lee Burke. Und der Grund, warum ich »so excited« bin, denn hier in der Dave-Robicheaux-Reihe liegt ja der Grund für all die Freunde, für meine Freude an James Lee Burkes Romanen. Statt texanischem Sheriff gibt es hier einen Südstaaten-Cop, »Flamingo« ist der vierte Band der Reihe, die uns der Pendragon Verlag in die heimischen Regale bringt und das macht viel Freude und gibt richtig guten Lesestoff, bestens geeignet für Sommerabende auf dem Balkon, im Garten, drinnen, draußen, zuhause, in der Ferne, egal, Hauptsache Robicheaux.

 

© Schreiber und Leser

Trondheim/Oiry – Maggy Garrisson: Der Mann in meinem Bett

Klappentext:  Nach dem Coup am Brighton Pier ist Maggy reich. Aber wer Geld hat, hat auch Sorgen: wohin mit dem Zaster, ohne dass jemand argwöhnisch wird? Wem kann man wirklich trauen? Die Freundin und Polizistin Sheena verhält sich höchst verdächtig. Und wie aufrichtig ist Alex, Maggys Komplize und neuer Lover? Womit er seinen Lebens unterhalt verdient, erzählt er nicht so gern, schon gar nicht der Polizei …

erscheint vsl. am 08.08.2017 bei Schreiber und Leser | EUR 14,95

Mein Kommentar: Ein Comic muss im August auch dabei sein, erst recht, wenn es sich um den nächsten Band der Maggy-Garrisson-Reihe handelt. Teil 1 »Lach doch mal, Maggy« war charmant unaufgeregt, leicht oldschool und unangepasst, kurz und eigenständig. Eine kleine Gaunergeschichte, auf deren Fortsetzung ich mich ganz besonders freue, weil ich Maggy sehr ins Herz geschlossen habe.

 

 

© Polar

William Boyle – Gravesend

Klappentext: Ray Boy Calabrese wird nach 16 Jahren Gefängnis auf freien Fuß gesetzt. Er hat mit zwei Freunden aus lauter Hass auf dem Belt Parkway ein Kind in den Tod gejagt. Obwohl er keine direkte Schuld an dem Tod des Jungen trug, sorgte seine Verurteilung dafür, dass die Nachbarschaft in zwei Lager zerfiel. Manche verachten ihn, für andere verkörperte der Unfall die Geburt einer Legende.

Der Bruder des Opfers Conway D‘Innocenzio arbeitet in einer Apotheke, sorgt für seinen Vater und will sich am Mörder seines Bruders rächen. Als Alexandra, seine Jugendliebe, enttäuscht von einer gescheiterten Hollywood-Karriere nach Brooklyn zurückkehrt, benutzt sie ihn, um von zuhause wegzukommen, wo ihr Vater den Tod ihrer Mutter nicht überwinden kann. Sie ist nur zur Familie zurückgekehrt, um in Brooklyn wieder Fuß zu fassen, bis sie weiter nach Manhattan zieht.

Die Rückkehr von Ray Boy Calabrese bricht die prekäre Balance in der Nachbarschaft auf, deren Vorurteile sich nicht befrieden lassen. So ist es auch die dritte Geschichte, jene von Ray Boy‘s Neffen, der seinen Punk auslebt und den Schurken im Film nacheifert, zum Scheitern verurteilt. Er sieht seinen Onkel als Vorbild und will sich den Respekt eines lokalen Gangsterbosses verdienen. Ein wundervoller, trauriger, poetischer Roman über eine Gemeinschaft an einer Kreuzung in Brooklyn. Darüber, dass ein Verbrechen, selbst wenn es verbüßt ist, Teil unseres Lebens bleibt.

erscheint vsl. im August 2017 bei Polar | EUR 16,00

Mein Kommentar: Zum Herbstprogramm gibt es einen neuen Look beim Polar Verlag, das Cover-Design wechselt und ist künftig mit Fotografien von Kerstin Petermann ausgestattet. Inhaltlich finde ich hier bei diesem Titel das Geflecht einer urbanen Nachbarschaft ziemlich spannend, das hatte auch bei Pete Dexters »God’s Pocket« für ein interessantes Setting und eine charakteristische Stimmung gesorgt und das reizt mich dann auch bei »Gravesend«. Natürlich sind da auch wieder ein paar meiner Triggerbegriffe dabei, »Brooklyn«, »Gangsterboss«, ja ja, da hat man mich schon.

 

 

© Folio

Massimo Carlotto – Der Tourist

Klappentext: Er ist der perfekte Serienmörder, frei von Empathie und Reue, ein Meister der Tarnung, der seine Opfer zufällig auswählt und nie zweimal am selben Ort zuschlägt, daher sein Name: der Tourist. Doch selbst der kaltblütigste Killer begeht Fehler – ausgerechnet in Venedig. Die verwinkelten Gassen und Kanäle werden ihm zur Falle, als er einer dubiosen Bande in die Quere kommt, die ihn als tödliche Waffe benutzen will. Auch der ehemalige Leiter der Mordkommission, Pietro Sambo, hat einen Fehler gemacht – gebrochen lebt er am Rande der Gesellschaft. Unverhofft bietet sich ihm eine letzte Chance. Carlotto treibt sein Spiel mit den Genres bis an die Grenzen. Sein Thriller bietet keine erzählerischen Gewissheiten mehr, außer jener, das Adrenalin hochzujagen.

erscheint am 22.08.2017 bei Folio | EUR 20,00

Mein Kommentar: Von dem Autor Massimo Carlotto  stehen bereits zwei Titel ungelesen bei mir im Regal, Beleg dafür, dass seine Bücher wohl schon mehrmals meine Aufmerksamkeit erregt haben. Bloß zum Lesen hat es noch nicht gereicht, das kann man aber glückerlicherweise jederzeit ändern. »Der Tourist« kommt unabhängig davon auf meine Leseliste, da das ansich totgerittene Pferd der Serienmörder-Storys durchaus seinen Reiz bekommt, wenn es nur der richtige Autor erzählt.

 

 

© Insel

Xiao Bai – Die Verschwörung von Shanghai

Klappentext: Ein Attentat im Hafen und die bildhübsche Ehefrau an der Seite des Opfers verschwunden. Die Spur führt in die Französische Konzession: 1931 eine zu Reichtum gekommene Enklave Frankreichs mitten in Shanghai, bevölkert von Gangstern, korrupten Polizisten, Revolutionären und Spionen … Xiao Bai spinnt eine meisterhafte Intrige rund um ein verhängnisvolles Begehren, literarisch, spannend, atmosphärisch.

An Deck des Ozeandampfers mit Kurs auf Shanghai schießt Hsueh heimlich ein Bild von ihr. Er ist Fotograf, sie wunderschön, nichts weiter. Doch als nach den Schüssen unten am Hafen ihr Gesicht in jeder Zeitung auftaucht und er ihr dann in den Gassen der Französischen Konzession wiederbegegnet, verfällt er ihr hoffnungslos. Um in ihrer Nähe zu sein, wird er Teil eines doppelbödigen Spiels, als Spitzel für die Polizei, Kämpfer für die Revolution und Waffenhändler. Nur Leidenschaft allein hat in der Französischen Konzession noch niemanden vor einer Kugel bewahrt, das weiß er ganz genau …

erscheint am 07.08.2017 bei Insel | EUR 22,00

Mein Kommentar: Ein Roman aus China ist bei mir dann doch so selten mal in der Lektüreauswahl, dass ich hier schon alleine aufgrund dieses Umstandes aufmerksam geworden bin. Natürlich passt dann hier der Stoff noch, Gangster, Korruption, Revolutionäre und Spione. Ich bin neugierig, wie sich das alles aus dieser Perspektive lesen wird.

 

 

Soweit also. Lesestoff, der eigentlich für das restliche Jahr reicht. Es wird bei mir sicherlich eine ganze Weile dauern, bis ich die Geschichten hier alle kennengelernt haben werde, aber das macht nichts, ganz im Gegenteil, es ist geradezu beruhigend und macht mich sehr zufrieden, um all diese Bücher zu wissen, die auf einen warten. Und damit erstmal danke für eure Geduld, ich hoffe, ihr konntet noch das ein oder andere spannende Buch entdecken und seid für den Rest des Sommers gut versorgt!

6 Kommentare zu “Verlagsschau im August 20.17

  • 1. August 2017 at 20:32
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    Ich hab für den August auch reichlich Lesestoff gefunden und in einigen Titeln decken wir uns. Mein Rückblick inkl. Vorschau kommt dann morgen oder so. War diesmal schweineviel Arbeit.
    Simone Buchholz ist mir untergegangen, aber wie gut, dass nicht nur ich nach neuen Titeln suche. Bei Frau Buchholz fehlen mir aber noch 2-3 vorige Teile, so dass zumindest dieser Teil für mich keine Eile hat. Aber wer weiß, wenn ich dann im August in der Buchhandlung stehe… vielleicht kaufe ich ja schon mal auf Vorrat. 🙂

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    • 2. August 2017 at 10:13
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      Vorrat haben ist immer gut, bei Büchern sowieso und bei Frau Buchholz erst recht. 😀 Aber der Lesestoff wird uns wohl in nächster Zeit nicht ausgehen, hehe.

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  • 3. August 2017 at 22:18
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    Underground Railroad steht in meiner Vorschau ja auch ganz oben auf der Wunschliste, vielen Dank für die übrigen Krimi-Tipps. Bei Burke sind wir uns ja einig. Auf deine Meinung zu „Eileen“ bin ich gespannt, hört sich auch gut an. Empfiehlt es sich die Romane von Simone Buchholz in der richtigen Reihenfolge zu lesen? Auch „Blaue Nacht“ von ihr steht schon länger auf der Wunschliste.
    LG
    Thomas

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    • 4. August 2017 at 12:14
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      Sehr gerne! Und auf „Eileen“ bin ich auch richtig doll gespannt, der Klappentext klingt verflixt gut.

      Hm, gute Frage das mit der Reihenfolge bei Simone Buchholz. Ich bin ja ansich ein Reihenfolgendiktator, weil sich sowohl die Figuren als auch der Stil der Autorin/des Autors verändern und weiterentwickeln, das verpasse ich nicht gern. Allerdings finde ich, dass bei der Reihe hier der Auftakt „Revolverherz“ auch nicht der stärkste Band der Reihe ist. Erst ist immernoch toll, versteht mich nicht falsch, aber da ist schon eine deutliche Steigerung in den späteren Büchern da. „Blaue Nacht“ ist ja eh so ein Break, da ist der Verlagswechsel von Knaur zu Suhrkamp, und auch die Protagonistin macht einen Berufswechsel durch. Kann man also sicher zum Einstieg nehmen, macht aber nicht ganz so viel Laune wie zum Beispiek „Knastpralinen“ oder auch „Eisnattern“. Außerdem passiert mit und zwischen den Figuren so dies und das im Verlauf der Romane, dieses Wissen fehlt einem da natürlich. Also kurzum, „Blaue Nacht“ funktioniert auch ohne die anderen Romane, aber seine richtige Wirkung, gerade weil hier neben der lässigen Art und der Stadt Hamburg eben die Figuren die Hauptattraktionen sind, entfalten die Bücher meiner Meinung nach erst in ihrer Gesamtheit. Die lesen sich aber auch mega rasch weg, ich habe letztes Jahr immer Sonntags einen Simone-Buchholz-Roman gelesen und war dann nach einem Monat auch fast fertig, will heißen, die Reihe liest man zügig auf Stand, auch weil sie so viel Spaß machen. 🙂

      Ich hoffe, das hilft dir weiter! 😀

      Liebe Grüße, Thomas, und ein schönes Wochenende!

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      • 6. August 2017 at 11:59
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        Danke für die Erläuterung! Es gibt ja durchaus Reihen, bei denen sich die Personen und ihre Mitspieler nicht unbedingt weiter entwickeln und die man unabhängig lesen kann (z.B. Simenon / Maigret), ich versuche aber auch immer die richtige Reihenfolge einzuhalten. Das hört sich ja so an, als würde das hier auch Sinn machen. Dann halte ich mal Ausschau nach den ersten Romanen von Simone Buchholz.
        Liebe Grüße und schönes Restwochenende 😉

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        • 6. August 2017 at 15:45
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          Das stimmt, auch Miss Marple legt ja keine allzu spektakuläre Persönlichkeitsentwicklung hin. 😉 Und letztlich gilt sowieso, dass es ja Spaß machen soll, also wenn dich die „Blaue Nacht“ juckt, lies sie, manchmal muss man als Leser auch gefährlich leben und sich nicht an Reihenfolgen halten. 😉 😀

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