Miss Marples Krimitipp im Oktober 20.18

In ihrer Gast-Kolumne »Miss Marples Krimitipp« schreibt die Berliner Buchhändlerin Cornelia Hüppe einmal im Monat ihre aktuellen Krimi-Empfehlungen nieder, erzählt, welche Autoren sie begeistert, welche Geschichten sie fasziniert haben.

In der heutigen Ausgabe: »Feinde« von Susanne Saygin.


© Heyne Verlag

Susanne Saygin – Feinde

Ha! Da gibt es eine neue, interessante Stimme in der deutschen Krimilandschaft: Susanne Saygin!

Im Mittelpunkt ihres Kriminalromans steht der türkischstämmige Polizist Can, der versucht, einen Doppelmord im Roma-Milieu aufzuklären. Can wird mit all den unerfreulichen Dinge konfrontiert, denen wir auch ständig in den Medien begegnen. Menschenhandel, Korruption, Lohndumping, Prostitution und nicht zuletzt die mafiösen Strukturen im Baugewerbe. Susanne Saygin beschreibt das keineswegs pathetisch, sondern, und da zeigt sich ihre journalistische Ader, es wird benannt ohne zu werten. Gleichzeitig versteht sie die Person Can so grandios in das Buch einzuflechten. Auch wieder eher unaufdringlich, doch man ist auch mit seinem persönlichen Schicksal und Problemen vertraut und leidet mit ihm.

Ich gebe zu, am Anfang bin ich etwas schwer in das Buch reingekommen. Was keinesfalls an dem Schreibstil der Autorin lag, ich brauchte nur etwas Zeit, um die Zusammenhänge zu verstehen. Doch nachdem es »Klack« gemacht hat, wurde das Buch in einem Zug verschlungen.

Mir gefiel diese Art der Autorin. Einerseits etwas distanzierter zu schreiben und doch schafft sie es, viele Emotionen in dieses Buch zu bringen, ohne belehrend zu wirken.

Susanne Saygin hat sehr viel Potenzial und ist wieder eine neue wichtige Krimientdeckung für Miss Marple!

 

Susanne Saygin – Feinde | Heyne Verlag | Euro 12,99

 

 

© Text verfasst von Cornelia Hüppe


Schaufensterfront Buchhandlung Miss Marple

Die Autorin dieser Kolumne:

Cornelia Hüppe ist die Inhaberin der Berliner Krimibuchhandlung »Miss Marple«. Sie hat nach ihrer Ausbildung zur Buchhändlerin BWL studiert, 8 Jahre in dem neuen Beruf gearbeitet und fand es ganz scheußlich. Sie wollte »back to the roots« und eröffnete 2002 die »Miss Marple«.

www.krimi-marple.de

 

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