Miss Marples Krimitipp im November 20.18

In ihrer Gast-Kolumne »Miss Marples Krimitipp« schreibt die Berliner Buchhändlerin Cornelia Hüppe einmal im Monat ihre aktuellen Krimi-Empfehlungen nieder, erzählt, welche Autoren sie begeistert, welche Geschichten sie fasziniert haben.

In der heutigen Ausgabe der neue Roman von Mechtild Borrmann: »Grenzgänger«.


© Droemer Knaur Verlag

Mechtild Borrmann – Grenzgänger

Die Bücher von Mechtild Borrmann sind immer eine Kombination aus Familiengeschichte und Kriminalgeschichte und in ihren Büchern wird die Spannung primär durch die Geschichte getragen und nicht unbedingt durch den Kriminalfall und sie schafft es immer wieder, den Leser dadurch so in den Bann zu ziehen, dass man das Buch erst aus der Hand legt, wenn man »durch« ist.

»Grenzgänger« spielt auf zwei Zeitebenen und aus den Perspektiven unterschiedlicher Personen. Im Mittelpunkt steht Henriette, die mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf in der Nähe zur belgischen Grenze wohnt. Der Vater kehrt traumatisiert aus dem 2. Weltkrieg zurück, kann die Familie nicht mehr versorgen und die Mutter stirbt früh. So ist Henriette gezwungen die Geschwister zu versorgen. Das macht sie u.a. auch mit Kaffeeschmuggel von Belgien nach Deutschland, doch dabei passiert ein Unglück…

Mechtild Borrmann beschreibt in ihrem Buch auch das Leben der Heimkinder in den 50er Jahren, das von Grausamkeiten und Doppelmoral geprägt ist. Sie beschreibt das so eindrucksvoll, dass ich manches Mal beim Lesen mit den Tränen kämpfte.

Mechtild Borrmann schafft es in all ihren Büchern, historische oder politische Themen aufzuspüren und diese in einer sehr klaren und dabei sehr eindrucksvollen Sprache zu erzählen. Nie belehrend, sondern still und einfühlsam und dadurch zieht sie den Leser ganz tief in ihre Geschichte hinein. Alles vergisst man um sich herum, wenn man ihre Bücher liest.

Ganz ganz viel könnte ich über den Grenzgänger schreiben, doch ich glaube, lest es einfach selbst und lasst diese Handlung auf euch wirken. Ihr werdet anschließend verstehen, warum diese Autorin für mich mit eine der größten Autorinnen ist und ich mich vor dieser Frau nur verneigen kann.

 

 

Mechtild Borrmann – Grenzgänger | Droemer Verlag | Euro 20,00

 

 

© Text verfasst von Cornelia Hüppe


Schaufensterfront Buchhandlung Miss Marple

Die Autorin dieser Kolumne:

Cornelia Hüppe ist die Inhaberin der Berliner Krimibuchhandlung »Miss Marple«. Sie hat nach ihrer Ausbildung zur Buchhändlerin BWL studiert, 8 Jahre in dem neuen Beruf gearbeitet und fand es ganz scheußlich. Sie wollte »back to the roots« und eröffnete 2002 die »Miss Marple«.

www.krimi-marple.de

 

3 Kommentare zu “Miss Marples Krimitipp im November 20.18

  • 10. November 2018 at 12:27
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    Da kann ich Ihnen nur zustimmen, Frau Hüppe, Mechthild Borrmann schreibt mit sehr viel Einfühlungsvermögen ohne pathetisch zu werden und ihre Geschichten sind immer sehr sorgfältig und differenziert zusammengestellt. Ich übersetze zurzeit ‘Trümmerkind’ ins Englisch, danach kommt ‘Grenzgänger’. Ich freue mich sehr auf die Aufgabe!

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  • 10. November 2018 at 14:04
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    Hallo!
    “Grenzgänger” war mein Oktober Monats-Highlight und es ist wirklich ein grandioses Buch, das ungemein berührt. Unfassbar, was zu dieser Zeit in Waisenhäusern abging…
    Liebe Grüße
    Martina

    Reply
  • 18. November 2018 at 20:23
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    Huhu du,
    oh wie schön, dass dir “Grenzgänger” auch so gut gefallen hat! Ich habe das Buch auch vor ein paar Wochen gelesen und war total begeistert davon. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Buch der Autorin!
    Liebe Grüße, Petra

    Reply

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