Verlagsschau im Mai 20.18

Jeden Monat erscheinen reihenweise interessante Bücher. Für die Verlagsschau sichte ich grob die Novitäten und stelle eine Auswahl an Titeln zusammen, die mir beim Durchblättern der Verlagsprogramme aufgefallen sind und vielversprechend erscheinen. Und ich erzähle kurz, warum.

Heute gibt es meine Mai-Liste und die ist angenehm übersichtlich. Es gibt einen Schauerroman, Wien in den 1920er Jahren, einmal Frankreich, einmal Jamaika. Hey-ho, let’s go!




© Rowohlt Verlag

David Mitchell – Slade House

Klappentext: Geh die Slade Alley hinunter – schmal, feucht und leicht zu verfehlen, selbst wenn du sie suchst. Finde das kleine schwarze Eisentor in der Mauer zur Rechten. Keine Klinke, kein Schlüsselloch, aber wenn du es berührst, schwingt es auf. Tritt in den sonnendurchfluteten Garten eines alten Hauses, das dort unpassend wirkt: zu nobel für die schäbige Nachbarschaft, irgendwie zu groß für das Grundstück. Ein Fremder begrüßt dich und führt dich hinein.

Zunächst möchtest du gar nicht mehr fort. Dann merkst du, dass du es nicht mehr kannst. Denn alle neun Jahre, am letzten Sonntag im Oktober, wird ein “Gast” ins Slade House eingeladen. Doch warum wurde er oder sie ausgewählt, von wem und zu welchem Zweck? Die Antwort findet sich dort am hinteren Ende des Flurs, oben am Absatz der Treppe.

erscheint am 15.05.2018 bei Rowohlt | EUR 20,00

Mein Kommentar: Auf der Verlagsseite heißt es außerdem: » … ein Schauerroman par excellence.« Ja ja, da bin ich erstmal dabei. Von David Mitchell habe ich bisher noch nichts gelesen, wohl aber die Verfilmung seines Bestsellers »Der Wolkenatlas« gesehen, aber das will hier nichts heißen. Aufhorchen muss ich aber, wenn der Begriff des Schauerromans auftaucht und sich Gegenwartsautoren in der Kunst des Schauerns versuchen. Ich bin unglaublich gespannt und hoffe auch viel Schönes.

 

 

© Argument/Ariadne

Dominique Manotti – Kesseltreiben

Klappentext: Commandant Noria Ghozali, 25 Berufsjahre bei der Polizei, zuletzt in der Terrorbekämpfung des französischen Inlandsgeheimdiensts, fällt in Ungnade, als ihr jüngerer Bruder nach Syrien in den Djihad zieht, und wird in die randständige Abteilung »Unternehmenssicherheit« versetzt. Dort verfolgt man aktuell die Aktivitäten um den ­Orstam-Konzern, französischer Weltmarktführer im Kraftwerksbau von natio­naler strategischer Bedeutung. Am Flughafen JFK wird ein Orstam-Manager verhaftet  Vorwurf: Bestechung beim Indonesiengeschäft. Eine konzertierte Aktion von amerikanischer Justiz, CIA, NSA und Unternehmerkreisen?

In Paris bleibt es seltsam still: Der Orstam-Chef hüllt sich in Schweigen, die Regierung bleibt untätig. Ein interessierter Konkurrent, die amerikanische Power Energy, streckt bereits seine Finger nach Orstam aus. Während Noria Ghozali und ihr Team Bericht auf Bericht schreiben, die ihre Ansprechpartner in der Regierung vollkommen kalt lassen, rückt bei Orstam die entscheidende Aktionärsversammlung näher. Mit Anreizen, Manipulation und Erpressung sucht Power Energy gewisse Orstam-Mitarbeiter ins Boot zu holen oder unschädlich zu machen.

erscheint am 07.05.2018 bei Argument/Ariadne | EUR 19,00

Mein Kommentar: Bei Dominique Manotti bin ich ein echter Spätzünder. Aber ich lese gerade mit dafür nicht minder großem Vergnügen den ersten Band dieser Reihe, in der »Kesseltreiben« den dritten Roman stellen wird. Nummer Eins heißt da »Roter Glamour«, gefolgt von »Einschlägig bekannt«. Und da halt Kunst von Können kommt und Dominique Manotti sowas von kann, steht außer Frage, dass ich mit sich täglich steigernder Vorfreude auf »Kesseltreiben« warte.

 

 

© Limes Verlag

Alex Beer – Die rote Frau

Klappentext: Wien, 1920: Die Stadt von Kriminalinspektor August Emmerich ist ein Ort der Extreme, zwischen bitterer Not, politischen Unruhen und wildem Nachtleben. Während seine Kollegen den aufsehenerregenden Mordfall an dem beliebten Stadtrat Richard Fürst bearbeiten, müssen Emmerich und sein Assistent Ferdinand Winter Kindermädchen für eine berühmte Schauspielerin spielen, die um ihr Leben fürchtet. Dabei stoßen sie nicht nur auf eine ominöse Verbindung zu Fürst, sondern kommen einem perfiden Mordkomplott auf die Spur. Es beginnt ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit, der sie in die Abgründe der Stadt und deren Einwohner blicken lässt.

erscheint am 21.05.2018 bei Limes | EUR 20,00

Mein Kommentar: Manchmal bin ich ein wahrer Schlaufuchs. Zum Beispiel dann, wenn ein Erstling einer Reihe (hier: »Der zweite Reiter«) schon so lange ungelesen im Regal liegt, dass inzwischen der zweite Band (hier: »Die rote Frau«) angekündigt wird. Dann lass ich ihn (den Erstling) liegen bis kurz vor dem Erscheinen der Fortsetzung und freue mich im besten Fall, dass die Wartezeit nun so angenehm kurz ist. Hach ja, wenn doch alles im Leben so einfach wäre. Dass der zweite Band hier in der Verlagsschau auftaucht, heißt dann also, dass ich Band 1 gerade und sehr gern gelesen habe. Ein schöner Krimi, der besonders durch das Nachkriegswien und seine Figurenkonstellation gefällt, bei dem man gut mitgehen und mit dem man einen Sonntag verlesen kann. Selbiges habe ich auch mit der Fortsetzung vor.

 

 

 

© Heyne Hardcore

Marlon James – Der Kult

Klappentext: Im Dorf Gibbeah beginnt der Sonntag mit einem bösen Omen: Während der Morgenmesse fliegt ein Geier durch das geschlossene Kirchenfenster und schlägt tot auf der Kanzel auf. Nur wenige Minuten später wirft ein schwarz gekleideter Fremder den Dorfprediger zu Boden und übernimmt die Kontrolle über die Gemeinde. Als selbst ernannter Apostel York predigt er Rache und Verdammnis. Doch der alte Prediger weigert sich, seinen Platz widerstandslos abzugeben. Ein gnadenloser Glaubenskampf beginnt. Das Dorf scheint dem Untergang geweiht.

erscheint am 21.05.2018 bei Heyne Hardcore | EUR 22,00

Mein Kommentar: Ich habe noch nicht mal Marlon James »Eine kurze Geschichte von sieben Morden« gelesen, die im letzten Jahr erschien. Aber das ist vielleicht auf seine ganz eigene Art gar nicht so unpraktisch, denn dies hier ist der eigentliche Debüt-Roman des jamaikanischen Autors, der geschmeidige 70 Ablehnungen einkassierte, bevor er 2005 verlegt wurde. Jetzt also liegt der Roman auch in deutschsprachiger Übersetzung vor, klingt etwas schräg und ich bin gespannt und freue mich schon darauf.

 

 

So, kurz und gut die Verlagsschau für den Mai, für Schlaufüchse und Spätzünder. Das gefällt mir, da könnte man glatt mal auf Stand bleiben bei der aktuellen Lektüre. Was macht der Mai bei Euch, welche Neuerscheinungen erwartet ihr?

 

9 Kommentare zu “Verlagsschau im Mai 20.18

  • 3. Mai 2018 at 21:38
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    Ich hätt nicht gucken dürfen 😀

    Reply
  • 4. Mai 2018 at 21:05
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    Sladehouse und Die rote Frau stehen auch auf meiner WL gaaaanz oben.
    Außerdem noch unbedingt Grappa in der Schlangengrube (Wollenhaupt), vor allem wegen dem Thema :-).

    Schönen Lesemonat dir!

    Reply
  • 28. Mai 2018 at 10:31
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    Hmm… Deine Like Buttons sind weg – eine Auswirkung der DGSVO?
    Egal… ich hab noch gar nicht geguckt, was mir im Mai so gefällt. Keine Zeit, keine Zeit. Umso schöner, dass Du hier wieder Deine kleine, aber sehr feine Auswahl bereit stellst.
    Manotti gehört ja quasi zum Pflichtprogramm, Slade House hört sich spannend an und wandert auf die Wunschliste und Marlon James… ja, da werde ich doch erstmal das andere (echt dicke) Werk lesen, vermute ich.
    Einzig mit Alex Beer kann ich nichts anfangen – mich reizen diese Jahre nicht so sehr.
    Schönen Tag Dir!
    Christina

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    • 28. Mai 2018 at 11:23
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      Ja, leider. Ich habe die Funktionen von Jetpack runtergefahren, runterfahren müssen. Vorsorglich. Ein paar Buttons fehlen nun. Aber ich denke, damit kann ich letztlich leben. Auch wenn ich immer noch rätsel, wie sich das nun alles wirklich verhält. Crazy DSGVO. 😀

      Ich finde ja die Zwischenkriegsjahre in Romanen sehr spannend als Grundgerüst für Konflikte und Zwischenmenschliches und Politisches. Macht aber auch nicht jeder Roman etwas her. Und ich kann aber auch generell verstehen, wenn das einen nicht so zieht. Den ersten Band von Alex Beer fand ich aber wirklich gelungen, das war eine tolle Mischung aus eigentlich klassischen Krimi und dann aber eben doch noch eine Schippe mehr.

      Hab auch einen feinen Tag und frohes Schwitzen natürlich! 😉

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  • 28. Mai 2018 at 11:42
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    Och menno… jetzt bin ich am überlegen, ob ich da auch noch was tun muss…. waaah! Dieses Zeug macht mich noch wahnsinnig….
    Ach, so what. Mal sehen.

    Ja, ich bin wohl auch mitunter eine der wenigen, die mit den Zwischenkriegsjahren oder Kriegsjahren wenig anfangen kann. Ich bin lieber ein wenig “aktueller” mit meinen Krimis, also hab es gerne, wenn sie später im 20. Jahrhundert oder eben in der jetzigen Zeit spielen. Aber es gibt ja trotzdem noch ordentlich viele Krimis…. 🙂

    Haha – Dir auch viel Spaß beim Schwitzen! 😉

    Reply

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