Krimi-Leserunde: »Johnny Porno«

Banner Leserunde Johnny Porno von Charlie Stella Wortgestalt Buchblog

Eine Leserunde hier auf dem Blog funktioniert ganz ähnlich wie ein Buchklub, nur online und in loser und wechselnder Zusammensetzung. Egal ob Blogger oder Leser, wer sich einer Leserunde hier spontan anschließen und mitlesen möchte, ist immer herzlich willkommen.

Für diese Leserunde fiel die Wahl auf den Roman »Johnny Porno« von Charlie Stella, ein Kriminalroman, der im New York der frühen 1970er Jahre spielt. Dort macht gerade die Mafia ein riesen Geschäft mit dem Pornofilm »Deep Throat« und Johnny, der für die Familie die Tageseinnahmen einholt, ja dem sind plötzlich ziemlich viele Typen auf den Fersen …


Das Buch:

John Albano schlägt sich als Geldeinsammler für die New Yorker Cosa Nostra durch. Er kassiert die Tageseinnahmen, die beim Abspielen des von der Mafia produzierten Pornofilms und späteren Welthits Deep Throat in schmuddeligen Hinterzimmern anfallen. Bezahlt wird hauptsächlich mit 5-Dollar-Scheinen, die Johnny Porno (so nennt man den Mann, der diesen Job macht) in seinem Schrottauto durch die Gegend fährt.

Das erweckt Begehrlichkeiten, und so sind sie alle hinter Johnny Porno her: korrupte Cops, neurotische Killer, freischaffende Schurken, das FBI und seine sehr gierige Ex-Frau.

New Yorker Streetlife im Jahr 1973. Sehr komisch, gemein und knallhart.

(Quelle: Suhrkamp Verlag)


Die Leseabschnitte:

1. Abschnitt = Anfang – S. 88
2. Abschnitt = S. 89 – S. 177
3. Abschnitt = S. 178 – S. 254
4. Abschnitt = S. 255 – S. 366
5. Abschnitt = S. 367 – S. Ende


Die Teilnehmer:

Christin (life4books)
Christina (Die dunklen Felle)
Gunnar (Kaliber.17)
meine Wenigkeit


Der Ablauf der Leserunde:

Die Leserunde startet morgen, am 17. September hier auf dem Blog, direkt unten im Kommentarbereich. Dort werden wir unsere Leseeindrücke festhalten und uns über das Gelesene austauschen. Jeder liest in seinem Tempo und postet nach jedem Leseabschnitt seine Eindrücke.

Daher vorab eine Spoiler-Warnung: Wer das Buch später noch lesen möchte, sollte sich die Kommentare unter diesem Beitrag nicht anschauen, da wir dort ausführlich über die Inhalte des Romans reden, auch über das Ende!

Wer das Buch bereits kennt, ist herzlichst eingeladen, mitzukommentieren und wie eingangs erwähnt, spontane Mitleser sind uns jederzeit willkommen.

68 Kommentare zu “Krimi-Leserunde: »Johnny Porno«

  • 16. September 2016 at 17:53
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    Ich steige gerne in die Diskussion ein, bin aber schon fast durch 😉 Schönes Projekt!

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    • 17. September 2016 at 9:47
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      Mal schauen, ob ich ohne Social-Media-Zeugs hier posten kann. 🙂 Wenn es klappt, bin ich dabei und fange heute Abend (oder wenn ich mich von der Baustelle losreißen kann, schon am Nachmittag) mit dem Lesen an.

      Liebe Grüße euch, Iris (aka DieLeserin)

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      • 17. September 2016 at 10:32
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        Das wäre ja wunderbar, wenn Du doch mitlesen könntest, da freu ich mich sehr! Und klar, ganz ohne Social-Media-Zeug kann man hier ja auch kommentieren, mehr als eine E-Mail-Adresse und das Buch braucht es nicht. 😉

        Reply
    • 17. September 2016 at 15:49
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      Ich werd erst heut abend einsteigen, bin noch platt von der Hochzeitsfeier gestern @_@

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      • 17. September 2016 at 16:04
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        Jup, mach ganz in Ruhe, bei deinem Lesetempo überholst du uns doch locker. 😉

        Reply
    • 20. September 2016 at 22:52
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      Nur zur Info:
      Der ein oder andere wird es mitbekommen haben – ich fahre morgen für ein paar Tage in Urlaub. Ich werde „Johnny Porno“ mitnehmen, allerdings nicht mein Laptop, sondern nur mein Tablet.
      Das heißt: ich lese auf jeden Fall weiter mit und kommentiere auch, allerdings vermutlich immer erst abends – es sei denn ich hab Lust darauf, dass im Zug zu machen. Mal sehen – lasst Euch überraschen. Ich bin auf jeden Fall weiter dabei – nur eben nicht ständig online.

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    • 17. September 2016 at 23:39
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      Jetzt hoffentlich an der richtigen Stelle…

      Ordentlicher Auftakt, das Personal wird vorgestellt und sortiert. Was mir auf Anhieb exzellent gefällt sind die knackigen Dialoge. Ansonsten schöne, etwas schmuddelige 70er/NYC-Atmosphäre. Könnte ich mir direkt als Film vorstellen.

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    • 18. September 2016 at 10:07
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      Schon komisch… ich hab eigentlich auch hier direkt auf „Reply“ gedrückt und trotzdem ist mein Kommentar ganz unten gelandet… ich kopier ihn mal hier hoch (löschen geht ja nicht).

      So, dann jetzt ich. Ich hab gestern auch schon reingesehen und gedacht, oh je, es gibt schon so viele Kommentare und ich bin schon wieder die letzte. Aber war ja doch nicht so… 🙂

      Ich kann mich Gunnar nur anschließen, wobei ich sagen muss, dass die Sortierung des „Personals“ bei mir im Hirn noch nicht statt gefunden hat. Es sind ja schon viele Parteien im Spiel, aber ich denke, das wird noch ein wenig besser. Vielleicht mal ich mir ein kleines Diagramm, wer mit wem zusammen hängt, damit ich nicht den Überblick verliere.

      John Albano – aka Johnny Porno (wobei er den Spitznamen ja quasi übernommen hat) – scheint ja in den Dunstkreis der Mafia so reingerutscht zu sein. Und ist immerhin schon eine Stufe weiter nach oben gestiegen – vom Zuschauer zählen zum Geld einsammeln. Und das alles nur, weil er das Geld braucht für seinen Sohn. Fast schon ein wenig gutherzig erscheint er mir, so wie er sich um seinen Sohn sorgt. Er sieht ihn zwar nicht oft, aber immerhin reisst er sich den Arsch auf, um den Unterhalt für ihn zusammen zu kratzen.
      Ich finde, noch hat man ein schwaches Bild von ihm. Liegt ja vermutlich daran, dass noch so viele andere Personen eingeführt wurden.

      Die Atmosphäre find ich gut, auch wenn ich noch nicht so viel vom Flair der 70er Jahre mitgenommen habe. Außer, dass man niemand auf dem Handy erreicht, sondern Johnny seiner Ex eine Bar als Anrufpunkt mitteilt und ich mich gewundert habe, warum er denn seine Telefonrechnung zahlt und überhaupt alles so günstig ist. 🙂 Aber auch da hat das Buch ja noch Zeit – wir sind ja noch am Anfang.
      Es lässt sich aber super lesen, nicht so viel Drumherumgerede, sondern schön viele Dialoge, bei denen das Lesen Spaß macht.

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    • 18. September 2016 at 10:38
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      Ja, mir geht es eigentlich wie euch, sehr schöner Einstieg, das Ensemble wird vorgeführt, man ahnt schon, wer welche Rolle in diesem Spiel übernehmen wird. Trotzdem fühlt es sich so an, als würde da noch jede Menge kommen, ich glaube, dass noch lange nicht alle Figuren aufgetaucht sind, da kommt bestimmt noch was.

      Johnny scheint hier der „Gute“ zu sein, Sympathieträger. Und auch der aktuelle Ehemann seiner Ex-Frau Nancy gehört wohl in diese Sparte. Die anderen Kerle sind dann auf der Skala bei „zwielichtig“ abwärts einzuordnen. 😉

      Ich könnte mir vorstellen, Louis wird sich später Johnnys Sohn schnappen und Johnny so erpressen, um an das Geld zu kommen.

      Und ich kann mich nur Gunnar anschließen, könnte mir das auch sehr gut als Film vorstellen, das läuft im Kopfkino schon ganz ordentlich ab.

      Das 70er-Jahre-Feeling kommt bei mir zwar auch noch nicht so richtig rüber, könnte auch gut in den 90ern spielen, aber da ich die 70er auch nicht erlebt habe, sind meine Vorstellung davon, was 70er-Jahre-Feeling betrifft, eher durch Klischees und die Popkultur geprägt, insofern … 😉

      Ja, ich bin gespannt, wie es weitergeht. Liest sich angenehm dicht. Nachdem ich in letzer Zeit auch viele kurze Romane dabei hatte oder gerade mit Bruens „Füchsin“ das Paradebeispiel an minimalistischer, schneller Story erlebt habe, ist die Umstellung auf einen ausführlichen Roman erstmal ein wenig schwerfällig, aber eben diese dichte Geschichte gefällt mir nach den kurzen Plots in letzter Zeit sehr gut.

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      • 18. September 2016 at 11:11
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        Ich glaube auch, dass wir von Louis noch mehr erwarten können. Überhaupt glaube ich, dass er derjenige sein wird, der alles in Gang bringen wird. Aber das ist nur eine Vermutung.

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    • 18. September 2016 at 11:08
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      Ich bin auch durch mit dem ersten Leseabschnitt und noch etwas zwiespältig dem Buch gegenüber eingestellt.

      Die Dialoge finde ich super. Wie bei euch, kann ich mir das sehr gut als Film vorstellen, Kopfkino kommt in Gang und auch lesen lässt es sich dadurch flüssig.

      Die Figurenkonstellation habe ich auch – wie Christina – nicht noch nicht so richtig durchschaut, besonders warum hier so viele Figuren als Perspektive gebraucht werden. Das macht es bis jetzt etwas wirr, ohne dass ich mir irgendeine Figur so richtig hängen bleibt. Aber der Grund für die Perspektiven wird sich wohl noch im Laufe der Handlung zeigen.

      Johnny scheint zu den korrupten Bullen, mafiösen Verbrechern und den derben Frauen gar nicht dazu zu passen – Konflikte vorprogrammiert. Für mich kommt er so richtig als Saubermann rüber, auch wenn hier schon kleine Andeutungen sind, dass dem nicht so ist (er schwelgt ja gerne darüber, dass er den und den verprügeln würde). Überhaupt kommen die Frauen nicht gut weg. Besonders Nancy, die ihren Ehemann ausnutzt, ihre Ex-Schwiegermutter, überhaupt alle Männer und dazu noch recht ordinär daherredet.
      Was mich an dem 70er Jahre-Stil stört, ist immer der Hinweis darauf, dass die meisten Frauen nicht arbeiten. Klar, es ist New York, nicht Kärntner Hinterland, aber damals war das relativ normal (bei uns zumindest), dass Frauen den Haushalt schmissen, da hätte das niemand angesprochen, eher wenn es umgekehrt gewesen wäre. Das passt mir irgendwie nicht in die 70er.

      So richtig überzeugt hat mich der Anfang noch nicht. Aber das sagt ja noch nichts. Zu lesen ist es gut, und das ist anfangs das Wichtigste für mich. Mal sehen, wie es weitergeht.

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      • 18. September 2016 at 13:23
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        Hm, über die Frauen im dem Buch hab ich noch gar nicht nachgedacht. Da die meisten Figuren in dem Buch nicht gerade positive Charaktere sind, hab ich sie wohl einfach mit in die Schublade gesteckt. Ich würde die vorkommenden Frauen auch nicht als Durchschnitt beschreiben – gerade Nancy scheint mir da jemand zu sein, der auch heute versuchen würde mit allen Mitteln an der Arbeit vorbei zu kommen.
        Aber das die Frauen in einem Buch, in dem es um die Mafia und einen Sex-Film geht, nicht gut wegkommen, ist jetzt nicht überraschend. Mir ist auch nicht aufgefallen, dass besonders darauf hingewiesen wird, dass sie nicht arbeiten, aber ich hab auch nicht darauf geachtet. Wird sich jetzt dann ändern. 🙂

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        • 18. September 2016 at 15:04
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          Also abgesehen davon, dass ich, wie Christina, finde, dass hier weder Männer noch Frauen besonders gut wegkommen, was an der Charakterzeichnung liegt, denke ich nicht, dass es die Absicht des Autors war, Frauen im Speziellen schlecht dastehen zu lassen.

          Auch an der Dialogsprache merkt man doch schon, wo die Reise hingeht. Und Gleichberechtigung gilt in beide Richtungen, warum sollten in so einer Szenerie die Frauen die klugen, weisen Geschöpfe spielen und die Kerle die groben Pöbelnden? Es gibt Drecksäcke weiblicher und männlicher Gestalt und das zeigt der Roman ganz ausgewogen. Neben Johnny und Nathan ist ja auch Holly als Feministin besetzt und die Geliebte von Eddie Vento, Bridget, scheint mir ebenfalls recht resolut.

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    • 18. September 2016 at 12:48
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      Eigentlich wurde das Grundlegende schon gesagt:
      Das Buch hat so ein richtiges dreckiges 70er Jahre Kinoflair, was mir sehr gut gefällt. Aber ähnlich wie Iris & Christina blick ich noch nicht zu 100% bei den Charakteren durch. Gut, Johhny behält man im Kopf und auch Nancy hat sich eingebrannt. Bei den anderen hab ich eher das Problem, dass die Namen alle so kurz sind. Sie klingen recht ähnlich und nur durch ihre Partner/Eheleute/Geliebte kann ich sie unterscheiden. Denke aber mal, dass sich das noch legen wird.

      Und wie Iris, fine ich das Bild der Frauen nicht gerade prickelnd. Mal schaun, ob sich das noch ändert oder so bleibt…

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    • 18. September 2016 at 13:19
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      Bin noch nicht fertig, muss aber schon mal einen Kommentar loswerden.
      Denkt doch Johnny tatsächlich, er käme von der Mafia wieder weg, wenn die ihm „geholfen“ haben. Haha…. ja, genau, die Mafia ist ja für ihre karitative Unterstützung weltweit bekannt.
      Ich lach mich scheckig… wie naiv.

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      • 18. September 2016 at 13:40
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        Da hast du recht und es passt ein wenig auch nicht zum Charakter von Johnny, der ansonsten ja ein echt cleveres Kerlchen zu sein scheint. Mir gefällt auch der alte Grieche als sein schlechtes Gewissen. Sehr schön auch Johnnys Buchgeschmack: „Die Freunde von Eddie Coyle“. Es wird jetzt interessant, ob Johnny sich tatsächlich weiter auf die Mafia einlässt und sich dadurch selbst reinreitet. Aber ich ahne schon, auf was es hinauslaufen könnte: Johnny gegen den Rest der Welt. Nick sinnt auf Rache, Hastings auch, Louis will die Kohle, seine Ex Nancy auch und die Cops (ob korrupt oder nicht) haben auch schon ein Auge auf ihn geworfen.

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    • 18. September 2016 at 21:58
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      Es geht munter weiter – aber auch irgendwie nicht vorwärts.
      Der einzige, der hinter dem Porno-Geld her ist, ist Louis, Nick und Hastings wollen vermutlich eher John Albano eins auswischen – das Geld nehmen die dann als Bonus mit. Und die Polizisten? Puh, was die so genau planen und wer da mit wem mauschelt – ich hab es noch nicht kapiert.
      Und wann geht es denn los? Bisher lauert ja nur Louis und außer, dass er Nancy auf den Zeiger geht, passiert da auch nix. Ich versteh schon, die Spannung wird aufgebaut – aber hoffentlich geht es bald los – von knackigen Dialogen kann das Buch nicht ewig leben.

      Ich gehe mal davon aus, dass Johnny nun das Angebot von Eddie annehmen wird, nachdem der Baujob sich als wenig hilfreich herausgestellt hat und er es sich mit dem Taxi-Unternehmen verscherzt hat. Aber wer weiß, ob er den nächsten Job überhaupt antreten kann, denn irgendwann wird zumindest Louis sich ihn vorknöpfen. Wobei ich noch nicht ganz verstanden habe, was Louis jetzt mit dem Wagen aus dem Porno-Film vorhat – ich hätte jetzt auch eher vermutet, er schnappt sich den Jungen, Jack, und erpresst John damit.

      Ich denke auch, es wird daraus hinauslaufen, dass John sich gegen alle wehren muss. Ich frag mich, wie er das anstellen will. Er scheint zwar clever, aber ja auch irgendwie naiv.
      Schön ist, dass es einige Lichtblicke gibt, für die es sich lohnt, dass er am Leben bleibt. Jack, Alexis und jetzt auch Melinda.

      So, ich bin dann mal weg und weiterlesen. Es geht doch jetzt dann hoffentlich bald los, das Gerangel um die Porno-Scheinchen, oder?

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    • 18. September 2016 at 23:50
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      Ich muss sagen, ich warte gar nicht so dringend wie Christina darauf, dass das Gerangel um die Dollarscheine losgeht, ich finde, die Geschichte ist schon mitten drin. Nur auf eine etwas dichtere Art, als es der Klappentext und die Ankündigung zum Buch angepriesen haben. Was mir aber sehr gut gefällt, die Story ist deutlich fülliger als ich zunächst gedacht hätte. Die Figuren und ihre verschiedenen Motive, sehr cool. Hastings wird wohl noch richtig durchdrehen, mit Nick nimmt es sicher kein gutes Ende, Nancy ist ja ein Miststück par excellence, Louis wird ordentlich auf die Nase fallen. Tja und Johnny, der wird hoffentlich am Ende mit seiner Melinda ein Happy-End bekommen. 😀 Ach ja, und die Cops, sowohl die korrupten als auch die ehrlichen/ehrgeizigen, das ist alles ziemlich großartig gestrickt.

      Johnny würde ich weniger als naiv, sondern vielmehr als verzweifelt einschätzen. Er ist völlig pleite, will aber seinem Sohn ein guter Vater sein, das Geld, das er durch die Jobs für die Mafia verdienen würde, könnte sowohl seine finanziellen Scherereien lösen, als auch mehr Zeit mit seinem Sohn rausspringen lassen. Ich denke, ihm ist bewusst, dass er aus der Mafia-Nummer nicht mehr rauskommt, wenn er einmal drinsteckt. Und er will, denke ich, viel lieber ehrlich arbeiten, aber er sieht auch, dass es einfach nicht klappt und das Geld nie reicht und in der Not frisst der Teufel fliegen. Und sind wir mal ganz ehrlich, wer Mafia-Storys kennt, weiß, dass das Angebot von Eddie kein „Angebot“ ist. Selbst bei einem Captain wäre es nicht drin, so ein Angebot aufzuschlagen. Das wäre respektlos und Eddie müsste Johnny was antun, um vor seiner Crew seinen Status zu bewahren. Johnny hatte in dem Moment verloren, als er die Prügelei damals in der Bar bestritten hat. Ab da war er der Mafia ausgeliefert, entweder er arbeitet für sie oder er ist tot. Dass weiß Johnny vielleicht noch nicht, aber Eddie weiß es.

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      • 19. September 2016 at 7:40
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        Verzweifelt trifft es aber irgendwie auch nicht. Er hat kein geregeltes Einkommen mehr und muss gucken, wie er klar kommt, aber panisch wird er deswegen nicht. Schon allein, dass er das Angebot von Eddie noch überdenkt, zeigt doch, dass er so verzweifelt noch nicht ist.

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        • 19. September 2016 at 8:44
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          Nein, ich meinte verzweifelt nicht im Sinne von „panisch“, eher, dass seine Situation für ihn eine Sackgasse ist, aussichtslos. Verzweiflung muss ja nicht immer gleich Hysterie bedeuten.

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      • 19. September 2016 at 9:34
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        Und deswegen halte ich ihn für naiv – weil er tatsächlich darüber nachdenkt, ob er Eddies Angebot ausschlägt. Denn das kann er eigentlich nicht. Eigentlich ist er schon mit Haut und Haar bei der Mafia angekommen und er wird, auch wenn er wieder einen Job auf dem Bau findet (da hat die Mafia ja auch ihre Finger im Spiel), dort nicht mehr ohne weiteres rauskommen.
        Und weil er das noch nicht erkennt, aber ansonsten ja ein recht cleveres Bürschchen ist (auch wenn er die Schlägerei damals ja wohl auch nicht lassen konnte), finde ich, er ist naiv.
        Dass er natürlich verzweifelt ist, weil er seinen Unterhalt und den für seinen Sohn aufbringen muss, streite ich gar nicht ab. Eigentlich macht diese Kombination seinen Charakter erst richtig interessant. Und es ist eine gefährliche Mischung.

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        • 19. September 2016 at 10:21
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          Aber das ist doch nur menschlich, dass man sich selbst vorlügt, noch eine Wahl zu haben, obwohl man keine hat.

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      • 20. September 2016 at 14:16
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        Ich lese und lese und vergesse ganz, hier nen Kommentar zu hinterlassen, daher reagier ich ma eher auf eure Antworten, nicht dass ich schon zu weit bin.

        Ich muss dir hier zustimmen, ich finde ihn auch eher verzweifelt und nicht naiv, wie Gunnar unten schreibt. Vielleicht etwas blauäugig, aber er hat andere Dinge im Kopf und blendet den ganzen Mafiakram aus bzw ist sich gar nicht bewusst, wie sehr er schon in der Scheiße steckt …

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    • 19. September 2016 at 7:37
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      Eine Anmerkung noch zu den Frauen im Buch. Ich denke, durch die Entwicklungen im zweiten Abschnitt ist es jetzt doch differenzierter und von Eindimensionalität kann man nicht mehr sprechen. Das Mafia-/Working Class-Milieu ist natürlich von Männern dominiert, aber so ganz harmlos sind die Mädels im Buch doch nicht.

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      • 20. September 2016 at 14:17
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        Was heißt harmlos. Sie werden schon auf Haushalt und Kind und Sex reduziert. Und der Rest wird von den Männern dominiert. Entsprechend auch viele Handlungen der Frauen. Nur Melinda sticht da bisher etwas heraus.

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    • 19. September 2016 at 10:10
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      Auch nach dem zweiten Leseabschnitt bleibt mein Eindruck zwiespältig. Einerseits finde ich den Schreibstil toll zu lesen, besonders die Dialoge sind stark, aber noch immer weiß ich nicht, ob die vielen Perspektiven wirklich der Geschichte nützen. Momentan stören mich die ständigen Wechsel eher, besonders die Cops-Einschübe.
      Das Frauenthema wirkt inzwischen nicht mehr so einseitig. Klar, bei dem Titel habe ich mir erwartet, dass Frauen in dem Buch nicht gut wegkommen. Aber es sind 70er, das habe ich immer im Hinterkopf beim Lesen. Beim zweiten Abschnitt ist mir allerdings jetzt nichts aufgefallen, was nicht in die Jahre passen würde. 🙂

      Was Johnny betrifft, so finde ich ihn nicht rund. Da er immerhin gelegentlich Jobs hat, und er sich so irgendwie durchwurtscheln kann, er aber auch für mich als clever rüberkommt, so wundert es mich doch, dass er sich überhaupt mit der Mafia einlässt. Zumal er mit diesem Geschäft moralisch einen ganz anderen Standpunkt vertritt.
      Sein Sohn ist ja mit Nathan gut versorgt. Alles nicht so schlimm, wenn mal der Unterhalt später kommt. Nancy zickt so oder so rum, aber verhungern muss sein Sohn nicht, wenn er mal nicht zahlen kann. Den beiden geht es ja bei dem Neuen ganz gut.
      Tja, da habe ich noch Probleme mit der Glaubwürdigkeit. Ich sehe einfach keinen Zwang dahinter, so unbedingt viel Geld ranschaffen zu müssen. Da gibt es ärmere Menschen, dümmere Menschen – und die laufen auch nicht zur Mafia wegen Kohle.

      Gunnar: Den Griechen finde ich auch passend ;-). Ist irgendwie das Engelchen auf der linken Schulter, während auf der rechten Schulter das Teufelchen sitzt und ihn versucht zu verführen.

      Ebenso sehe ich wie du, dass die Geschichte sich gegen Johnny wendet. Alle gegen einen – so in der Art. Du hast das sehr schön zusammengefasst, dem kann ich zustimmen, den ich sehe es auch so kommen:
      „Johnny gegen den Rest der Welt. Nick sinnt auf Rache, Hastings auch, Louis will die Kohle, seine Ex Nancy auch und die Cops (ob korrupt oder nicht) haben auch schon ein Auge auf ihn geworfen.“

      So richtig umhauen tut mich die Geschichte (noch) nicht, besonders weil ich den Charakter Johnny nicht glaubwürdig finde, aber wir haben ja noch ein paar Seiten. Mal sehen.

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      • 19. September 2016 at 10:24
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        Johnny scheint mir aber nicht der Typ, der zufrieden ist, wenn sein Sohn von einem anderen „durchgefütttert“ wird, er will selbst für seinen Sohn sorgen. Daher auch die Dringlichkeit, Geld zu verdienen. Und wenn er nach Abzug aller Fixkosten von Freitag bis Mittwoch noch 4 Dollar zur Verfügung hat, kann man ihn durchaus als armen Mann bezeichnen.

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        • 20. September 2016 at 14:18
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          Das wollt ich auch grad sagen: Johnny will für seinen Sohn da sein und nicht jemand anderes soll den Job erledigen.

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        • 20. September 2016 at 18:59
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          Ja, damit habt ihr sicherlich recht. Aber – ja, ich habe schon wieder ein aber – bei einem Macho würde ich es so sehen wie ihr. Nur so ein richtiger Macho ist Johnny für mich nicht – vielleicht wird das ja noch so, dann passt es wiederum.
          Ich kann einfach nicht glauben, dass ein Mensch wie Johnny, der ja durchaus moralische Standpunkte vertritt, sich einfach so nebenbei einen Job bei der Mafia sucht. Ich meine, die Mafia ist etwas anderes, eine eigene Liga, kein Kinderwettbewerb. Ich habe ehrlich Probleme mit der Glaubwürdigkeit, denn das will einfach nicht in meinen Kopf. *lach*

          PS: Ich kann leider erst heute weiterlesen und hinke etwas hinterher. Zum 3. Abschnitt kann ich mich also erst morgen melden. 😉

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      • 19. September 2016 at 11:37
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        Jetzt, wo Du es erwähnst, Iris… ich hab mich mit den vielen Perspektiven abgefunden, aber ich könnte sie jetzt nicht aufzählen. Am besten kann ich mir Johnny, Louis und Nancy merken – die Cops kann ich noch nicht mal auseinander halten (geschweige denn, dass ich weiß, wer ehrlich und wer korrupt ist). Ein definitives Plus sind die Dialoge.

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        • 20. September 2016 at 19:00
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          Ich habe mir inzwischen eine Figurenübersicht gemacht. Auch bei mir sind die Cops es, die etwas unübersichtlich wirken.

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    • 20. September 2016 at 1:44
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      Ha, also Billy ist ja wirklich eine kranke Type, eiwei. Ich bin inzwischen echt auf den Showdown gespannt. 😀

      Ansonsten kann ich zur Handlung nicht groß was sagen, bzw. habe nichts weiter zu bekritteln. Mir gefällt die dichte Handlung sehr gut, ich mag das verstrickte Figurenkonstrukt und die Szenenwechsel, das ist schön komplex aufgebaut. Die Dialoge lesen sich auch gut, wobei ich hier aber nichts besonderes an ihnen ausmachen kann. Klar, sie sind toll, aber sie stechen für mich nicht in besonderer Weise heraus. Alles eine stimmige Sache.

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      • 20. September 2016 at 14:21
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        Puuuh, diesmal richtig die Lesepause abgepasst 😛
        Dank Billy nimmt die Story endlich mal Fahrt auf!
        Vorher sind alle eher im Kreis gelaufen und keiner hat so wirklich den ersten Schritt gemacht.

        Btw ich hab mir ma die „Mühe“ gemacht und die Namen notiert inkl Verstrickungen. Mein Blatt ist sehr voll mit Linien XD und irgendwie zeigen alle auf Johnny. Ma guckn, wie er das Chaos entwirren will.

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    • 20. September 2016 at 10:13
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      Es liest sich weiterhin gut, wobei es aber schon auch etwas straighter hätte gehen können. Da ist noch einiges an Geplänkel dabei. Die Dialoge gefallen mir weiterhin am besten, ich finde authentischer als bei vielen anderen Büchern.
      Die verschiedenen Figurenwechsel gefallen mir auch, wobei mir nicht alle Figuren gefallen (Nick z.B. ist dieser typische Depp, der in jeder Mafiafamilie vorkommt, oder?), aber ich bin gespannt, wie Stella sie im weiteren Verlauf aufeinanderprallen lässt.
      Gut übrigens, dass wir hier unter „Halbprofis“ lesen. Bei einer Lovelybooks-Leserunde hätte die Hälfte schon aufgrund der Komplexität das Handtuch geworfen…;-)

      Reply
      • 20. September 2016 at 14:22
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        Die Dialoge gefallen mir auch mit am besten! Sie passen zu den Charakteren und wirken authentisch.

        LB?
        Da hätte ich nicht ma ansatzweise so Diskussionen wir hier gegeben, da liest man gern für sich und schreibt halbe Inhaltsangaben 😉

        Reply
      • 20. September 2016 at 22:55
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        Die Leserunden auf Lovelybooks hab ich auch schon lange abgehakt.
        Ich mach ja öfters bei leserunden.de mit – das ist ein wenig ähnlich wie hier, nur das die gelesenen Bücher vom Administratorenteam zusammengestellt werden. Man kann aber auch eigene Vorschläge bringen. Und der Autor liest und kommentiert mit.
        Aber ich finde unsere Krimi-Leserunde jetzt schon sehr gelungen und wir sollten das auf jeden Fall irgendwann wiederholen.

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    • 20. September 2016 at 22:48
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      Ich weiß, ich lese viel. Und ich weiß, ich bin schon oft darauf hereingefallen. Aber verdammt nochmal, wann genau fängt denn der Klappentext an, in dem alle hinter dem Geld her sind??? Passiert das erst in den letzten 50 Seiten? Warum steht das dann im Klappentext, verdammte Hacke.

      Ohne die Erwartungen, die der Klappentext mal wieder in mir geweckt hat, liest sich das Ganze irgendwie anders. Ich lege diese jetzt mal ab.

      Man kann ja quasi sehen, wie es sich nach und nach zuspitzt, auch wenn ich nicht drum herum komme daran herumzukritteln, dass die harten Mafia-Kerle gerade Dumme-Jungen-Streiche abziehen. Es ist, als würde man mit offenen Augen in die Katastrophe rennen – man weiß als Leser genau, dass Johnny irgendwann mit allen zusammen rasseln wird und dieses kontinuierliche an der Spannungsschraube drehen – zusammen mit den Dialogen, die ich immer noch knackig und sehr stimmig finde – macht für mich den Reiz des Buches aus. Ich warte trotzdem noch darauf, dass alle Parteien nun nach und nach aktiv werden – denn es sind so viele, dass das doch nicht in den letzten 20 Seiten abgehandelt werden kann – oder?
      Mittlerweile komme ich auch mit den vielen Perspektiven zurecht – auch wenn ich die Cops nach wie vor nicht auseinander halten kann, aber wenn kümmerts? 🙂

      Ich mache mir allerdings Sorgen um Alexis – der scheint mir doch verschwunden oder gar tot in der Wohnung? Johnny hat sich vorgenommen, nach ihm zu sehen, ist aber mit sich selbst genügend beschäftigt. Also wo ist der alte Grieche? Ich hab ihn auch als schlechtes Gewissen und väterlichen Ratgeber für Johnny gesehen, der ihm immer wieder mal die Augen öffnet bezüglich der Mafia, doch was, wenn er weg ist?

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    • 20. September 2016 at 19:10
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      Junge, Junge, endlich kommt ma Schwung in das Ganze!
      Ich bin jetzt echt gespannt, wie das alles entwirrt wird. Denn das Ende wird sehr über meine Abschlussmeinung zu dem Buch entscheiden. Guter Schreibstil & Flair hin oder her, es muss am Ende alles stimmen.

      Johnny ist so ein richtiger kleiner Antiheld. Wobei ich ihm echt zutrauen würde, dass er gegen Ende nochmal ordentlich aufbraust – gerechtfertigt. Vor allem nachdem er von dem Verrat seiner Ex erfahren hat (durch seine Freundin, wie peinlich :P) Da hat wohl einer den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen 😀

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    • 21. September 2016 at 7:43
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      Na endlich, möchte man sagen. Jetzt passiert mal was. Und Johnny ist ganz schön in der Patsche. Wie war das nochmal mit ’naiv‘? Also wie er erst mit ewiger Verspätung und mehrfacher Erklärung von Melinda kapiert, dass Nancy ihn übelst verladen hat…;-)

      Ansonsten mischen weiterhin ziemlich viele Personen mit, ob die sich hinterher alle gegenseitig aus dem Verkehr ziehen? Vor allem Hastings könnte da noch einiges erledigen…

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    • 23. September 2016 at 9:26
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      Juhu, es geht endlich los. 😂

      Wie gut, dass Johnny Melinda hat, sonst würde er sich jetzt auf Nick stürzen und stände am Ende da, wo er vorher schon war. Nichts dass es Nick nicht auch verdient hätte, aber Johnny wäre immer noch am Arsch.
      Ich mein, dass er Nick verdächtigt, ok. Aber dass er Nancy für unbeteiligt hält – da muss man schon den Kopf schütteln. Wo man doch wieder gut das Wörtchen naiv rausholen kann…. 😁

      Alexis ist ja wieder aufgetaucht – ich hatte ja schon schlimmeres vermutet.
      So langsam blicke ich auch bei den Bullen durch, wobei ich hoffe, dass diese noch irgendeine Funktion zur Geschichte kriegen, denn sonst finde ich den Teil unnütz und verwirrend.

      So viel für heute… auf dem Tablet zu tippen treibt mich in den Wahnsinn….

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    • 24. September 2016 at 9:43
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      Also Johnny hat auf den letzten Seiten dieses Absatzes wirklich keinen Preis im Denkwettbewerb gewonnen. Irgendwie klar, dass er Nick verdächtig, das Geld genommen zu haben, passt ja zu der Nummer mit der Windschutzscheibe, aber dass er nicht stutzig wird, dass sein Auto mit dem Geld genau dann geklaut wird, als ihn seine Ex zu dieser vermeintlichen Entführungskiste ruft. Come on! 😀 Oh Johnny! 😀

      Aber gut, da galubt er wohl einfach zu sehr an das Gute im Menschen, zumindest bei seiner Ex. Arglos, arglos.

      Ansonsten finde ich den Handlungsstrang mit der Polizei und den verschiedenen Einheiten sehr cool, ich finde, der Strang hat in jedem Fall seine Daseinsberechtigung, das macht ja die gesamte Verstrickung in dieser Handlung erst komplett. Und Stebenow und Brice haben ja jeweils auch ganz besondere Rollen, die ein wichtiges Statement zu dieser Zeit sind.

      Tatsächlich muss ich aber sagen, wie schon eingangs, die Story ist deutlich dichter als es der Klappentext vermuten lässt. Verstehe Christina gut, dass sie da mit anderen Erwartungen herangegangen ist. Ich hab ehrlich gesagt auch mit einer etwas abgedrehteren, verrückteren Geschichte gerechnet und bin (positiv) überrascht, wie dicht die Geschichte letztlich ist. Ich hatte mich von dem Klappentexteindruck aber auch schon nach den ersten 50 Seiten verabschiedet. Aber wenn ich mir den jetzt nochmal so anschaue, hätte ich gedacht, da flattern Scheine durch den Kofferraum und es gib wilde Verfolgungsjagden durch die Straßenschluchte New Yorks samit Schießerei und Prügelei. So wie es jetzt ist, finde ich es aber auch ganz wunderbar. 🙂

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      • 24. September 2016 at 14:18
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        Schön beschrieben, ich hatte es auch etwas skurriler und humorvoller erwartet. Aber man muss nehmen, was man kriegt…;-)

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    • 23. September 2016 at 1:48
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      Da beende ich das Buch und hinterlass keinen Kommi – tssss…
      Also das Ende hat mich nicht wirklich vom Hocker gehaun.
      Positiv überrascht hat mich Melinda, die im Gegensatz zum Rest recht menschlich handelt 😛
      Flair/Schreibstil finde ich weiterhin super klasse, aber der Abschluss … naja 🙁

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    • 24. September 2016 at 14:28
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      Dass der Schluss in einem gewissen Tohuwabohu endet, konnte man freilich absehen. Allerdings war das schon ein wenig konstruiert. Ich bin so ein bisschen hin und her gerissen, ob mir der Schluss gefiel oder nicht.

      Insgesamt gab es teilweise interessante Figuren, gute Atmosphäre, starke Dialoge, ich hätte es allerdings humorvoller, unernster erwartet. Es war stellenweise auch ziemlich langatmig. Bin jetzt nicht völlig begeistert, aber auch nicht enttäuscht.

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    • 24. September 2016 at 19:38
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      So, auch fertig. Ich muss sagen, mir hat es richtig gut gefallen. Einziger Kritikpunkt wäre auch von meiner Seite, dass es zwischendurch ein wenig temporeicher hätte sein dürfen. Ansonsten überwiegt aber die positive Überraschung von der dichten Handlung, das Komplexe und Verstrickte, das war genau mein Ding. Die Figurenzeichnung fand ich ebenfalls spitze. Und der leise Humor, sehr sehr schön! Der Klappentext schürt in meinen Augen andere Erwrtungen, wie schon gesagt, ich hätte eine kurzweiligere, abgedrehtere Story erwartet, konnte mich mit dem, was dann geboten wurde, aber mehr als arrangieren. Nice!

      Das Finale, hm, ja, ich fand das eigentlich sehr gelungen, jeder hat noch so eine kleine Endrunde bekommen, alles hat seinen Platz gefunden, ich fand es sehr rund und stimmig in Hinblick auf die restliche Erzählweise.

      Ich kam nicht umhin, mich ein wenig an die Sopranos erinnert zu fühlen, was bei einem Mafiaroman weder groß verwunderlich noch verwerflich ist. Und es ist auch eher als Kompliment gemeint, nicht als Imitationsvorwurf, dafür haben die beiden Storys dann auch einfach zu wenig gemein.

      Ich fände es fein, wenn daraus so ein schöner, dreckiger Film gemacht werden würde. 😉 Wobei, nein, halt, lieber nicht, die Filmstudios würden ja doch nur wieder das ganze Komplexe streichen und eine leichte Hollywood-Nummer draus machen, das wäre schade um den Stoff und die Figuren. Also lieber kein Film. 😀

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      • 25. September 2016 at 13:08
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        Wollt grad sagen, die Filmemacher sollen ihre Finger davon lassen XD

        Stimmig fand ich das Ende auch, aber es war nicht so besonders, wie der Rest des Buches. Kann ich schlecht in Worte fassen – konstruiert, wie von Gunnar gesagt, passt wohl am besten.

        Zum immer wieder erwähnten Klappentext,
        ich hab den erst bewusst gelesen, als ihr ihn erwähnt habt 😛
        Mich hatte eher das Cover/ 70er/ Mafia gelockt XD

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    • 25. September 2016 at 20:34
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      Auch ich bin ein wenig hin und hergerissen über den Schluss. Die Szene in Eddies Büro musste ich dann auch nochmal lesen – da hab ich den Überblick verloren. Schön fand ich aber, dass man am Ende noch einmal einen Blick auf alle wirft und jeder bekommen hat, was er verdient.
      Wie schön, dass Louis Nancy nun an der Backe hat – und dafür kein Geld. Und für Melinda und Johnny sieht es ja auch ganz gut aus.

      Melinda hatte am Ende sowieso ihre Stunde. Derweil Johnny, obwohl Nancy ja schon zugegeben hat, ihn mit Louis reingelegt zu haben, noch immer von ihrer Unschuld und Arglosigkeit überzeugt ist, rückt ihm Melinda mal den Kopf zurecht. Und ein Glück, dass Eddie Vento gleich mal mit erledigt wird. Wenn der überlebt hätte, wäre Johnny jetzt auf der Flucht.

      Insgesamt fand ich das Buch gut, es hat mir gefallen, wie pfiffig die Dialoge waren, auch wenn die Schlagabtäusche (?) ruhig manchmal ein wenig schneller hätten sein können, Johnny als Protagonist fand ich gut gewählt: gutherzig, naiv, aber mit der gewissen Brise Jähzorn und Sarkasmus versehen, auch die vielen Perspektiven fand ich gut – wenn diese am Anfang auch, zumindest mich, verwirrt haben. Es gab ein paar Längen, aber die haben mich jetzt nicht sonderlich gestört.
      Mein Manko ist, dass ich mich wieder mal vom Klappentext irre leiten hab lassen und einfach eine Jagd nach dem Geld erwartet habe, etwas, was schneller und schmissiger ist, mit derben Humor und vielen fliegenden Kugeln.

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  • 16. September 2016 at 19:50
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    Wenn ich’s nicht schon gelesen hätte, dann würde ich glatt mitlesen. Aber so … wünsche ich Euch viel Spaß. Denn den werdet Ihr haben. 🙂

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  • Pingback: Krimi-Leserunde: »Johnny Porno« von Charlie Stella — WortGestalt-BuchBlog | Die dunklen Felle

  • 17. September 2016 at 8:49
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    Von der Zeit her leider gerade nicht passend. Bei einer künftigen Leserunde bin ich gern dabei. Euch viel Vergnügen – ich werde die Diskussion mit Interesse verfolgen.

    Reply
    • 17. September 2016 at 10:34
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      Das wäre mir eine Freude, wir werden sicher noch öfter hier eine Leserunde veranstalten! Danke, Philipp!

      Reply
  • 20. September 2016 at 22:56
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    Noch so eine allgemeine Frage – ich kann nur bei einigen Kommenaren direkt auf „Reply“ drücken, bei manchen nicht. Geht das noch anderen so oder nur mir? Und mach ich was falsch?

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    • 21. September 2016 at 7:46
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      Mir geht es auch so. Kann es sein, dass man nur zwei Stufen beantworten kann, also die Antwort auf den Kommentar, aber nicht weiter?

      Reply
      • 21. September 2016 at 19:48
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        Japp, liegt an WP
        Warum weiß ich nicht, hab ich bei mir auf der Seite auch schon feststellen müssen 🙁

        Reply
        • 21. September 2016 at 20:17
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          Na ja, eigentlich liegt ed nicht an WordPress. 😀 Die Verschachtelung der Kommentare ist auf Maximum eingestellt, sprich 10 Stufen. Es kommt darauf an, auf welches „reply“ man klickt. Entweder auf das oben zum jeweiligen Anschnitt oder auf das eines einzelnen Kommentars. Bei mir ist bisher jeder Kommentar da gelandet, wo ich ihn hinhaben wollte. 😉 Ich finde aber unabhängig davon, dass der Kommentarbereich hier nicht besonders übersichtlich ist, das ist ein Manko.

          Reply
          • 22. September 2016 at 12:05
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            Für dich als admin ist es einfacher Kommentare zu hinterlassen. Wenn man fremd auf dem Blog ist, ist es wirklich so, dass es nicht immer geht. Was ich n bissl dämlich find (das meint ich damit :P)

            Reply
          • 23. September 2016 at 9:31
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            Das muss ich dir leider zustimmen. Es ist irgendwid nicht so richtig übersichtlich. Liegg es am WordPress an sich oder am Layout?

            Reply
            • 24. September 2016 at 19:41
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              An beidem letztlich, in erster Linie aber an dem Layout. Den Kommentarbereich konnte ich bei diesem Theme leider kaum anpassen, also es ginge generell in den ganzen kryptischen Dateien, aber damit kenne ich mich (noch) zu wenig aus. Aber irgendwann kann ich das auch selbst schreiben, hoffe ich, und dann wird das besser. So in drei Jahren oder so. 😀 😉

              Reply
              • 25. September 2016 at 20:36
                Permalink

                Puh, hört sich nach viel Arbeit an. Dann lass das mal lieber so – so schlimm ist es ja nicht. Und irgendwie gewöhnt man sich auch dran. Die nächste Leserunde kann also kommen!

                Reply
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