Monatsrückblick – Februar 20.17

monatsrueckblick-februar-2017Und bevor der März zu Ende geht, kommt heute noch mein Rückblick auf den Februar. Die letzte ausstehende Rezension zu den im Februar gelesenen Büchern ging letzten Montag online, dann bin ich kurz auf die Leipziger Buchmesse gehuscht und nach einem Wochenende, an dem sich die müden Knochen im Lesesessel erholt haben, wieder zurück am Schreibtisch.

Ich habe (und schon wieder plaudern wir mal etwas privater …) diese eine Woche Ferien, bevor am 03.04. mein nächstes Halbjahr im Fernstudium beginnt, sodass ich noch etwas am Blog im Hintergrund arbeiten werde. Es warten seit meinem Wechsel zu WordPress immer noch rund 80 Rezensionen im Backend darauf, formatiert und freigeschaltet zu werden. Wenigstens ein paar davon will ich in dieser Woche meinem Archiv hier wieder hinzufügen. Auf dass es dann irgendwann wieder vollständig ist.

Der Rückblick auf Gelesenes im Februar wird dafür kurz und schmerzlos, denn im Februar war die Zeit zum Lesen rar und dementsprechend sind es entzückende 4 Bücher sowie 2 Comics, die ich heute hier kurz Revue passieren lassen möchte. Nach Gefallen sortiert, sieht das in Listenform dann wie folgt aus:

 

Februar-Liste
  1. Joe Ide – IQ (4,0/5)
  2. Ross Macdonald – Schwarzgeld (3,8/5)
  3. Patrick McGinley – Bogmail (3,0/5)
  4. Oliver Ménard – Das Hospital (2,6/5)

 

Rezensionen gab es zu:

 

Favoriten im Februar:

favoriten-februar-2017Bei solch einer überschaubaren Anzahl an gelesenen Büchern machen die Favoriten dann auch gerne mal die Hälfte aller zur Auswahl stehenden Titel aus. Und auch wenn »IQ« von Joe Ide und »Schwarzgeld« von Ross Macdonald keine herrausragenden Highlights im gesamten Jahr darstellen werden, sind sie in diesem Monat doch die Spitzenreiter.

»IQ« von Joe Ide hat mich vor allem mit seiner leichten und schnellen Erzähldynamik begeistert, der Thriller kommt nicht ganz ohne Klischees aus und lässt eine beachtliche Anzahl an Gemeinplätzen für sich arbeiten, trotzdem macht er Spaß, bietet Dramatik, Reminiszenzen und Humor und damit gut gemachte Unterhaltung. Ausführlicheres dazu hier in der Besprechung.

»Schwarzgeld« von Ross Macdonald weiß wieder mit seinem Protagonisten Lew Archer zu überzeugen, zumindest mich kriegt man mit dieser Figur immer. Wieso er mich an Don Draper aus der TV-Serie »Mad Men« erinnert und worin für mich die Krux, aber auch der Charme dieser Kriminalromane liegt, dazu mehr hier in der Besprechung.

 

Das Mittelfeld:

mittelfeld-februar-2017Ganz allein steht er da im Mittelfeld, der Roman »Bogmail« von Patrick McGinley. Er gilt heute als Klassiker der irischen Kriminalliteratur und hat bei seinem Erscheinen 1978 einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, so das Nachwort im Buch. Pornographisch sei er und eine üble Beleidigung der Landbevölkerung. Über die Empörung kann man aus heutiger Sicht nur müde lächeln, die üble Beleidigung der Landbevölkerung mehr feines wie zynisches Gesellschaftsportrait.

Mir hat die Sprache dieses Kriminalromans sehr gefallen, fast schon poetisch ist sie an einigen Stellen, und immer wieder dieser feine, trockene Humor. Aber ungeduldige Leserin, die ich bin, fehlte mir hier ein Peak, ein Clou, etwas, das ich an Kriminalromanen in der Regel sehr schätze.

 

Das Schlusslicht:

schlusslicht-februar-2017Einer muss es zwangsläufig sein, der letzte auf der Liste. In diesem Monat ist es »Das Hospital« von dem von mir sehr geschätzten Oliver Ménard. Ich mag seine Sprache, seine Art zu schreiben, zu erzählen, Szenen wirklich lebendig werden zu lassen. Aber »Das Hospital« arbeitet mit vielen Bausteinen, die mir als Vielleser zu vertraut waren. Vom Motiv des Täters über das Täterprofil bis hin zur Methode, das habe ich in Variation schon einige Male gelesen. Sicher nicht in so gut erzählten Bildern, aber trotzdem gab es für mich hier in der Summe nicht viel zu erleben.

 

Comic-Ecke

rezension-xx-wortgestalt-buchblogUnter den Comic-Büchern im Februar gab es ein Exemplar, das mich doch sehr verzückt hat: »Revival: Unter Freunden«, geschrieben von Tim Seeley, gezeichnet von Mike Norton. Ein Mix aus Crime, Horror und Mystery mit dem Flair einer verschneiten, us-amerikanischen Kleinstadt irgendwo zwischen »Fargo« und »Akte X«. Dazu eine Story, die sehr dynamisch aufgebaut wird, die ihre Figuren nach und nach miteinander verwebt und die stetig weiter vorantreibt. Als Auftakt einer Serie damit mehr als gelungen inszeniert, eine ausführliche Besprechung dazu gibt es hier.

Ein eigentlich ebenfalls ganz wunderbar anzusehendes Exemplar ist die Adaption von Dennis Lehanes »Shutter Island« von dem Comic-Künstler Christian de Metter. Durch die Tuschung im verwaschenen Aquarell-Look bringen die Zeichnungen die Idee und die Stimmung der Geschichte hervorragend herüber und sowohl die Gesichter als auch die wenigen, aber eindrucksvollen Landschaftsszenen sind voller Emotionen und Atmosphäre. Die Krux war für mich allerdings die zeitnahe Lektüre des Romans, denn all die zwar notwendigen, aber eben doch sehr einschneidenden Kürzungen der Handlung haben das gekappt, was den Roman für mich ausmachte. Die Leinwand-Interpretation von Martin Scorsese aus dem Jahr 2010 ist sehr nah dran an diesem Comic, der bereits 2008 veröffentlicht wurde.

 

Jahresbestenliste

Ein schöner Aspekt am Februar ist immer, dass mit dem verstreichen des zweiten Monats des neuen Jahres endlich wieder meine persönliche Jahresbestenliste geführt werden kann. Im Folgenden findet sich also eine fortlaufende Liste aller von mir in diesem Jahr gelesenen Romane (ohne Comics und Graphic Novels), jeden Monat wird sie dann ergänzt.

Wenn Rezensionen vorhanden sind, so sind sie verlinkt; alle anderen Verweise führen zum jeweiligen Monatsrückblick, dort finden sich dann immer ein paar Worte zum jeweiligen Titel.

 

  1. Dennis Lehane – Shutter Island (4,7/5)
  2. Joe R. Lansdale – Die Wälder am Fluss (4,6/5)
  3. Gerard Donovan – Winter in Maine (4,2/5)
  4. Joe Ide – IQ (4,0/5)
  5. Norbert Sahrhage – Der Mordfall Franziska Spiegel (4,0/5)
  6. Bernhard Aichner – Totenrausch (3,9/5)
  7. Ross Macdonald – Schwarzgeld (3,8/5)
  8. Ross Macdonald – Unter Wasser stirbt man nicht! (3,3/5)
  9. Patrick McGinley – Bogmail (3,0/5)
  10. Oliver Ménard – Das Hospital (2,6/5)
  11. China Miéville – Dieser Volkszähler (2,4/5)
  12. Cynan Jones – Graben (1,4/5)
  13. Stefan Ahnhem – Und morgen du (1,1/5)

 


Soweit also alles Erwähnenswertes vom Februar. Ich bin wie immer neugierig und interessiert, ob ihr die hier erwähnten Titel kennt, sie gelesen habt, andere oder ähnliche Eindrücke bei deren Lektüre gesammelt habt und freue mich auf den Austausch!

Bis dahin, fleißig weiter Bücher lesen! 😉

5 Kommentare zu “Monatsrückblick – Februar 20.17

  • 10. April 2017 at 9:14
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    Mit deiner Meinung zu Menard hast mich ja doch etwas abgeschreckt, mit ihm anzufangen. Find die Cover ja sehr genial gemacht, so dass man fast zu einem Coverkauf neigt 😛 Glaub ich leih es mir mal aus (Ja, ich habe mich entschieden mir einen Biblio-Ausweis zu holen – in letzter Zeit häufen sich einfach Bücher, die ich lesen, aber nicht kaufen würde….)
    Zu deinen Kritiken husch ich gleich noch.
    Ansonsten: Archivarbeit *wuhu* XD Bin so froh damit durch zu sein und auch du wirst es sein 😉

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    • 10. April 2017 at 12:11
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      Nee, das ist ja nicht Sinn der Sache, abschrecken will ich niemanden, und wir liegen oft auch ganz verschieden im Geschmack. Und der erste Band »Federspiel« ist ja von dieser Einschätzung hier nicht betroffen. Insofern, wenn Du Bock darauf hast, lass dich nicht abschrecken! Überhaupt würde ich aufgrund seiner schönen Schreibe Oliver Ménards Thriller Genre-Fans eher ans Herz legen als irgendeinen anderen aus der populären Richtung. 🙂

      Archivarbeit hat ja mal so gar nicht geklappt. 😀 Inzwischen ist ja schon wieder die zweite Woche im neuen Semester angebrochen und in der Ferienwoche habe ich nur doofen Kram erledigt, der im Alltag immer liegen bleibt, bin hier hin und da hin gerannt, man kennt das. Hmpf. Und jetzt liegen hier auch schon wieder 5 aktuelle Bücher herum, die eigentlich eine Besprechung bekommen sollen. Das wird so nix. 😛

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      • 10. April 2017 at 15:07
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        Na dann RAN an den Speck 😀
        Zum Trost, hier warten auch noch 3 Bücher auf ne Rezi und 2 „müssen“ gelesen werden. Aber wie ich zu einem auf dem litcamp schon sagte, die mich auf diesen „Stressfaktor“ ansprach: Wenn das Leben einen mehr in Anspruch nimmt, als man vorher dachte, kann man nix machen. Auf keinen Fall stressen lassen – aber das wirst ja selbst wissen 😛

        @Menard
        Ach du, du kritisierst wenigstens auch ma und lobst nicht nur. Daher gehörst du auf jeden Fall zu meinen „Orientierunsglesern“ 😀 Und ich hab ihn auf dem Schirm!

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        • 10. April 2017 at 15:39
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          Genau, nur nicht aus der Ruhe bringen lassen. Kommt Zeit, kommt Blogpost, oder so. Und wenn nicht, geht die Welt davon ganz sicher nicht unter. Hehe. 😀

          @Menard Da bin ich beruhigt, dass du ihn trotzdem auf dem Schirm hast. Yay! 🙂

          Und merci, ja, man muss ja auch sagen, wenn einem etwas nicht gefällt, und das mach ich meist nicht gern, aber das lässt sich im Leben wie beim Lesen nicht vermeiden, man kann ja nicht alles mögen. Geht nicht. Ist aber auch nicht schlimm, finde ich. 🙂

          Enormer Smiley-Overload heute… 😉

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          • 11. April 2017 at 13:36
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            Damit der Smily-Overload nicht aufhört, hier direkt noch einer 😀 😀 😀 oder drei vier 😉

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